Stand: 12.12.2018 15:12 Uhr

Helgoland: Die etwas andere Nordseeinsel

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Die bunten Hummerbuden Helgolands stehen direkt am Hafen.

Vom Lummensprung bis zum zollfreien Einkaufen: Helgoland ist in vielerlei Hinsicht einmalig. Da die Nordseeinsel rund 70 Kilometer vor der Küste liegt, ist die Luft dort nicht nur besonders rein und pollenarm, sondern auch reich an Jod und Sauerstoff. Schon die Anreise mit dem Schiff oder Katamaran ist ein Erlebnis. Nach der Ankunft am Hafen passieren Besucher eines der Wahrzeichen der Insel - die bunten Hummerbuden. Wo einst Fischer ihre Ausrüstung unterbrachten, lädt heute eine maritime Meile mit kleinen Ausstellungen, Kunst und Bistros zum Bummeln und Stöbern ein.

Blick auf die roten Felsen auf Helgoland aus der Luft.

Lohnenswerte Ausflugsziele auf Helgoland

Nordtour -

Die Hochseeinsel Helgoland hat mehr zu bieten als mehrwertsteuerfreien Einkauf - zum Beispiel Börteboote, die Lange Anna, den Lummensprung und das legendäre Bunkersystem.

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Ein Quadratkilometer "Roter Felsen"

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Ein Spaziergang entlang der 2,8 Kilometer langen Klippe ist ein besonderes Erlebnis.

Nur etwa 1.400 Menschen leben auf dem nur einen Quadratkilometer großen "Roten Felsen", der zum Bundesland Schleswig-Holstein gehört. Die Hauptinsel ist in Unter-, Mittel- und Oberland geteilt. Zum Oberland gelangen Besucher entweder über 184 Stufen zu Fuß oder mit einem Fahrstuhl. Wegen des grandiosen Ausblicks ist ein Spaziergang auf dem 2,8 Kilometer langen Klippenweg besonders lohnenswert. Er führt auch an der wohl bekanntesten Sehenswürdigkeit Helgolands vorbei - der "Langen Anna", einem schmalen roten Buntsandsteinblock.

Strandurlaub und Robben-Watching auf der "Düne"

Videos
01:35
NDR//Aktuell

Babyboom bei den Kegelrobben auf Helgoland

10.12.2018 14:00 Uhr
NDR//Aktuell

Die Kegelrobben auf Helgoland dürfen sich über reichlich Nachwuchs freuen, Beobachter gehen von einem Rekordjahr aus. Doch das Naturschauspiel zieht auch die Touristen an. Video (01:35 min)

Während die Hauptinsel aus Fels besteht, ist die Nachbarinsel "Düne", die mit einer Fähre zu erreichen ist, ein kleines Strand- und Badeparadies. Hier finden Urlauber abseits vom Tagestourismus Ruhe und können Spaziergänge unternehmen und im Sommer echten Strandurlaub machen. Dabei müssen sie sich den Platz nicht selten mit einigen Kegelrobben teilen. Die Tiere leben hier in einer großen Kolonie und haben keine Berührungsängste, da seit den 70er-Jahren ein Jagdverbot für sie gilt.

Kegelrobben sind neben Seehunden die zweite Robbenart an deutschen Küsten, kommen allerdings viel seltener vor. Seit Mitte der 90er-Jahre bringen die Tiere, die in den 80er-Jahren kaum noch in der Deutschen Bucht anzutreffen waren, in den Monaten November und Dezember ihre Jungen auf der Düne zur Welt. Bis auf 30 Meter können sich Besucher den Robben nähern. Naturschützer sorgen dafür, dass dieser Abstand eingehalten wird, um die Tiere nicht zu stören.

Naturereignis: Lummensprung auf Helgoland

Ein weiteres besonderes Naturspektakel erwartet Gäste jeweils im Juni. Beim sogenannten Lummensprung verlassen die wenige Wochen alten Küken der Trottellummen ihre Nester und springen von dem "Roten Felsen" bis zu 40 Meter in die Tiefe. Die Vögel sind in diesem Alter noch flugunfähig und landen in den Wellen der Nordsee oder im Felswatt. Die Elterntiere versorgen die Nachkommen auf dem Meer mit Nahrung. Interessierte können den Lummensprung vom Klippenweg aus beobachten. Mitarbeiter des Vereins Jordsand beantworten Fragen und stellen Ferngläser zur Verfügung. Neben den Lummen können Vogelbegeisterte auch Dreizehenmöwen, Eissturmvögel und Basstölpel auf Helgoland beobachten.

Mekka für Vogel- und Meeresforscher

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Helgoland ist der einzige Platz in Deutschland, wo es auch Basstölpel gibt.

Die vielfältige Vogelwelt der Insel beschäftigt auf Helgoland auch Wissenschaftler. So betreibt die Vogelwarte Helgoland Grundlagenforschung und untersucht den Vogelzug. Auch die Unterwasserwelt rund um Helgoland ist vielfältig und reich, das Tauchen allerdings nur zu Forschungszwecken erlaubt. Das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung unterhält auf der Insel die Biologische Anstalt Helgoland, die sich der meeresbiologischen Forschung widmet. Bis Ende 2014 gehörte zur Anstalt auch ein öffentlich zugängliches Aquarium, das jedoch wegen dringenden Sanierungsbedarfs schließen musste. Derzeit wird die denkmalgeschützte Anlage umgebaut und modernisiert. Ein Termin für die Neueröffnung steht noch nicht fest.

Schlemmen und shoppen

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Zahlreiche Geschäfte locken auf der Insel mit zollfreien Waren.

Auch kulinarisch hat Helgoland eine Besonderheit zu bieten: Zu den Spezialitäten gehört neben fangfrischem Seefisch und Hummer der Helgoländer Knieper. Die Scheren des Taschenkrebses sind eine Köstlichkeit, die Besucher unbedingt probieren sollten. Außerdem ist die Insel ein Einkaufsparadies, denn sie ist zollfreie Zone und von der Mehrwertsteuer befreit. Ob Alkohol, Parfümerie-Artikel, Mode, Uhren, Schmuck oder Zigaretten - das Angebot günstiger Artikel ist groß. Vor allem im Sommer lockt das zollfreie Einkaufen zahlreiche Tagesausflügler an. Wer die Insel in aller Ruhe am Morgen oder Abend genießen möchte, sollte eine Übernachtung einplanen.

Spannende Inselgeschichte erleben

Die Geschichte Helgolands ist wechselvoll und zum Teil dramatisch - im Zweiten Weltkrieg wurde die Insel bombardiert und 1947 sprengten die Briten einen Großteil, um die Militäranlagen zu vernichten. Das Inselmuseum, das gleich hinter dem Meerwasser-Schwimmbad liegt, informiert anhand von Bildern und Objekten über diese Ereignisse. Zum Museum gehört auch eine Reihe bunter, nachgebauter Hummerbuden. Sie zeigen verschiedene Ausstellungen, etwa zur Post- oder Seebadgeschichte. Drei der Buden beherbergen das James Krüss Museum. Der Kinderbuchautor, der unter anderem die Geschichte von "Timm Thaler" verfasst hat, wurde auf Helgoland geboren und verbrachte dort seine Kindheit und Jugend. Eine weitere Besonderheit sind die Börteboote aus massiver Eiche. Seit 200 Jahren transportieren die offenen Boote Touristen von den vor Anker liegenden Fahrgastschiffen die letzten Meter zur Insel. 2018 wurden sie in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen. Allerdings legen immer mehr Schiffe direkt im Hafen an.

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Die moderne "MS Helgoland" verkehrt täglich zwischen Cuxhaven und der Insel.

Wer sich für die Inselgeschichte interessiert, kann auch einem ausgeschilderten Geschichtspfad folgen, der zu 16 Stationen mit Infotafeln und QR-Codes führt. Eine kostenlose Broschüre über den Pfad ist bei der Tourist-Information erhältlich. Außerdem bietet die Helgoland-Touristik mehrmals wöchentlich eine Führung durch das unterirdische Bunkersystem an. Eine Voranmeldung ist notwendig (Telefon 04725 / 813 70).

Anreise

Ganzjährig verkehrt die Fähre "MS Helgoland" täglich zwischen Cuxhaven und der Insel (Fahrtzeit etwa zwei Stunden). Von verschiedenen Orten an der Nordseeküste, darunter Amrum, Büsum und Bremerhaven, fahren außerdem während der Saison (April bis Ende Oktober) Seebäderschiffe. Für besonders Eilige gibt es einen schnellen Katamaran. Er fährt von April bis Mitte Oktober ab Hamburg, Wedel und Cuxhaven. Die Fahrt dauert von Hamburg knapp vier Stunden, von Cuxhaven nur gut eine Stunde. Noch schneller geht es mit dem Flugzeug: Von Cuxhaven/Nordholz oder Heide/Büsum erreicht man den Flugplatz auf der Düne in gut 20 Minuten.

Karte: Insel Helgoland
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Dieses Thema im Programm:

NDR//Aktuell | 10.12.2018 | 14:00 Uhr

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