Stand: 07.03.2017 17:03 Uhr

Anleitung: Pflanzenvermehrung durch Stecklinge

von Helge Masch

Neue, frische Pflanzen ohne dafür das Portemonnaie zücken zu müssen? Mit der Vermehrung durch Stecklinge ist das kein Problem. Die Vermehrung bietet sich bei Zimmerpflanzen, Sommerblumen und winterharten Stauden an. Daraus entstehen Pflanzen mit den gleichen Eigenschaften wie bei der Mutterpflanze.

Wann bietet sich die Stecklingsvermehrung an?

  • Grundsätzlich immer dann, wenn kein Saatgut zur Verfügung steht.
  • Wenn die Mutterpflanze aus einer Kreuzung zweier Pflanzen hervorgegangen ist. Aus Saat gezogene Jungpflanzen haben meistens nicht dieselben Eigenschaften.
  • Wenn die Aussaat sich schwierig gestaltet, da es sich um Kaltkeimer handelt.

Stecklinge in zwei Töpfen. © NDR Fotograf: Anna Rüter

Anleitung: Stecklinge richtig setzen

NDR 90,3 - Der Garten -

Viele Pflanzen lassen sich ganz einfach vermehren, etwa durch Kopfstecklinge oder Blattstecklinge. Wie das funktioniert, erklärt NDR 90,3 Gartenexperte Helge Masch.

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Wann bietet sich die Stecklingsvermehrung nicht an?

  • Wenn es sich um kranke Pflanzen handelt. Denn Viren und Bakterien werden bei der Stecklingsvermehrung übertragen.
  • Wenn die Pflanzen sehr stark verholzt sind. Es gibt auch die Möglichkeit, Steckhölzer anzufertigen.

Welche Möglichkeiten gibt es, Stecklinge zu gewinnen?

Alle Grundorgane der Pflanzen (Blatt, Spross und Wurzel) bieten die Möglichkeit zur Stecklingsvermehrung. Jedoch hat nicht jede Pflanze in jedem Grundorgan die Regenerationsfähigkeit, die notwendig ist, um Stecklinge erfolgreich zu bewurzeln.

 Stecklinge aus dem Spross:

  • Kopfstecklinge: Oberstes Ende eines Sprosses. Länge 2 bis 4 Blattknoten. Beispiele: Fuchsien, Geranien, Margeriten.
  • Teilstecklinge: Alle Stücke, die dem Kopfsteckling nach unten folgen. Gleiche Länge. Beispiel: Kletter- und Rankpflanzen wie zum Beispiel Efeu.

Beim Schneiden der Stecklinge aus dem Spross einen geraden Schnitt im rechten Winkel etwa ein Messerrücken unterhalb des Knotens "ziehend" durchführen. Das Gewebe muss noch weich sein. Beim Schneiden darf das Gewebe nicht gequetscht werden.

 Stecklinge aus dem Blatt

  • Blattstecklinge: Der Blattstiel wird mit dem ganzen Blatt in die Erde gesteckt. Beispiel: Usambaraveilchen
  • Blattteilstecklinge: Aus dem Blatt werden Segmente herausgeschnitten und in die Erde gesteckt. Beispiel: Knollenbegonien oder Drehfrucht. (Achtung: Große Schnittflächen bergen die Gefahr der Fäulnis.)

Auch bei Stecklingen aus dem Blatt muss sehr sauber geschnitten werden. Das Gewebe darf nicht gequetscht werden.

Stecklinge aus den Wurzeln

  • Wurzelstecklinge: Wurzelabschnitte von 3 bis 5 cm Länge werden in der Erde ausgelegt. Beispiel: Pflanzen (meistens Gartenpflanzen), die dazu neigen, sich über Ausläufer auszubreiten.
  • Knollenteilung: Die Knollen werden je nach Größe in 2 bis 4 Teile geschnitten und getopft. Beispiel: Knollenbegonien.
  • Vermehrung durch Zwiebelschuppen: Die Zwiebel wird vorsichtig auseinander gezogen und die Zwiebelschalen werden in Erde getopft. Beispiel Lilien.

Kopf-, Teil- und Blattstecklinge

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Eine aufgeschnittene PET-Flasche dient als Gewächshaus-Ersatz.

Nach dem Stecken in die Erde verdunsten die Stecklinge weiterhin Wasser über die Blätter. Durch das Fehlen der Wurzeln kann es zu Welke-Erscheinungen kommen. Hier hilft eine aufgeschnittene PET Flasche, die über die Stecklinge gestülpt wird. Im Innenraum der Flasche bildet sich jetzt eine hohe Luftfeuchtigkeit. Die Pflanzen verlieren so weniger Wasser. Einige Pflanzen wie Geranien und Pflanzen mit behaarten Blättern mögen keine hohe Luftfeuchtigkeit. Hier die Flasche ganz weglassen oder regelmäßig lüften.

Den Steckling einpflanzen und gießen

Damit der Steckling beim Pflanzen nicht umknickt, wird mit einem Schaschlikstab oder einem Nagel ein kleines Loch in die Erde gedrückt. Dieses sollte jedoch nicht zu tief sein. Die Schnittfläche des Stecklings muss Erdkontakt haben, um Wasser aufzusaugen. Nach dem Stecken kräftig angießen, so "schwemmt" der Steckling gut in der Erde ein.

Welche Erde eignet sich?

Es sollte ein humoses und torffreies Substrat sein. Bei Kakteen und anderen Sukkulenten kann bis zu 70 Prozent Sand untergemischt werden.

Wie lange dauert die Bewurzelung?

Dies hängt ganz von der Pflanze ab. Fleißiges Lieschen und Dreimasterblume wurzeln in zwei bis drei Wochen. Die Blattstecklinge des Bogenhanfes benötigen schon mal gut ein halbes Jahr, bis sich der neue Trieb zeigt.

Besonderheiten:

  • Blattstecklinge der Porzellanblume: Sie wurzeln sehr sicher, bleiben aber bewurzelte Blätter. Es bildet sich kein Trieb und somit auch keine Blüten.
  • Blattstecklinge von Zamioculcas: Sie treiben schneller aus, wenn man den Steckling nach etwa fünf Wochen aus der Erde nimmt. Es hat sich eine kleine Knolle gebildet, diese wird so eingepflanzt, dass sie noch Licht abbekommt.
  • Blattstecklinge von der gelbrandigen Bogenhanf-Sorte: Diese bilden nur rein grüne neue Blätter. Um den gelben Blattrand zu erhalten, muss man ein Stück des Rhizoms teilen.

Stecklinge im Wasserglas

Natürlich lassen sich viele Pflanzen auch sicher im Wasserglas bewurzeln. Sobald man größere Mengen vermehren möchte, ist die Vermehrung direkt in der Erde ökonomischer. Einige Pflanzen mit empfindlichen Wurzeln ersticken im Wasserglas. Hier ist dann eine sandige Erde gefragt.

zweifarbige Geranie  Fotograf: Udo Tanske

Der Garten im März

NDR 90,3 - Der Garten -

Viele Pflanzen lassen sich erfolgreich durch Stecklinge vermehren, zum Beispiel Geranien, Fuchsien und Oleander. NDR 90,3 Gartenexperte Helge Masch beantwortet Ihre Fragen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Der Garten | 07.03.2017 | 20:00 Uhr

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