Stand: 05.07.2019 12:08 Uhr

"Ich glaube, wir haben eine schöne Zeit gehabt"

von Miriam Stolzenwald

Mit einer großen Abschiedsgala unter dem Motto "Ende Spaß" geht in der Staatsoper Hannover die Spielzeit zu Ende. Aber nicht nur die verschiedenen Ensembles aus Tanz und Musik verabschieden sich in die Sommerpause: Intendant Michael Klügl, Ballettdirektor Jörg Mannes und Generalmusikdirektor Ivan Repusic verlassen mit dem Ende dieser Spielzeit das Haus. Eine Bilanz.

Bild vergrößern
"Wir haben es sehr lustig gehabt", sagt Noch-Intendant der Staatsoper Hannover Michael Klügl.

"Ich glaube, wir haben eine schöne Zeit gehabt." Michael Klügl war dreizehn Jahre lang Intendant der Staatsoper Hannover: "Wir haben es sehr lustig gehabt und hatten viel Spaß. Zudem haben wir sehr viel Spaß vermittelt und waren auch ganz erfolgreich. Insofern kann man hier eigentlich ganz zufrieden einen Schlussstrich ziehen." Nun nimmt er Abschied, gemeinsam mit Generalmusikdirektor Ivan Repusic und Ballettchef Jörg Mannes. Klügl blickt nicht ohne Stolz auf diese Zeit zurück: "Ganz große Schwierigkeiten hatte ich eigentlich nicht. Durch die sehr schöne Kultur der Zusammenarbeit hier in diesem Haus, hat man es mir und dem Team sehr, sehr leicht gemacht."

Michael Klügl: ausgeprägtes Gespür für Talente

Talente zu fördern ist eine seiner großen Stärken: Michael Klügl hat ein ausgeprägtes Gespür dafür, begabte Künstler schon früh zu erkennen. Die Sängerin Nicole Chevalier beispielsweise, die in Hannover vor allem als Violetta in Verdis "La Traviata" beeindruckte, ist inzwischen eine international gefeierte Sopranistin. Auch einige Regisseure, wie Benedikt von Peter und Martin Berger, sind durch die "Talentschmiede" des hannoverschen Opernhauses bekannt geworden.

Bild vergrößern
Dreizehn Jahre eng zusammengearbeitet: Intendant der Staatsoper Hannover, Michael Klügl, und Ballettdirektor Jörg Mannes

Jörg Mannes hat dreizehn Jahre lang die Ballettabteilung geleitet. Er kann das nur bestätigen: "Man hat hier unglaublich viel aufgebaut. Viele der Tänzer kamen von der Schule zu uns und man hat die Entwicklung gesehen. Die sind fast wie eigene Kinder. Und natürlich, dass sich das jetzt auflöst, ist sehr schmerzhaft." Sicher hat dazu auch die "Junge Oper" beigetragen, die Kinder- und Jugendabteilung, die Klügl vor neun Jahren ins Leben gerufen hat.

Ivan Repusic: "Ich verlasse das Haus sehr glücklich"

Klügl ist jemand, der gerne wagt. Sehr kontroverse Diskussionen gab es 2015 über Kay Voges Inszenierung vom "Freischütz". Die zeitgenössische Oper "Lot" von Battistelli wurde in Hannover uraufgeführt und mit "König Karotte" brachte Klügl auch selten gespieltes Repertoire auf die Bühne. Zu seinen persönlichen Höhepunkten gehören "Peter Grimes Totenhaus", "Intolleranza", "Simplicius Simplicissimus" und von Kurt Weill "Lady in the Dark". Für ihn "viele tolle Abende."

Auch Ivan Repusic, der in Hannover seine erste Stelle als Generalmusikdirektor angetreten hatte, schaut positiv zurück: "Ich habe wirklich diese drei Jahre als Generalmusikdirektor genossen. Ich verlasse das Haus sehr glücklich." Seine Nachfolge ist noch offen. Auf Michael Klügl folgt als erste Intendantin der Oper Hannover die Amerikanerin Laura Berman. Neuer Ballettchef wird Marco Goecke. So beginnt mit der neuen Spielzeit 19/20 an der Oper wohl auch eine neue Ära.

Weitere Informationen
NDR Kultur

Opernkonzert

NDR Kultur

Wir stellen Ihnen die großen Sänger und Dirigenten vor. Dazu werfen wir einen Blick hinter die Kulissen: interessante Inszenierungen, CD-Veröffentlichungen, neue Stimmen. mehr

NDR Kultur

Konzerte zum Nachhören

NDR Kultur

Sollten Sie einmal ein Konzerthightlight auf NDR Kultur verpasst haben, finden Sie hier eine Übersicht der musikalischen Höhepunkte, die nachgehört werden können. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch in den Tag | 05.07.2019 | 06:40 Uhr