Stand: 05.11.2019 14:51 Uhr

Hildesheim: Welterbe-Kirchen und Fachwerk

Prächtige Fachwerkhäuser und die romanischen Kirchen St. Michaelis und St. Mariä Himmelfahrt, die beide zum UNESCO-Welterbe zählen: Hildesheim gehört zu den kulturhistorisch interessantesten Städten Norddeutschlands. Bei einem Bummel durch die Innenstadt darf der Marktplatz nicht fehlen, die gute Stube der 100.000-Einwohner-Stadt. Rings um den sogenannten Rolandbrunnen stehen stattliche Häuser mit schmucken Fassaden.

Baukunst am Hildesheimer Marktplatz

Wiederaufbau nach dem Weltkrieg

Zu den architektonischen Highlights zählt das Knochenhauer-Amtshaus. Das ehemalige Gildehaus der Fleischer (Knochenhauer) entstand 1529 im Stil der Gotik und Renaissance. Wegen der reichhaltigen Schnitzereien gilt es als einer der schönsten Fachwerkbauten weltweit. Wie viele historische Gebäude am Marktplatz und in der gesamten Stadt lag es nach dem Zweiten Weltkrieg in Schutt und Asche. Erst 1989 wurde das Knochenhauer-Amtshaus originalgetreu wiederaufgebaut und beherbergt jetzt das Stadtmuseum.

Tempelhaus und Rathaus

Zwei einzigartige Türme und ein Renaissance-Erker prägen das Tempelhaus. Das frühgotische Patrizierhaus wurde um 1350 erbaut, beim Bombenangriff am 22. März 1945 ebenfalls beschädigt, aber bereits 1952 wieder aufgebaut. Heute befinden sich in dem Gebäude das Besucherzentrum Welterbe und die Touristinformation. An der Ostseite des Marktplatzes beeindruckt das Rathaus mit Arkadengang. Mehrmals täglich erklingt an der Sandstein-Fassade ein Glockenspiel. Wie massiv Hildesheim im Krieg zerstört wurde, zeigen weite Teile der Innenstadt: Schlichte Gebäude aus den 50er- und 60er-Jahren prägen das Bild.

Mariendom: Gotteshaus voller Kunstschätze

Bekannt ist Hildesheim aber vor allem wegen seiner historischen Gotteshäuser. Im Zuge der Christianisierung gründete Kaiser Ludwig der Fromme im Jahr 815 das Bistum Hildesheim und ließ dort eine kleine Kirche errichten. 37 Jahre später wurde sie unter Bischof Altfrid zu einem Dom erweitert und Anfang des 11. Jahrhunderts reich mit Kunstwerken ausgestattet. 1046 fiel der Dom einem Stadtbrand zum Opfer.

Hildesheimer Dom

Hildesheim: Ein Dom und seine Schätze

Er ist ein Paradebeispiel für eine romanische Kirche und birgt einzigartige Kunstschätze: Das macht den 1.200 Jahre alten Hildesheimer Dom zur Weltkulturerbestätte. mehr

Bischof Hezilo ließ das Gotteshaus im 11. Jahrhundert wieder aufbauen und erweitern. In dieser Epoche entwickelte sich die Domschule des Bistums Hildesheim zu einer bedeutenden Ausbildungsstätte im deutschen Sprachraum. Aus ihr gingen zahlreiche Gelehrte wie Kaiser Heinrich II. hervor. 1945 wurde auch der Mariendom bei der Bombardierung Hildesheims größtenteils zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte zwischen 1950 und 1960, 1985 ernannte die UNESCO das Bauwerk zusammen mit der St.-Michaelis-Kirche zum Weltkulturerbe. Bis heute beherbergt der Dom bedeutende Kunstschätze, darunter ein Taufbecken aus dem 13. Jahrhundert, die berühmte bronzene Bernwardtür aus dem Jahr 1015 sowie ein goldener, runder Leuchter aus dem 11. Jahrhundert - der sogenannte Heziloleuchter.

St. Michaelis: Formvollendet und einzigartig

Michaeliskirche

St. Michaelis: Hildesheims romanische Gottesburg

Von außen festungsartig, von innen lichtdurchflutet: Wegen ihrer harmonischen romanischen Architektur zählt die Michaeliskirche zum UNESCO-Welterbe.Tipps für einen Besuch. mehr

Das zweite bedeutende Gotteshaus Hildesheims ist die mehr als 1.000 Jahre alte Michaeliskirche. Im Jahr 1010 legte Bischof Bernward den Grundstein für St. Michaelis. Die frühromanische Kirche gilt als bedeutendes architektonisches Meisterwerk nördlich der Alpen. Typisch für den Kirchenbau, der wie eine Burg auf einem Stadthügel thront, sind die klaren geometrischen Formen, die sich auch im Inneren fortsetzen. Als besonderes Kunstwerk gilt die um 1225 entstandene Holzdecke. Sie besteht aus 1.300 bunt bemalten Eichenbrettern und zeigt den sogenannten Jessebaum, den Stammbaum Christi. Die Bilderdecke ist in ihrer Art nahezu einzigartig in Europa.

Andreaskirchturm: Blick über die ganze Stadt

Weit über die Dächer der Stadt erhebt sich der höchste Kirchturm Niedersachsens: der Turm von St. Andreas. Das Wahrzeichen misst 114,5 Meter und bietet von seinen Aussichtsplattformen einen tollen Rundblick über Hildesheim und bis zum Harz. Der Weg nach oben führt über 364 Stufen, vorbei am Glockenstuhl in 44 Metern Höhe und dem alten mechanischen Werk der Turmuhr. Die höchste Plattform für Besucher liegt 75 Meter über dem Kirchplatz.

Auf der Rosenroute durch Hildesheim

Die Rosenroute weist Besuchern - in Form eingelassener Pflastersteine mit Rosenmotiv - den Weg zu den Sehenswürdigkeiten. Eine begleitende Broschüre mit Beschreibungen hält die Touristinformation der Stadt bereit.

Roemer- und Pelizaeusmuseum: Schätze aus Ägypten

Bild vergrößern
Der Sarg der Mumie Penju gehört zu den altägyptischen Schätzen des Museums.

Hinter dem Doppelnamen des Roemer- und Pelizaeusmuseums stehen die Familiennamen der Begründer: Hermann Roemer und Wilhelm Pelizaeus. Die beiden Hildesheimer stifteten ihre Sammlungen der Stadt und schufen so die Grundlage für das Museum. Das 1844 gegründete Haus ist berühmt für seine Altägypten-Sammlung, die zu den bedeutendsten weltweit gehört und mehr als 8.000 Objekte umfasst. Darüber hinaus beherbergt es Schätze aus dem alten Peru, chinesisches Porzellan und eine umfangreiche paläontologische Sammlung. Sie zeigt unter anderem Fossilien aus der Jura-Zeit und Skelette von Fisch- und Flugsauriern.

Magdalenengarten: Im Zeichen der Rose

Zu den ältesten Parkanlagen Niedersachsens gehört der barocke Magdalenengarten im Stadtzentrum. Der Hauptteil des Parks besteht aus acht Quadraten, von denen vier ein Rosarium bilden. Rund 1.800 Rosensträucher sind im Herzstück des einstigen Klostergartens zu bewundern. Neben den edlen Blumen wachsen dort 100 verschiedene Baum- und Straucharten. Im angeschlossenen Museum können sich Besucher über die Kulturgeschichte der Rose informieren.

Deutlich bekannter ist der 1.000-jährige Rosenstock im Innenhof des Doms. Wenn er im Frühsommer blüht, lockt er zahlreiche Besucher an.

Blick aus der Vogelperspektive über Hildeheim. Im Zentrum des Bildes ragt der Hildesheimer Dom in den Himmel.

Hildesheim - Fachwerk und UNESCO-Welterbe

Mein Nachmittag -

Fachwerkhäuser, Mariendom und Andreaskirchturm - Hildesheim bietet einige Schätze, die zum UNESCO-Welterbe gehören. NDR Reporter Sven Tietzer besucht die niedersächsische Stadt.

4,15 bei 13 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Karte: Sehenswürdigkeiten in Hildesheim
Weitere Informationen

Kulturhauptstadt 2025: Hildesheim will's werden

Am Mittwoch haben sich alle Kommunen des Landkreises Hildesheim hinter die Bewerbung der Stadt als Kulturhauptstadt gestellt. Für die Region sei die Bewerbung ein Gewinn. mehr

04:30
Nordtour

Hildesheim: Die Schätze aus dem Dommuseum

Nordtour

Bischof Bernward hat vor mehr als 1.000 Jahren den Grundstock für die Sammlung des Hildesheimer Dommuseums gelegt. Nach dem Besuch gibt es im "Kleinen Röstwerk" Kaffee und Kuchen. Video (04:30 min)

03:34
Hallo Niedersachsen

Dommuseum: In Zeitlupe gegen den Zeitdruck

Hallo Niedersachsen

Vor der Eröffnung der Ausstellung "Zeitenwende 1400" steigt der Druck im Dommuseum Hildesheim - trotzdem wird in Ruhe weitergearbeitet. Mit kostbaren Exponaten muss man behutsam umgehen. Video (03:34 min)

Norddeutschlands UNESCO-Welterbe entdecken

Alte Hansestädte, das Wattenmeer, die Wikingersiedlung Haithabu: Zwölf norddeutsche Stätten haben es auf die UNESCO-Welterbe-Liste geschafft. Sie sind spannende Ausflugsziele. mehr

Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 08.11.2019 | 16:20 Uhr

Urlaubsregionen im Norden

Mehr Ratgeber

11:06
Mein Nachmittag
12:41
Mein Nachmittag
08:12
Mein Nachmittag