Stand: 15.01.2020 11:34 Uhr

Wandern im Naturschutzgebiet Höltigbaum

Eduard Valentin hat uns das Bild vom Naturschutzgebiet Höltigbaum geschickt. © Eduard Valentin Foto: Eduard Valentin
Die offene Wiesenlandschaft erinnert an eine Savanne.

Vom Truppenübungsplatz zum Naherholungsgebiet und Naturidyll: Im Nordosten Hamburgs und angrenzenden Schleswig-Holstein liegt das Naturschutzgebiet Höltigbaum. Sanfte Hügel und offene Wiesenflächen, kleine Wallhecken und Bäche prägen die Kulturlandschaft. Dass sich dort die Natur ausbreiten konnte, verdankt die etwa 5,6 Quadratkilometer große Fläche dem Militär. Bereits 1937 legte die Wehrmacht einen Exerzierplatz an, später übernahm die Bundeswehr das Gelände und nutzte es bis 1995 als Übungsplatz. Dabei entstanden die bis heute vorherrschenden Landschaftsformen. Noch immer sind Betonstraßen und Spurrillen von Panzern zu erkennen.

Offene Weideflächen im Naturschutzgebiet Höltigbaum in Hamburg. © Behörde für Umwelt und Energie

AUDIO: Wandern im Naturschutzgebiet Höltigbaum (3 Min)

Viele seltene Vögel und Falter

Von der Militärpräsenz unbeeindruckt, siedelten sich zahlreiche seltene Tiere und Pflanzen am Höltigbaum an. Neben Vogelarten wie Neuntöter, Goldammer und Steinschmätzer wurden mehr als 200 verschiedene Falter gezählt. Die unterschiedlichen Landschaftsformen bieten auch gute Bedingungen für verschiedene Pflanzenarten vom Magerrasen bis zu wilden Apfel- und Birnbäumen.

Rinder grasen auf den Wilden Weiden

Ein Galloway-Rind liegt auf einer Weide im Hamburger Naturschutzgebiet Höltigbaum. © Stiftung Natur im Norden
Galloway-Rinder und andere Weidetiere sorgen dafür, dass die Graslandschaft erhalten bleibt.

Um das offene Grasland zu erhalten, weiden ganzjährig Galloway- und Highland-Rinder sowie Schafe auf den sogenannten Wilden Weiden. Die Tiere verhindern, dass höhere Pflanzen die Oberhand bekommen und sich die natürliche Vegetation mit Eichen- und Buchenwäldern ausbreiten kann.

Sumpfige Täler aus der Eiszeit

Direkt an den Höltigbaum grenzen das Stellmoorer und das Ahrensburger Tunneltal. Beide sind ebenfalls Naturschutzgebiete, unterscheiden sich jedoch vom Höltigbaum, da sie überwiegend von Feuchtgebieten geprägt sind. Die sumpfigen Tunneltäler entstanden, als in der jüngsten Eiszeit Schmelzwasser von Gletschern abfloss und sich in die Landschaft grub.

Auf Rundwegen die Natur erkunden

Galloway-Rinder liegen auf einer Weide im Hamburger Naturschutzgebiet Höltigbaum. © Stiftung Natur im Norden
Auf Rundwegen können Besucher das Gelände erkunden und dabei den Weidetieren begegnen.

Besucher können die Naturschutzgebiete bei einer Wanderung auf einem neun Kilometer langen Rundweg kennenlernen. Alternativen sind drei kürzere Runden mit den Namen "Entdeckerpfad", "Gletscherspur" und "Gallo-Way". Das Besucherzentrum Haus der Wilden Weiden im Süden des Höltigbaums in Hamburg-Rahlstedt informiert über die Besonderheiten der Touren. Eine Ausstellung erklärt die Entstehung des Gebiets, das Konzept der Beweidung und die biologische Vielfalt. In einem weitläufigen Schaugehege leben Bentheimer Landschafe, Waldziegen und Rinder.

Radfahrer und Inlineskater kommen auf den breiten Betonstraßen im Höltigbaum gut voran, für Hunde gibt es eine große Auslauffläche.

Haus der Wilden Weiden

Eichberg 63
22143 Hamburg-Rahlstedt
Tel. (040) 18 04 48 60 10

Öffnungszeiten: April - Oktober
aktuelle Informationen auf der Website des Infozentrums

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Dieses Thema im Programm:

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