Stand: 23.01.2019 16:10 Uhr

Die runden Dörfer des Wendlands

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Aus der Luft wird der Aufbau der Dörfer besonders deutlich: Die Häuser stehen im Kreis um einen zentralen Platz - wie hier in Lübeln.

Sie heißen Gühlitz oder Köhlen, Jabel oder Meuchefitz: Kleine Dörfer im Wendland, die aus kaum mehr als einem Dutzend Häusern bestehen. Was sie verbindet, ist eine runde Form, die ihnen den Namen Rundlingsdörfer einbrachte.

Die ältesten Rundlinge bestehen seit mehreren Hundert Jahren. Die Besonderheit dieser kleinen engen Dorfformen: Die Giebelseiten der Bauernhäuser, meist typisch norddeutsche Hallenhäuser, zeigen zu einem zentralen Platz in der Mitte des Ortes. Die historische Siedlungsform entstand im Mittelalter und ist weltweit nahezu einzigartig.

Eine gelbe Tulpe, die auf einem Tisch steht.

Wendland-Café: Kunst und Kuchen in Satemin

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Das Wendland-Café im Rundlingsdorf Satemin bei Lüchow steht für leckeren Kuchen und Kunst: Töpferwaren, Bilder und Handwerkskunst.

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Wehrdörfer oder Kultplätze der Slawen?

Bis heute ist nicht endgültig geklärt, warum die Dörfer einst in dieser Form gebaut wurden. Immer wieder beschäftigten sich Historiker mit der Frage, ohne jedoch eine eindeutige Antwort zu finden. Die Theorien reichen von Wehrdörfern bis zu Kultplätzen oder einer Viehweide zwischen den Gebäuden. Klar scheint nur, dass Slawen im 12. Jahrhundert die ersten Orte in dieser Form anlegten. Ein Schwerpunkt der Rundlinge findet sich westlich von Lüchow. Rund 100 solcher Dörfer gehören zu der heutigen Samtgemeinde.

Denkmalschutz für Häuser und Dörfer

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Die Giebelseiten aller Häuser zeigen zum Dorfplatz.

Die meisten erhaltenen Häuser der Rundlingsdörfer stammen aus dem 18. Jahrhundert. Da die Orte teilweise kaum gewachsen sind, hat sich charakteristische Form erhalten. Damit das so bleibt, stehen viele Häuser in den Rundlingen und zum Teil ganze Dörfer wie etwa Saaße oder Jabel unter Denkmalschutz. Die Initiative, die Dörfer auf die Weltkulturerbe-Liste der UNESCO aufzunehmen, ist hingegen gescheitert. Sie wurden auf der deutschen Vorschlagsliste nicht berücksichtigt.

Rundlingsdörfer zu Fuß oder per Rad entdecken

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Die Hallenhäuser haben ein zentrales Eingangstor.

Wer die außergewöhnlichen Dörfer näher kennenlernen möchte, kann vier dieser Orte - Satemin, Jabel, Meuchefitz und Gühlitz - auf einem sieben Kilometer langen Rundlingsweg erkunden. Mit dem Fahrrad kommt man auf einem 34 Kilometer langen Rundweg an weiteren Dörfern wie Lübeln, Bussau oder Belitz vorbei. In Lübeln lohnt ein Besuch des Rundlingsmuseums Wendlandhof. Das Freilichtmuseum informiert über die Geschichte der Rundlingsdörfer und widmet sich mit 22 Erlebnisstationen auf dem Gelände und 13 historischen Gebäuden dem Landleben vor rund 200 Jahren.

Urlauber können in den meisten Rundlingsdörfern auch übernachten. In vielen der alten Bauernhäuser wurden Ferienwohnungen oder Gästezimmer eingerichtet, einige der Ferienhöfe bieten auch die Möglichkeit zur preiswerten Übernachtung im Heu. Einen Überblick über Quartiere und Freizeitangebote in der Region geben die Websites von Wendland.Elbe und des Wendland Regionalmarketings.

Karte: Ausgewählte Rundlingsdörfer im Wendland
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