Bodden-Panoramaweg: Wandern im stillen Rügen

Stand: 17.09.2020 15:28 Uhr

Neben den bekannten Attraktionen bietet Rügen auch ruhige Ecken. Der Bodden-Panoramaweg führt 24 Kilometer durch einen ursprünglichen Teil im Norden der Insel.

Blick über den Jasmunder Bodden auf Rügen © Colourbox
Die Boddenküste ist der ruhige, ursprüngliche Teil Rügens.

Beim Stichwort Rügen denken viele an weiße Klippen, Kap Arkona und natürlich Strand und Meer. Aber die Insel bietet auch interessante Routen für Wanderer. Ein Beispiel: der 24 Kilometer lange Bodden-Panoramaweg durch die weniger bekannte Landschaft am Großen Jasmunder Bodden im Norden von Rügen. Für geübte Wanderer ist es eine Tagestour, wer langsamer unterwegs ist, kann die Insel auf einem Teil der Strecke von ihrer stillen Seite kennenlernen.

Von Neuenkirchen nach Osten wandern

Wer von Westen nach Osten wandert, startet an der Maria-Magdalena-Kirche im kleinen Ort Neuenkirchen. Das Gotteshaus stammt aus der Zeit um 1400, seine Glocke gilt als die älteste auf Rügen. Zwischen Feldern und Wiesen geht es zur schmalen Holzbrücke über den Liddower Strom. Sie führt auf die Halbinsel Liddow, ein Naturschutzgebiet am Tetzitzer See. Der Feldweg am mit Schilf bewachsenen Ufer führt in den Kiefernwald der Banzelvitzer Berge. Der erste kleine Anstieg auf der Strecke wird mit einem Fernblick über den Jasmunder Bodden belohnt. Mit etwas Glück ziehen See- und Fischadler ihre Kreise.

Durch den Wald nach Ralswiek

Hafen von Ralswiek auf Rügen © Colourbox
Etwa auf der Hälfte der Strecke liegt der hübsche Hafen von Ralswiek.

Am und im Wald, teils mit Boddenblick, verläuft der Weg weiter über Banzelvitz und Moisselbritz nach Ralswiek, das für die Störtebeker-Festspiele bekannt ist. Mit 15 Kilometern ist nun gut die Hälfte des Panoramaweges geschafft und der kleine Hafen bietet sich für eine längere Pause an. Ralswiek ist auch ein guter Ausgangspunkt für eine Tageswanderung. Am Ortsausgang, nach dem Segelhafen, steht eine kleine Holzkirche in typischem Schweden-Rot. Sie kam 1907 als Geschenk aus Skandinavien auf die Insel.

Sandstrand und ein Waldpark bei Lietzow

Krüppelbuchen im "Hexenwald" bei Lietzow © NDR Foto: Marlies Schumacher aus Bergen
Wegen der bizarr geformten Süntelbuchen wird der Waldpark auch Hexenwald genannt.

Die nächsten Kilometer nach Lietzow verlaufen mit einer größeren Steigung am Waldrand, den Bodden meist im Blick. Der Urlaubsort mit Sandstrand liegt an der schmalsten Stelle zwischen Großem und Kleinem Jasmunder Bodden. Eine Schleuse verbindet beide Gewässer. Ein Abstecher vom Panoramaweg führt in den 38 Hektar großen Waldpark am Schloss Semper mit 100-jährigen Eichen, Kaskadenteichen und einer Rhododendron-Allee.

Steinernes "Pferdchen" am Bodden © NDR Foto: Sabine Glaser aus Rambin

AUDIO: Der Bodden-Panoramaweg auf Rügen (2 Min)

Feuersteine in der Schmalen Heide

Feuersteinfelder. © NDR Foto: Klaus Schenatzky aus Bergen
Die langen Streifen der Feuersteine liegen seit Jahrtausenden auf Rügen.

Nun sind es noch rund fünf Kilometer bis zum Ziel der Wanderung am Fährhafen in Mukran. Der Panoramaweg verlässt den Großen Bodden und führt am Ufer des Kleinen Boddens entlang, parallel zu Bahngleisen und am Ende durch dichten Wald. Damit ist nach 24 Kilometern der Ostseestrand erreicht, wo der "Qualitätswanderweg" Bodden-Panoramaweg in der Nähe des Naturschutzgebietes Schmale Heide endet.

Die Attraktion der Schmalen Heide sind parallel zur Küste verlaufende Wälle aus Feuersteinen. Die zwei Kilometer langen Wälle wurden vor rund 4.000 Jahren von Hochwassern angespült. Zwischen dem hellgrauen Gestein wachsen Heidekraut, Flechten und Sträucher.

Der Bodden-Panoramaweg im Überblick

Länge: 24 Kilometer
Start/Ziel: Neuenkirchen/Neu Mukran
Orte am Weg: Ralswiek, Lietzow
Markierung: Quadrat, obere Hälfte hellblau, untere hellgrün
Auszeichnung: Qualitätswanderweg "Wanderbares Deutschland"

Karte: Bodden-Panoramaweg
Weitere Informationen
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