Hände liegen auf der Tastatur eines Laptops, dessen Bildschirm einen Programmier-Code zeigt. © picture alliance/chromorange Foto: Andreas Poertner

"Coding da Vinci": Hackathon bringt Kultur ins Digitale

Stand: 22.10.2020 12:26 Uhr

Beim Hackathon "Coding da Vinci" sollen von diesem Wochenende bis Ende Januar Projekte entstehen, die Kunst und Kultur in den digitalen Raum bringen.

Wie kann ein solches Angebot aussehen, das Nutzern Werke zeigt, Informationen vermittelt und Geschichten erzählt, ohne ins Museum zu gehen und Ausstellungen zu besuchen? Zum Beispiel kann eine App historische Bilder mit Hilfe des Smartphones in die wahre, fühlbare Umgebung setzen und so nahezu greifbar machen. Oder Interessierte können sich auf einer Website spielerisch Kunstwerken nähern. All solche Mittel sind in Zeiten der Corona-Pandemie vielleicht noch wichtiger denn je.

Kick-off-Wochenende im Livestream

Bei "Coding da Vinci" können Designer, Programmierer, Gaming-Experten und Kulturaffine mitmachen. Die Anmeldung und Teilnahme sind kostenlos. Los geht es Freitag, 23. Oktober, mit dem Kick-off in die 14-wöchige Projekt-Zeit mit einer Veranstaltung im Netz. Eigentlich hätten die Macher, die Teilnehmer und die Kultureinrichtungen gemeinsam im Kulturzentrum Pavillon in Hannover gesessen, doch wegen der Pandemie wird das Programm im Livestream gezeigt.

Freie Daten von Kultureinrichtungen

Karteikarten aus der Schülerkartei der "Reichsvereinigung der Juden" liegen auf einem Kasten des Internationalen Suchdienstes. © picture alliance Foto: Peter Zschunke
Beim "Coding da Vinci" in Mainz vor zwei Jahren arbeiteten Teilnehmer mit Tausenden Karteikarten von Kindern und Jugendlichen aus der NS-Zeit.

Am Sonnabend und Sonntag stellen die teilnehmenden Kultureinrichtungen ihre Datensätze vor - also die Inhalte, die sie frei zur Verfügung stellen. Mit ihnen sollen die Teilnehmer arbeiten, die sich anschließend in Gruppen zusammenfinden, austauschen und Ideen entwickeln. Der Einsatz freier Daten und die gemeinsame Arbeit sind das besondere an dem Programmier-Marathon, der zum ersten Mal in Niedersachsen stattfindet. Die Kultureinrichtungen profitieren dabei genauso wie die Teilnehmer von neuen Ausstellungskonzepten wie intelligente Museen, dem Einsatz Künstlicher Intelligenz und dem Sprung in virtuelle Realitäten.

Breite Beteiligung und Förderung

Die Durchführung des Hackathons "Coding da Vinci" liegt bei gleich mehreren Institutionen - wie zum Beispiel der Technischen Informationsbibliothek als Projektträgerin. Mit dabei sind auch die TU Braunschweig, das Landesmuseum Natur und Mensch in Oldenburg, die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, der Museumsverband für Niedersachsen und Bremen, das Wikipedia-Team Hannover und die Verbundzentrale des Gemeinsamen Bibliotheksverbundes (VZG). Gefördert wird "Coding da Vinci" unter anderem von der Kulturstiftung des Bundes als gemeinsames Projekt mit diversen Partnern.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 23.10.2020 | 17:00 Uhr