Stand: 03.07.2020 14:26 Uhr  - Nordtour

Borkum: Hochseeklima im Wattenmeer

Gut zwei Stunden dauert die Überfahrt mit der Fähre von Emden auf die größte und westlichste der Ostfriesischen Inseln, Borkum. Während der Fahrt können sich Besucher langsam auf die Insel und ihr Klima einstimmen. Denn neben Helgoland kann Borkum als einzige deutsche Insel mit Hochseeklima punkten. Die pollenarme, jodhaltige Luft ist ideal zum Durchatmen.

Eine Kutschfahrt an Borkums Wasserkante

Nordtour -

Seit Ende Juni ist die Corona-bedingte Reisebeschränkung aufgehoben und ein Ausflug auf Borkum wieder erlaubt. Wer möglichst viel sehen will, sollte mit Ommo Akkermann eine Kutschfahrt machen.

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Borkumer Wanderwege führen durch abwechslungsreiche Natur

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Der lange, breite Sandstrand lockt viele Urlauber auf die Insel.

Borkum bietet weitaus mehr als gesunde Luft und schöne Strände: eine abwechslungsreiche Natur mit Dünen, Wald, Heide und Watt sowie eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt. Zu den Besonderheiten gehören Greifvögel und seltene Orchideen. Rund 130 Kilometer markierte Wander- und Radwege führen über die Insel. Wer Ruhe sucht, sollte das dünn besiedelte Ostland besuchen - ideal um die Natur zu genießen.

Kann man auf Borkum mit dem Auto fahren?

Im Unterschied zu anderen Ostfriesischen Inseln fahren auf Borkum auch private Autos. Urlauber können ihren Pkw auf der Fähre mitnehmen. Allerdings bestehen in der Saison von April bis Ende Oktober Fahrverbote für das Zentrum und nachts auch für weite Teile des Hauptortes der Nordseeinsel. Als Alternative zum Auto bieten sich Fahrräder und E-Bikes an, die an vielen Stellen auf der 31 Quadratkilometer großen Insel vermietet werden. Außerdem pendelt regelmäßig ein Bus zwischen Fährhafen, Zentrum und Ostland. Die nostalgische Inselbahn ist ein beliebtes Verkehrsmittel zwischen Innenstadt und Hafen.

Den Nationalpark Wattenmeer entdecken

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Die "Borkumriff" liegt im Neuen Hafen. An Bord ist eine Ausstellung über das Wattenmeer zu sehen.

Teile von Borkum und des angrenzenden Wattenmeers gehören zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und zum UNESCO Weltnaturerbe. Dort leben unter anderem viele Vogelarten sowie Seehunde. Verschiedene Ausflüge unter professioneller Führung bieten Gelegenheit, diese einzigartige Natur zu erkunden. Umfangreiche Informationen erhalten Urlauber auch auf dem ehemaligen Feuerschiff "Borkumriff", das im Neuen Hafen liegt. Das rot-weiße Schiff ist zugleich technisches Denkmal und Informationsstelle für den Nationalpark. Eine Führung auf der "Borkumriff" dauert rund eine Stunde.

Im Nordsee-Aquarium an der westlichen Promenade können Besucher die Unterwasserwelt vor Borkum kennenlernen.

Geschichte
05:15
Nordseereport

Walfang: Von Borkum ins Nordmeer

Nordseereport

Im 17. und 18. Jahrhundert machten sich auch Borkumer auf die gefährliche Reise in die Arktis, um Wale zu jagen. Video (05:15 min)

Walfänger und Urlauber bringen Wohlstand nach Borkum

Das Heimatmuseum "Dykhus" dokumentiert die interessante kulturelle Vergangenheit Borkums. Zu den besonderen Exponaten gehört ein komplettes Pottwalskelett. Der Walfang, der im 18. Jahrhundert seine Blütezeit hatte und den Einwohnern zu etwas Wohlstand verhalf, spielte bei der Entwicklung der Insel eine wichtige Rolle. Nach dessen Ende versank Borkum zunächst in Armut, viele Menschen verließen die Insel. 1834 kamen die ersten Badegäste, 1850 erfolgte die Anerkennung als Nordseebad. Seitdem ist Tourismus der wichtigste Wirtschaftszweig der Insel mit rund 5.200 Einwohnern.

Westlichste Osfriesische Insel mit wichtigem Leuchtturm

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Mit gut 60 Metern Höhe überragt der Neue Leuchtturm im Westen alle anderen Gebäude auf Borkum.

Mit seiner exponierten Lage am westlichen Rand der ostfriesischen Inselgruppe ist Borkum ein wichtiger Orientierungspunkt für die Schifffahrt in der Deutschen Bucht. Seezeichen und Leuchttürme spielen daher bis heute eine große Rolle. Der Neue Leuchtturm wurde 1879 aus schwarzbraunen Ziegelsteinen erbaut und ist noch immer in Betrieb. Er dient zum einen als Tagesmarke, zum anderen als sogenanntes Seefeuer. Nachts orientieren sich Schiffe vor der Emsmündung an ihm. 315 Stufen führen auf die Plattform, die in der Saison für Besucher geöffnet ist und einen tollen Blick über die Insel bietet.

Neue Aufgaben für alte Borkumer Leuchttürme

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Der rot-weiße "elektrische Leuchtturm" zählt zu den beliebtesten Fotomotiven auf der Insel.

Knapp 28 Meter hoch und rot-weiß-gestreift ist der kleine, elektrische Leuchtturm. Er wurde 1889 im Südwesten Borkums auf einer Düne errichtet und war der erste für den elektrischen Betrieb gebaute Leuchtturm in Deutschland. Seit 2003 ist er nicht mehr in Betrieb, da das Fahrwasser, für das er bestimmt war, inzwischen von einer Sandbank blockiert wird. Stattdessen dient er als Träger für ein Radarsystem. Der markante Alte Leuchtturm auf dem Walfängerfriedhof erfüllt heute ebenfalls einen anderen Zweck. Der quadratische Backsteinbau gehört dem Heimatverein Borkum e.V., der ihn umfassend renoviert hat und dort eine Ausstellung zeigt. Im ehemaligen Turmwärterhaus, dem Toornhuus, wurde unter anderem ein Raum für traditionelle ostfriesische Teestunden eingerichtet.

Tourismus auf Allergiker eingestellt

Menschen, die unter Allergien leiden, finden auf Borkum beste Bedingungen für einen Urlaub. Die Europäische Stiftung für Allergieforschung (ECARF) hat das Heilbad 2013 als erste Insel in Europa als allergikerfreundlich zertifiziert. Rund 180 Unterkünfte mit zusammen gut 2.000 Betten sowie zahlreiche Einzelhändler dürfen mit einem Siegel werben. Sie haben unter anderem ihre Einrichtung an die Bedürfnisse von Allergikern angepasst und weisen die Inhaltsstoffe von Lebensmitteln aus.

Anreise mit der Fähre

Die Überfahrt nach Borkum beginnt in Emden und dauert mit der Fähre gut zwei Stunden, mit einem Katamaran nur eine Stunde. Die Fährverbindung aus dem niederländischen Eemshaven benötigt 50 Minuten. Die Fähren transportieren auch Autos und Fahrräder. Wer sein Auto nicht mit auf die Insel nehmen möchte, kann es am Hafen in Emden oder Eemshaven auf Parkplätzen oder in Garagen gegen Gebühr abstellen.
Passagiere, die ohne Auto anreisen, steigen direkt am Anleger auf Borkum in die Inselbahn, die sie in den Ortskern bringt. Der Fahrpreis ist im Fährticket enthalten.

Die Bahn sowie Fernbusse bringen Reisende ebenfalls zum Fähranleger in Emden. Außerdem gibt es Flugverbindungen von Emden und Hamburg.

Karte: Die Insel Borkum
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Sie brüten auf der ostfriesischen Insel Borkum: die seltenen Seeregenpfeiffer. Aufgrund der sandfarbenen Tarnung sind sie schwer zu entdecken. Unterwegs mit zwei Rangern. Video (03:14 min)

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Wildes Borkum

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Borkum ist die größte der sieben Ostfriesischen Inseln. Weit über die Hälfte der Fläche steht unter Naturschutz und bietet Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen. Video (28:31 min)

Dieses Thema im Programm:

Nordtour | 04.07.2020 | 18:00 Uhr

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