Stand: 19.06.2020 13:45 Uhr  - Hamburg Journal

Camping trotz Corona: Welche Regeln gelten im Norden?

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Mit Einschränkungen ist an Nord- und Ostsee der Campingurlaub im Sommer möglich.

Wegen der Corona-Krise können viele Menschen in diesem Sommer nicht wie geplant ins Ausland reisen und suchen nach Alternativen in Deutschland. Deshalb denken viele über einen Camping-Urlaub nach. Schließlich sind an beliebten Urlaubsorten, etwa an Nordsee und Ostsee, die Kapazitäten von Hotels und Ferienwohnungen begrenzt und wegen der hohen Nachfrage müssen Urlauber mit höheren Preisen rechnen. Zwar sind die Plätze seit Mai wieder in allen Nord-Bundesländern geöffnet. Doch auch beim Camping gibt es Beschränkungen.

Welche Regeln gelten in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und MV?

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In Niedersachsen dürfen nach zwischenzeitlicher Beschränkung wieder alle Stellplätze auf Campingplätzen belegt werden.

Für Campingplätze gelten wie überall strenge Hygiene- und Schutzauflagen. In Niedersachsen dürfen wieder alle Stellplätze vermietet werden - auch für eine Nacht. Auch das Zelten ist auf parzellierten Plätzen erlaubt.

In Mecklenburg-Vorpommern ist die Auslastungsbeschränkung wieder aufgehoben worden. Weiterhin sind strenge Schutzmaßnahmen wie etwa verstärkte Hygieneauflagen zu beachten.

In Schleswig-Holstein haben die Plätze ebenfalls unter Auflagen wieder geöffnet. Die Betreiber müssen unter anderem die Kontaktdaten der Besucher erheben und Möglichkeiten zur Hand-Desinfektion anbieten. Seit dem 8. Juni ist auch die Nutzung sanitärer Gemeinschaftseinrichtungen wieder möglich, sofern ein entsprechendes Hygienekonzept erstellt wurde. Damit ist in Schleswig-Holstein auch das Zelten grundsätzlich wieder möglich.

In Hamburg nehmen einige Plätze ausschließlich Wohnmobile auf, für Sanitäreinrichtungen gelten strenge Hygieneregeln.

Gilt auf den Plätzen eine Maskenpflicht?

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Mit dem Zelt in den Dünen - sogar das ist jetzt wieder unter Auflagen möglich.

Neben klaren Hygiene- und Verhaltensvorschriften gilt teilweise auch im Campingurlaub die Maskenpflicht. Auch hier unterscheiden sich die Vorgaben derzeit noch von Bundesland zu Bundesland. In Mecklenburg-Vorpommern ist etwa eine Maskenpflicht für Personal mit Kontakt zu Gästen vorgesehen.

Wird Campingurlaub teurer?

Campinggäste müssen damit rechnen, dass die Preise für die Stellplätze dieses Jahr deutlich höher sind. Wegen der wochenlangen Schließungen und der zeitweiligen Auslastungsbeschränkungen mussten die Campingplätze hohe finanzielle Einbußen hinnehmen. Hinzu kamen notwendige Investitionen, um die neuen, strengen Hygienevorschriften zu erfüllen. Daher könnten die Preise 2020 auf vielen Plätzen steigen, erklärt Christian Günther vom Bundesverband der Campingwirtschaft.

Kein spontaner Camping-Urlaub

Da es in den nächsten Wochen und in der Feriensaison voraussichtlich kaum freie Kapazitäten auf den Plätzen geben wird, sollten Urlauber auf keinen Fall spontan losfahren, sondern immer im Voraus buchen. Es empfiehlt sich zudem, sich bereits vor der Anreise telefonisch über die dort geltenden Vorschriften zu informieren. Außerdem sollten Camper sich darauf einstellen, dass dieses Jahr viele Abläufe anders sein werden - von einem eingeschränkten Angebot bei der Gastronomie bis hin zu Wartezeiten an den Sanitärgebäuden, da diese nur von einer begrenzten Anzahl von Gästen gleichzeitig genutzt werden dürfen.

Abstands- und Hygienemaßnahmen immer einhalten

Um zu verhindern, dass Plätze womöglich wieder schließen müssen, appelliert Christian Günther an alle Camper, die Abstands- und Hygienemaßnahmen immer strengstens einzuhalten. "Der Staat reicht uns mit den Lockerungen im Campingbereich den kleinen Finger. Wir sollten daraufhin nicht die ganze Hand nehmen."

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 24.05.2020 | 19:30 Uhr

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