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Osnabrück zwischen Tradition und Moderne

Stand: 18.03.2021 11:24 Uhr

Ein Rathaus von historischer Bedeutung, ein mittelalterlicher Dom, eine lebendige Altstadt und viele Studierende: Osnabrück ist eine vielseitige Stadt, die einen Besuch lohnt.

Mit rund 160.000 Einwohnern ist Osnabrück die drittgrößte Stadt in Niedersachsen - nach Hannover und Braunschweig. Als Universitätsstadt und Bischofssitz bildet sie zudem das kulturelle Zentrum der Region an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen. In der Altstadt wird die lange Geschichte Osnabrücks deutlich. Vor mehr als 1.200 Jahren gründete Karl der Große eine Missionszelle am Knotenpunkt alter Handelsstraßen. Im 14. Jahrhundert war Osnabrück Mitglied der Hanse, stand im 19. Jahrhundert unter französischer Herrschaft und gehörte später zum Königreich Hannover und zu Preußen.

Stadt des Westfälischen Friedens

Das herausragende geschichtliche Ereignis fand im Jahr 1648 statt: In Osnabrück und im benachbarten Münster wurde der Westfälische Friede geschlossen, einer der wichtigsten Friedensverträge der europäischen Geschichte. Nach Verhandlungen der europäischen Gesandten, die fünf Jahre dauerten, endete damit im Oktober 1648 der Dreißigjährige Krieg. Noch heute trägt Osnabrück daher den Beinamen "Friedensstadt".

Friedensberatungen im Rathaus

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Der Westfälische Frieden

Rund sieben Millionen Opfer hatte der Dreißigjährige Krieg gefordert. Mit den Friedensverträgen von Münster und Osnabrück ging er zu Ende. 3 Min

Ein Zeugnis dieser Zeit ist der Friedenssaal des Rathauses, in dem die langwierigen Gespräche stattfanden. 42 Porträt-Gemälde von europäischen Gesandten zum Friedenskongress und den Herrschern jener Zeit, wie Ludwig XIV., Kaiser Ferdinand III. und Königin Christina von Schweden, schmücken die Wände des Saales. Mit seinem auffälligen Walmdach ist das mehr als 500 Jahre alte Rathaus das bekannteste historische Gebäude und zugleich Wahrzeichen der Stadt.

Wahrzeichen des Nordens: Rathaus in Osnabrück © NDR
AUDIO: Rathaus des Friedens - Wahrzeichen von Osnabrück (1 Min)

Dom mit langer Geschichte

Dom St. Petrus in Osnabrück © Dom St. Petrus Osnabrück
Massives Bauwerk mit romanisch-gotischer Fassade: der Dom St. Petrus

Mit ihren zahlreichen Geschäften zieht die lebendige Innenstadt rund um Johannisstraße und Große Straße viele Besucher aus dem Umland an. Sehenswert in der Altstadt ist der historische Marktplatz mit Cafés und hübschen Giebelhäusern sowie die Marienkirche. Nur wenige Schritte entfernt, am Ufer der Hase, steht der Dom Sankt Petrus. Bereits 785 gab es dort die erste Kirche, die sich im Laufe der Jahrhunderte immer wieder veränderte. Ab 1200 entstand der noch heute erhaltene spätromanische Bau, die auffallende gotische Rosette in der Westfassade kam im 13. Jahrhundert hinzu. Zu den Kostbarkeiten, die die Jahrhunderte überstanden haben, gehört das bronzene Taufbecken aus dem Jahr 1220.

Schlossgarten: Treffpunkt der Studierenden

Schloss in Osnabrück © Stadt Osnabrück
Im Schloss befindet sich heute die Verwaltung der 1974 gegründeten Universität.

Am Rande der Altstadt befindet sich das Barockschloss aus dem 17. Jahrhundert - ein Gebäude mit wechselvoller Geschichte. 1673 im Auftrag von Fürstbischof Ernst August I. erbaut, diente es nur kurze Zeit als Residenz, stand viele Jahre leer und verfiel zunehmend. In der Zeit des Nationalsozialismus war es unter anderem Folter-Gefängnis der Gestapo. Eine Gedenkstätte erinnert an diese düstere Kapitel der Geschichte. Nach dem Krieg wurde das durch Bomben stark zerstörte Schloss wieder aufgebaut. Heute hat die Verwaltung der Universität dort ihren Sitz. Weitere Häuser der Uni und die Stadthalle gruppieren sich um den Schlossgarten, der im Sommer ein beliebter Treffpunkt der rund 12.000 Studierenden ist. Weitere etwa 14.000 junge Menschen besuchen die Hochschule Osnabrück.

Erinnerungen an Remarque und Nussbaum

Gemeinsamer Eingang der Museen Felix-Nussbaum-Haus und Kulturgeschichtliches Museum in Osnabrück © Uwe Lewandowski Foto: Uwe Lewandowski
Kunstvolle Architektur von Daniel Libeskind sind das Markenzeichen des Nussbaum-Hauses.

Einen Besuch lohnt das Erich-Maria-Remarque-Friedenszentrum im historischen Stadtkern. Es hält das Andenken an den 1898 in Osnabrück geborenen Autor lebendig. Remarque, der mit dem 1929 erschienenen Antikriegsroman "Im Westen nichts Neues" berühmt wurde, verbrachte seine Kindheit und Jugend in seiner Geburtsstadt. Ebenfalls aus Osnabrück stammt Felix Nussbaum. Dem Maler, der 1904 geboren und 1944 in Auschwitz ermordet wurde, ist ein eigenes Museum gewidmet, das Felix-Nussbaum-Haus. Das Museum, das der renommierte Architekt Daniel Libeskind entwarf, zeigt die weltweit umfangreichste Sammlung von Werken des Künstlers. Im benachbarten Kulturgeschichtlichen Museum sind unter anderem bedeutende grafische Werke Albrecht Dürers sowie eine Ausstellung zur Stadtgeschichte zu sehen. Beide Häuser präsentieren auch Sonderausstellungen.

Osnabrücks grüne Seiten

Osnabrück ist auch eine grüne Stadt. Pflanzenliebhaber und geologisch Interessierte sollten einen Abstecher zum Botanischen Garten der Universität einplanen, der in einem ehemaligen Steinbruch angelegt wurde. Schautafeln informieren über geologische Details der Millionen Jahre alten Muschelkalk-Schichten. Themengärten und ein Regenwaldhaus zeigen Hunderte heimische und exotische Pflanzen.

Einen Besuch lohnt zudem der Osnabrücker Zoo. Dort leben rund 3.000 Tiere aus aller Welt - vom Nashorn bis zum Orang-Utan. Eine Besonderheit ist der "Unterirdische Zoo", der Hamster, Feldmäuse, Präriehunde und andere Erdbewohner in einem begehbaren Höhlensystem zeigt. Sie krabbeln vor den Augen der Besucher durch die verglasten Gänge.

Karte: Osnabrück

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