VIDEO: Tomaten aus Samen vorziehen (5 Min)

Tomaten vorziehen: So gelingt die Aussaat

Stand: 28.02.2024 17:07 Uhr

Wer Tomaten vorziehen möchte, sollte bei der Aussaat auf den richtigen Zeitpunkt achten. Der Zeitraum bis zum Auspflanzen ins Freiland sollte nicht zu lang sein. Worauf kommt es beim Säen an?

Tomaten zählen zu den beliebtesten Gemüsesorten, wenn es um den Anbau im eigenen Garten geht. Zwar können sie auch als Jungpflanze gekauft und dann direkt ins Beet gepflanzt werden, doch das Vorziehen mit eigenen Samen hat große Vorteile: Saatgut ist wesentlich günstiger und die Auswahl der Sorten um ein Vielfaches größer. Wer sogenannte samenfeste Sorten verwendet, kann Tomaten aus Samen selbst vermehren. Das Saatgut ist mehrere Jahre haltbar.

Ab wann kann man Tomaten vorziehen?

Tomaten-Keimlinge wachsen in Anzuchttöpfen © imago images / Westend61
Tomaten sollten in der Regel nicht vor Mitte bis Ende März vorgezogen werden.

Auf den meisten Saatgutpackungen ist angegeben, dass Tomaten ab Ende Februar vorgezogen werden können. Das ist allerdings nur empfehlenswert, wenn man ein vor Frost geschütztes Gewächshaus besitzt. Die Jungpflanzen können dann im April dort weiterwachsen. Wer plant, die Tomaten draußen im Beet oder auf dem Balkon zu pflanzen, sollte mit dem Vorziehen besser bis Mitte/Ende März warten. Werden Tomaten zu früh im Jahr ausgesät, kann es passieren, dass sie bis zum Auspflanzen nach den Eisheiligen Mitte Mai lange, dünne Triebe entwickeln. Die Pflanzen entwickeln sich dann schlecht und sind eher schwach und anfällig für Krankheiten.

Werden Tomaten dagegen zu spät ausgesät, kann es passieren, dass sie bis zum Herbst nicht ausreichend Zeit hatten, um viele Früchte auszubilden. Die Ernte kann dann geringer ausfallen.

Weitere Informationen
Ein Gewächshaus steht in einem Garten. © NDR Foto: Udo Tanske

Gurken und Tomaten in einem Gewächshaus ziehen

Mit einem Trick wachsen Tomaten und Gurken trotz unterschiedlicher Ansprüche in nur einem Gewächshaus. So klappt es. mehr

Die richtige Erde und Anzuchttöpfe

Für das Säen von Tomaten braucht es nicht viel: Als Substrat eignet sich am besten Anzuchterde. Sie enthält wenig Nährstoffe, sodass die Pflanzen eher kräftig und kompakt und nicht zu schnell in die Höhe wachsen. Hochwertige Blumenerde kann ebenfalls verwendet werden - etwa, wenn die Pflanzen direkt in größere Gefäße gesät werden und dort längere Zeit wachsen sollen. So sind sie für spätere Wachstumsphasen bereits mit Dünger versorgt.

Als Pflanzgefäß eignen sich beispielsweise spezielle kleine Anzuchttöpfe, die es im Handel gibt. Sie lassen sich auch ganz einfach aus Pappe selbst herstellen. Auch Schalen, Töpfe oder andere Gefäße eignen sich, sofern sie ein Abzugsloch für überschüssiges Gießwasser haben.

Tomaten säen - so funktioniert es

Peter Rasch sät Samen aus. © NDR Foto: Udo Tanske
Eierkartons eignen sich bestens zur Anzucht.

Das Pflanzgefäß mit Erde füllen und darauf achten, dass die Erde überall möglichst gleich hoch verteilt ist. So wird vermieden, dass die Saat zu unterschiedlichen Zeitpunkten keimt. Beim Aussäen auf genügend Abstand zwischen den Saatkörnern achten, damit sich die jungen Tomatenpflanzen später nicht ins Gehege kommen. Er sollte etwa einen Zentimeter betragen.

Tomaten sind Lichtkeimer und sollten nur ganz leicht mit Erde bedeckt werden. Zum Verteilen der Erde eignet sich beispielsweise ein Sieb. Als Substrat dieselbe Erde wie für das Pflanzgefäß verwenden. Die Erde leicht andrücken und vorsichtig angießen oder mit einem Zerstäuber besprühen, damit die Saat nicht weggeschwemmt wird.

Tomaten nach der Aussaat auf die Fensterbank stellen

Um ein optimales Klima zum Keimen herzustellen, sollte das Anzuchtgefäß einen durchsichtigen Deckel bekommen, zum Beispiel von einem Mini-Gewächshaus, das man einfach selbst basteln kann. Den Deckel täglich für etwa zwei Stunden entfernen, damit sich kein Schimmel bildet. Die Erde sollte immer leicht feucht, aber nicht nass sein. Als Standort eignet sich eine Fensterbank an einem hellen Standort.

Die richtige Raumtemperatur

Junge Tomatenpflanzen in einem Anzuchtgefäß © PantherMedia Foto: vaivirga
Zum Keimen sollten im Raum zwischen 22 und 24 Grad herrschen.

Besonders wichtig ist die Raumtemperatur: Zum Keimen sollte sie am besten zwischen 22 und 24 Grad liegen. Denn: Je höher die Temperatur beim Keimen liegt, desto besser ist in der Regel später der Ertrag. Bei optimaler Temperatur sprießen die ersten Pflanzen bereits nach wenigen Tagen. Wenn sich die Keimblätter zeigen, sollten die Tomatenpflanzen kühler, bei etwa 18 Grad Raumtemperatur stehen. So wachsen sie nicht so stark in die Länge, sondern kräftig und kompakt.

Der Deckel des Mini-Gewächshauses kann dann entfernt werden. Wenn sich das zweite Blattpaar gebildet hat, können die jungen Pflanzen pikiert, also vereinzelt, werden. Danach kommen sie in einen größeren Topf mit normaler Blumenerde. Dort können sie weiterwachsen, bis sie Mitte Mai ins Freiland gepflanzt werden.

Weitere Informationen
Rote und grüne Tomaten am Strauch. © Colourbox Foto: Nataliia Zhekova

Tomaten pflanzen: So klappt es mit Anbau und Ernte

Ein sonniger und windgeschützter Standort ist ideal, um Tomaten zu pflanzen. Mit diesen Tipps fällt die Ernte reich aus mehr

Tomatenstecklinge wachsen in Pflanztöpfen. © NDR Foto: Udo Tanske

Tomaten durch Stecklinge vermehren: So einfach geht es

Tomatenpflanzen lassen sich ganz leicht durch Stecklinge vermehren. Dafür eignen sich die sogenannten Geiztreibe. mehr

Kleine Salat- und Tomaten-Setzlinge in schwarzen Anzuchttöpfen. © NDR Foto: Udo Tanske
5 Min

Tipps zur Aussaat und zur Anzucht neuer Pflanzen

Wie werden selbst gezogen Pflanzen schön kräftig? Was bringt Pflanzenlicht? Gärtner Peter Rasch hat die besten Tipps. 5 Min

Green Zebra © Sibylle Maurer-Wohlatz Foto: Sibylle Maurer-Wohlatz
41 Min

Podcast: So klappt es mit dem Anbau von Tomaten

Das Anziehen und der Anbau der Tomate sind nicht kompliziert. Jetzt kann mit der Aussaat auf der Fensterbank begonnen werden. 41 Min

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Gartenpodcast: Alles Möhre, oder was?! | 25.03.2024 | 18:00 Uhr

Schlagwörter zu diesem Artikel

Nutzgarten

Mehr Gartentipps

Rhabarberstangen wachsen aus der Erde heraus © imago images / Liedle

Rhabarber pflanzen, ernten und pflegen

Er ist pflegeleicht, wächst schnell und schmeckt lecker: Rhabarber. Beim Pflanzen kommt es auf den richtigen Standort an. mehr

Eine Blaumeise sitzt auf einem blühenden Forsythien-Zweig © picture alliance / blickwinkel Foto: M. Kuehn

Gartentipps für April

Zeit für die Neugestaltung: Gehölze lassen sich pflanzen, Rasen benötigt viel Pflege. Tipps für die Gartenarbeit im April. mehr

Frühlingsblumen in einer Kiste und Übertöpfen © fotolia Foto: Jeanette Dietl

Gartenkalender: Tipps von Januar bis Dezember

Jeden Monat gibt es im Garten etwas zu erledigen. Ein Überblick mit den wichtigsten Tipps, nach Monaten sortiert. mehr