Stand: 27.04.2020 10:09 Uhr

Mit Kanu oder Paddelboot auf der Warnow

von Sven Glagow, NDR.de
Kanufahrer auf der Warnow. © dpa Foto: Jens Büttner
Am Oberlauf ist die Warnow noch ein schmales Flüsschen.

Die Warnow ist Mecklenburg-Vorpommerns wasserreichster Fluss. Der Strom entspringt bei Grebbin nördlich von Parchim und mündet nach mehr als 150 Kilometern bei Warnemünde in die Ostsee. Bei ausreichendem Wasserstand ist die Warnow für geübte Kanuten und Paddler auf etwa 115 Kilometern befahrbar. Aber auch Anfänger stellt der Fluss auf den meisten Abschnitten vor keine allzu großen Probleme.

VIDEO: Naturerlebnis an der Warnow (4 Min)

Wildwasser im Warnow-Durchbruchstal

Rekonstruierte Slawenburg Groß Raden an einem Wassergraben © imago images / Fotoagentur Nordlicht
Im Warnow-Durchbruchtal müssen Kanufahrer mit umgestürzten Baumstämmen rechnen.

Vorsicht ist zum Beispiel im Warnow-Durchbruchtal geboten. Während die Warnow sich in ihrem Verlauf überwiegend durch eine flache bis wellige Wiesenlandschaft zieht, wird es in der Nähe der Sternberger Burg abenteuerlich. Hier fließt auch die Mildenitz in die Warnow und sorgt für zusätzlichen Schub. Höhere Hänge und stetig lauter werdendes Wasserrauschen kündigen die bevorstehende Herausforderung an. Umgestürzte Baumstämme und vereinzelte Findlinge bilden natürliche Hindernisse im Wasser. Zischend fließt das Wasser durch die Engpässe. Brückenpfeiler stellen bei der starken Strömung eine zusätzliche Gefahr dar. An diesen wildwasserartigen Abschnitt sollten sich nur erfahrene Paddler mit robusten Booten und entsprechender Schutzausrüstung wagen.

Naturerlebnis auf dem Wasser

Abendstimmung über der Warnow. © NDR Foto: Brigitte Fahning aus Rostock
An vielen Stellen ist der Fluss ein ruhiges Gewässer.

Meist aber zeigt sich die Warnow von ihrer gutmütigen Seite. Besonders zwischen Eickhof und Rostock fließt sie recht träge und lässt sich häufig sogar flussaufwärts fahren. Für Familientouren mit Kindern ist dieser Abschnitt ideal. Mit mehreren Metern Breite verzeiht der Fluss Steuerfehler und bietet Naturfreunden Gelegenheit, ganz ohne Stress Tiere und Landschaft zu beobachten. Und das lohnt sich, denn die Warnow ist ein echtes Naturparadies.

Fahrt durch Wiesen und Wälder

Ein Paddler auf der Warnow © NDR Foto: Frank Hojenski aus Rostock
Bei Schwaan hat die Warnow bereits eine stattliche Breite erreicht.

Auf der ganzen Länge des Flusses können Wasserwanderer die Ruhe und Einsamkeit genießen. Meist strömt die Warnow durch weite Wiesenlandschaften oder duftende Wälder. Mit Niedermooren und Feuchtwiesen an den Ufern bietet der Fluss einen idealen Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Paddler und Kanuten passieren während ihrer Fahrt einige Biberburgen und mit ein bisschen Glück lässt sich sogar einer der großen Nager im Wasser blicken. In ihrem Verlauf durchquert die Warnow zahlreiche Naturparks und Naturschutzgebiete. Dazu gehören die Naturschutzgebiete Warnowseen, Warnow-Mildenitz-Durchbruchstal, Warnowtal und Unteres Warnowland. Außerdem liegen die Naturparke Nossentiner-Schwinzer-Heide und Sternberger Seenland am Weg der Warnow.

Viele Angebote für Wasserwanderer

Bereits vor rund 1.400 Jahren siedelten am Ufer der Warnow slawische Stämme. Sie gaben dem Fluss auch seinen Namen, der "Krähenfluss" bedeutet. Auch heute noch säumen etliche malerische Dörfer und kleine Städte die Ufer. So gibt es im gesamten Verlauf der Warnow Gelegenheit, Kanus oder Paddelboote zu mieten oder auch einmal abseits des Flusses auf Entdeckungstour zu gehen. Spezielle Rastplätze für Wasserwanderer gibt es zum Beispiel in Vorbeck, Weitendorf, am Sternberger See sowie in Eickhof, Rühn und Bützow. Einige Kanuverleiher bieten selbst im Winter Touren an. Die Chance, einen Biber zu treffen, ist dann besonders groß, weil es in der kalten Jahreszeit noch ruhiger ist.

Karte: Tourenvorschlag: Von Eickdorf nach Bützow auf der Warnow
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