Stand: 24.05.2018 14:36 Uhr

Prächtige Weserrenaissance auf Schloss Bevern

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Die vierflüglige Schlossanlage enthält viele typische Merkmale der Weserrenaissance wie den Standerker.

Nirgends in Deutschland gibt es eine so große Ansammlung von Renaissance-Schlössern und -Bauten wie im Weserbergland. Eindrucksvolle Burgen und verträumte Märchenschlösser säumen die Ufer des Flusses und zahlreiche Erhebungen der Region. Eines davon ist Schloss Bevern, das Statius von Münchhausen zwischen 1603 und 1612 errichten ließ. Dabei nahm der Bauherr selbst erheblichen Einfluss auf die Gestaltung der vierflügeligen Anlage.

Bedeutendes Baudenkmal

Heute gilt das Schloss als eines der stilistisch vollkommensten Baudenkmäler der Weserrenaissance. Der regionale Baustil verbindet Elemente der italienischen und westeuropäischen Renaissance und findet sich entlang der Weser sowohl in der Architektur als auch auch in der Inneneinrichtung zahlreicher Schlösser und Herrenhäuser. Die vier Flügel von Schloss Bevern sind um einen quadratischen Innenhof gruppiert. Ein Wassergraben und ein Park umgeben das Schloss. Zwei Brücken führen zu den Toren der Anlage, die Besuchern das ganze Jahr offensteht.

Wechselvolle Geschichte

Schloss Bevern

Kulturzentrum Weserrenaissance
37639 Bevern
Tel. (05531) 99 40 10

weitere Informationen auf der Website des Schlosses

Nachdem sich die Familie von Münchhausen aus finanziellen Gründen von dem Schloss trennen musste, war es zunächst ein Nebensitz der Braunschweiger Welfen. Später wurde dort eine Knopffabrik untergebracht, dann eine Erziehungs- und Arbeitsanstalt für Kinder und Jugendliche und zur Nazi-Zeit ein Schulungszentrum der SA. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss zunächst als Flüchtlingsunterkunft genutzt und später zum Möbellager umfunktioniert. Seit 1986 ist der Landkreis Holzminden für das ehrwürdige Gemäuer verantwortlich. Es wurde restauriert und für Ausstellungen und Veranstaltungen ausgebaut.

Bühne für Kunst und Kultur

Zum Angebot gehören regelmäßige Führungen durch das Gebäude, teils unter verschiedenen Themen. Außerdem hat das Heimatmuseum seinen Sitz in Schloss Bevern. Es dokumentiert die Geschichte des Hauses und zeigt zahlreiche Gegenstände des täglichen Lebens aus den vergangenen Jahrhunderten. In der Erlebniswelt Renaissance lernen Besucher an 19 multimedialen Stationen das Leben von Statius von Münchhausen im 16. und 17. Jahrhundert kennen. Der Adelige hatte es zunächst zu einem großen Vermögen gebracht, später aber alles wieder verloren. Eine weitere Dauerausstellung widmet sich der deutsch-jüdischen Ärztin Paula Tobias, die sich unter anderem in der Mütterberatung engagiert hatte und 1935 nach Amerika emigrierte.

Stichwort: Weserrenaissance

Der Begriff beschreibt die Architektur der Region entlang der Weser sowie östlich davon bis Wolfsburg und westlich bis Paderborn. Ihr Schwerpunkt lag im 16. Jahrhundert. Bis heute sind aus dieser Zeit zahlreiche stattliche Gebäude erhalten, meist Rat- und Bürgerhäuser sowie Adelssitze.

Charakteristische Merkmale sind das Baumaterial Wesersandstein, stark gegliederte Schaufassaden, Ornamente, geschwungene Giebel nach italienischem Vorbild und Stand-Erker, sogenannte Utluchten. Die Bauten zeugen vom einstigen Wohlstand des regionalen Adels und der Kaufleute sowie ihren Kontakten in den Mittelmeerraum.

Als typische Gebäude gelten Schloss Hämelschenburg bei Emmerthal, das Hochzeitshaus in Hameln und das Rathaus von Hann. Münden.

Karte: Schloss Bevern
Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 29.05.2018 | 19:05 Uhr

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