Stand: 14.08.2020 13:20 Uhr

Im Kanu durch die Lüneburger Heide

Kajaks an einem Sommertag auf der Örtze © dpa Foto: Susann Prautsch/dpa
An Sommerwochenenden sind zahlreiche Boote auf der Örtze unterwegs.

Die Lüneburger Heide ist nicht nur für ihre prächtige Blüte im Spätsommer bekannt, sondern auch für sehenswerte Naturlandschaften. Viele kleine Flüsse durchziehen die Region und fließen entweder nach Norden zur Elbe - wie Ilmenau und Luhe - oder nach Süden zur Aller - wie Böhme und Örtze. Die naturnahen Wasserwege eignen sich ideal für Kanuten und Kajakfahrer.

Tour auf der Örtze: Regeln und Wasserstand beachten

Als das schönste Revier für eine Tour gilt die Örtze. Sie entspringt nördlich von Munster, fließt mitten durch die Stadt und in einem Urstromtal aus der Eiszeit vor rund 150.000 Jahren weiter in Richtung Südwesten. Da der Fluss zum europäischen Naturschutznetz Natura 2000 gehört, gelten strenge Regeln für Wassersportler. Touren sind nur vom 16. Mai bis zum 14. Oktober sowie zwischen 9 und 18 Uhr erlaubt. In der übrigen Zeit soll die Natur ungestört bleiben. Außerdem muss der Wasserstand innerhalb vorgegebener Grenzen liegen. Den aktuellen Pegel zeigen Markierungen an den offiziellen Ein- und Ausstiegsstellen an.

Mit Kanu oder Kajak ab Müden in Richtung Aller

Der Fluss Örtze fließt durch einen Wald in der Lüneburger Heide. © imago images/imagebroker
Fernab von Straßen fließt die Örtze durch unterschiedliche Heidelandschaften.

Die befahrbare Strecke beginnt erst an einer Mühle in Müden. In ihrem weitgehend natürlichen Flussbett schlängelt sich die Örtze in unzähligen Windungen durch die Landschaft in Richtung Aller. Das Wasser ist klar und anfangs so flach, dass Kanuten und Kajak-Fahrer mühelos den Grund erkennen. Dicht mit überhängenden Bäumen bewachsene Ufer wechseln sich mit offenen Wiesen und Weiden ab. Meist reicht die Strömung aus, um sich gemächlich treiben zu lassen. Auch ungeübte Wassersportler in einem der vielen Miet-Kanus schaffen es bald, in der Flussmitte durch die Kurven zu steuern.

VIDEO: Paddeln auf der Örtze (11 Min)

Stopps für Paddler nur an markierten Anlegern

Immer mehr kleine Bäche münden in die Örtze und lassen sie allmählich zu einem mehrere Meter breiten Fluss anschwellen. Erst kurz vor Hermannsburg kommen wieder Häuser in Sicht. In dem Heidestädtchen bietet sich ein Stopp am Anleger vor der Straßenbrücke an. Um die Flussufer zu schützen, dürfen Paddler nur an wenigen markierten Anlegestellen aussteigen.

Örtze eignet sich für Kurz-, Halbtages- oder Tagestouren

Von Müden bis Hermannsburg sind es etwa 6,5 Kilometer auf der Örtze. Gemütlich gefahren benötigt man dafür rund anderthalb Stunden. Der nächste Ausstieg in Oldendorf ist weitere sechs Kilometer entfernt und als Ziel einer Halbtagestour beliebt. Flussabwärts folgen Eversen (+ 7,5 km), Wolthausen (+ 10,5 km) und Winsen (+8 km) kurz nach der Mündung der Örtze in die Aller.

Bootsverleiher bieten Auto-Rücktransport an

Wer ohne eigenes Boot unterwegs ist, kann sich an einen der zahlreichen Verleiher in der Region wenden. Sie organisieren Touren unterschiedlicher Länge. Das eigene Auto bleibt am Start der Kanutour stehen, am vereinbarten Endpunkt holen die Vermieter ihre Gäste wieder ab und fahren sie zurück zum Ausgangspunkt. Für Ausflüge an Sommerwochenenden sollte man die Boote rechtzeitig reservieren. Die Verleiher informieren auch über den Wasserstand der Flüsse.

Karte: Die Örtze zwischen Müden und Aller

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Dieses Thema im Programm:

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