Stand: 20.06.2019 11:39 Uhr

Ein Museum, in dem die Sinne verrücktspielen

von Irene Altenmüller, NDR.de
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Furchterregend groß und zwergenklein: Im Ames-Raum geraten die Größenverhältnisse durcheinander.

Ist das Leben nur eine Illusion? Falls ja, könnte das ziemlich unterhaltsam sein. Das lässt zumindest das Museum der Illusionen in Hamburg vermuten: Schon am Eingang ist lautes Lachen aus den Räumen zu hören - still und zurückhaltend wie in anderen Museen geht es hier jedenfalls nicht zu. Ausprobieren und Fotografieren sind ausdrücklich erlaubt.

Gleich hinter dem Eingang stoßen Besucher auf die ersten verblüffenden Täuschungen: Hängt das Bild flach an der Wand oder steht etwas heraus? Verfolgt das Porträtbild wirklich jeden Schritt der Besucher? Und bewegen sich die Farbpunkte tatsächlich oder flimmert und wabert es nur vor den eigenen Augen? Ein Highlight für Kinder gleich zu Beginn des Rundgangs ist der sogenannte Ames-Raum, den der US-amerikanische Augenarzt und Psychologe Adelbert Ames Jr. 1946 entwickelt hat. Durch seine Schrägen geraten die Größenverhältnisse durcheinander und die Erwachsenen schrumpfen optisch auf Zwergengröße.

Ein Bild mit einer optischen Illusion im Museum der Illusionen, Hamburg. © NDR Foto: Irene Altenmüller

Museum der Illusionen Hamburg

Ausflugstipps – Entdecke den Norden -

Verblüffende Täuschungen, spitze Schreie, lautes Lachen: Ein Besuch im Museum der Illusionen ist ein Fest für die Sinne und eignet sich gut für einen Familienausflug.

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Schwindelerregende Gefühle im Vortex-Tunnel

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Wenn sich die beleuchtete Tunneldecke dreht, kommen Schwindelgefühle auf.

Spitze Schreie dringen aus dem sogenannten Vortex-Tunnel. Beim Betreten wird schnell klar, warum: Auf einem scheinbar schwankenden Steg bewegt man sich durch einen Tunnel, an dessen Wänden rotierende Lichter verlaufen - mit krassen Auswirkungen auf die Sinne: Nach kurzer Zeit wird einem schwindlig, viele Besucher sind daher froh, beim Verlassen des Tunnels wieder festen Boden unter den Füßen zu haben.

Optischen Täuschungen auf der Spur

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Auf den Bildern können Besucher den optischen Täuschungen näher auf den Grund gehen.

Der Schwindel ist kaum abgeklungen, schon spielen weitere Illusionen dem Gehirn Streiche. Optische Täuschungen führen in die Irre: Wie ist es möglich, dass zwei Schachteln, die vollkommen unterschiedlich erscheinen, die gleichen Maße haben? Und warum treten nach längerem Hinsehen aus den verwirrenden Mustern sogenannter Stereogramme plötzlich dreidimensionale Figuren hervor? Tafeln neben den Bildern geben kurze Erklärungen zu den optischen Phänomenen.

Blick in die Unendlichkeit

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Einsame Pokerrunde: Statt gegen echte Gegner tritt man hier gegen das eigene Spiegelbild an.

Verblüffende Effekte lassen sich auch mit Spiegeln hervorrufen. Wie wäre es etwa mit einer Runde Poker mit sich selbst? Raffiniert aufgestellte Spiegel machen es möglich - Bluffen ist bei dieser Konstellation allerdings wenig spaßig. Gleich nebenan befindet sich der "unendliche Raum", in dem alle Wände komplett mit Spiegeln ausgekleidet sind. Auf diese Weise wird das eigene Spiegelbild bis ins Unendliche reproduziert.

Knobelspiele bereiten Kopfzerbrechen

Neben den insgesamt rund 50 Objekten und Räumen, die beim Rundgang unsere Wahrnehmung herausfordern, laden Dutzende Knobel- und Denkspiele, wie etwa Würfel- und Legepuzzles, zum Herumprobieren ein. Nicht nur die Sinne, auch das Gehirn und das räumliche Denken bekommen also einiges zu tun.

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Denksport und optische Spielereien: Das Museum bietet Unterhaltsames für jede Altersgruppe.

Ob beim Herumknobeln oder beim Staunen über die überraschenden optischen Effekte: Erwachsene und Kinder haben im Museum der Illusionen gleichermaßen Spaß, deshalb eignet es sich hervorragend für einen Familienausflug. Besucher sollten mindestens eineinhalb bis zwei Stunden einplanen, damit noch Zeit bleibt, einige der teilweise recht kniffligen Spiele auszuprobieren. Auf jeden Fall sollten sie eine Kamera oder ein Smartphone dabeihaben, denn einige Täuschungen entfalten ihre verblüffende Wirkung erst auf einem Foto.

Museum der Illusionen

Lilienstraße 14-16
20095 Hamburg
Tel. (040) 30 70 71 05
Offizielle Website

Öffnungszeiten:
täglich 10 - 20 Uhr

Ab 18 Uhr wird es leerer

Das Museum befindet sich nur wenige Minuten vom Hamburger Hauptbahnhof entfernt im Erdgeschoss eines Bürohauses und hat täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet.

Da die Räume relativ klein sind und es vor allem an den Wochenenden recht voll werden kann, empfiehlt sich für einen Besuch die Zeit ab 18 Uhr. Dann wird es deutlich ruhiger und man hat ausreichend Platz, um Attraktionen wie den Ames-Raum oder den Vortex-Tunnel entspannt und ohne Gedränge zu erleben.

NDR Moderatorin Julia-Niharika Sen im Museum der Illusionen in Hamburg. Nur ihr Kopf ist zu sehen, der auf einem Teller liegt. © NDR

Museum der Illusionen spielt mit unseren Sinnen

Rund um den Michel -

Im Museum der Illusionen in der Hamburger Lilienstraße können Besucher faszinierende optische Täuschungen erleben. Julia-Niharika Sen spricht mit Leiterin Julia Raczkowska.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Plus | 21.06.2019 | 07:30 Uhr

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