Eichenallee am Störkanal in der Lewitz. © NDR Foto: Ralf Ottmann

Lewitz: Wandern und Radfahren in Mecklenburgs Vogelparadies

Stand: 03.12.2020 13:31 Uhr

Wälder, Wiesen und immer wieder Wasser: Südlich von Schwerin erstreckt sich die Lewitz. Die Region ist ein artenreiches Vogelschutzgebiet und ein lohnendes Ausflugsziel.

Mehr als 600 Kilometer überwiegend von Menschen angelegte Wasserläufe, darunter der Störkanal und die Müritz-Elde-Wasserstraße, durchziehen das dünn besiedelte Gebiet. So entstand seit dem 16. Jahrhundert aus einer Niedermoor-Landschaft eine sehenswerte Mischung aus Sümpfen und Trockenwiesen, Wäldern, Kanälen und Teichen.

Seeadler, Wildgänse und Karpfenteiche

Zahlreiche seltene Pflanzen und Tiere leben in dem Naturraum, der als Landschaftsschutzgebiet und Europäisches Vogelschutzgebiet ausgewiesen ist. Mit etwas Glück können Besucher Eisvögel und Braunkehlchen oder majestätische Fisch- und Seeadler beobachten - insgesamt mehr als 250 Arten. Allein 60 Wasservogelarten brüten in der Lewitz.

Zusätzlich rasten im Herbst im Naturschutzgebiet "Fischteiche in der Lewitz" nördlich von Neustadt-Glewe rund 50.000 Wildgänse auf ihrem Weg von den Brutgebieten im Norden in die Winterquartiere im Süden. Gleichzeitig werden fast 900 der insgesamt 1.000 Hektar Wasserfläche der Fischteiche zur Karpfenzucht genutzt.

Friedrich-Franz-Kanal in der Lewitz. © NDR Foto: Fred Vorfahr aus Schwerin

AUDIO: Wandern und Radfahren in der Lewitz (3 Min)

Wandern an Kanälen und Wiesen

Die Vielfalt der Lewitz lässt sich gut zu Fuß erkunden. Eine empfehlenswerte Rundwanderung verläuft auf gut 18 Kilometern durch die Region. Die meist ebene Strecke führt unter anderem am Jagdschloss in Friedrichsmoor sowie an der Dütschower Brücke vorbei. Dort steht ein hölzerner Aussichtsturm, der einen weiten Blick über die Fischteiche ermöglicht. Eine kürzere, rund sechs Kilometer lange Tour ist der Naturlehrpfad "Schwarzer Damm" zwischen Mirow und Jamel. Dort informieren Tafeln über die naturkundlichen Besonderheiten am Wegesrand.

Mit dem Fahrrad durch die Lewitz

Radfahrer fahren in der Nähe der Elde-Müritz-Wasserstraße durch das Naturschutzgebiet Lewitz. © picture-alliance / ZB Foto: Jens Büttner
Vom Rad aus lässt sich die Lewitz besonders gut entdecken.

Auch das Fahrrad ist ideal, um die Gegend zu entdecken. Über schnurgerade Allen, und entlang der zahlreichen Kanäle verläuft eine knapp 100 Kilometer lange Fahrradtour. Der Radrundweg führt meist abseits vom Autoverkehr von Crivitz über Plate und Friedrichsmoor zum südlichsten Punkt nach Neustadt-Glewe. Von dort geht es durch viele kleine Orte über Göhren wieder zurück. Wer nicht die gesamte Runde fahren möchte, findet immer wieder Abkürzungen, sodass sich Teilstrecken auch für Tagestouren eignen. Jeweils am 1. Mai lädt die Region zu einer Radsternfahrt zum Jagdschloss in Friedrichsmoor ein.

Die Natur vom Wasser aus entdecken

Ein Sportboot fährt auf der Elde-Müritz-Wasserstraße durch die Lewitz. © picture-alliance/ ZB Foto: Jens Büttner
Ein Ausflug mit einem Boot ist besonders reizvoll.

Ein besonderes Erlebnis ist eine Bootstour auf den zahlreichen Kanälen. Ob mit dem Passagierschiff "Lewitz-Kieker Albert" auf dem Störkanal ab Plate, mit einem gemieteten Kanu oder mit dem eigenen Sportboot - von allen ergeben sich gute Möglichkeiten, interessante Tiere und Pflanzen an den Ufern der beschaulichen Gewässer zu entdecken.

Wer die zahlreichen Wander-, Rad- und Wasserwege der Region nicht auf eigene Faust erkunden möchte, kann sich geführten Touren anschließen. Einen guten Einblick in das ländliche Leben im Wandel der Zeit bietet der Museumshof Pingelhof im Dörfchen Alt Damerow. Das reetgedeckte Fachwerkgebäude von 1607 zählt zu den ältesten Bauernhöfen Mecklenburgs.

VIDEO: Dorfgeschichte: Das Leben in Klinken (4 Min)

Karte: Ausflugsziele im Landschaftsschutzgebiet Lewitz

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