Stand: 19.06.2017 17:17 Uhr  | Archiv

Das Holstentor - Lübecks stolzes Wahrzeichen

Blick auf das Holstentor © die Lübecker Museen Foto: Michael Haydn
Mit bloßem Auge ist zu erkennen, wie sich die Türme des Holstentors leicht gegeneinander neigen.

Neben dem Brandenburger Tor in Berlin ist das Holstentor in Lübeck wohl das bekannteste Tor in Deutschland. Der mächtige Backsteinbau diente dabei von Anfang an mehr als allein der Verteidigung. Vielmehr symbolisierte er stets auch Wirtschaftsmacht, Reichtum und das Selbstbewusstsein der mittelalterlichen Hansestadt und ihrer Bürger.

VIDEO: Lübecks Backsteingotik (3 Min)

Errichtet wurde das eindrucksvolls Beispiel spätmittelalterlicher Backsteingotik vom damaligen Stadtbaumeister Hinrich Helmstede in den Jahren 1464 bis 1478. Zwischen den beiden trutzigen Türmen mit kegelförmigen Dächern liegt der Mittelbau mit Durchgang, in dem sich früher ein Tor befand. Die zur Stadt liegende Seite des Holstentors zeigt eine kunstvoll gestaltete Fassade mit vielen Fenstern. Die stadtabgewandte Seite hingegen ist mit Schießscharten gespickt. 30 Kanonen standen einst dahinter bereit, um die Stadt im Ernstfall zu verteidigen. Bis zu 3,50 Meter dick sind die Mauern des Wehrbaus.

Nur knapp dem Abriss entgangen

Von 1863 bis 1871 ließ die Stadt das Tor restaurieren, nachdem die Bürgerschaft mit nur einer Stimme Mehrheit gegen den Abriss des maroden Baus gestimmt hatte. Die Inschriften über dem Durchgang wurden am Ende der Sanierung angebracht: "Concordia domis foris pax" - Eintracht im Inneren, Friede nach Außen, mahnt die lateinische Inschrift auf der stadtabgewandten Seite. Das S.P.Q.L. auf der inneren Seite steht für "Senatus populusque Lubecensis" - Senat und Volk Lübecks.

Türme versanken im Sumpf

Bei näherer Betrachtung des Holstentors fällt auf, dass der Südturm stark geneigt und eingesunken ist. Ursache ist der morastige Boden. Zwar erhielten die beiden Türme bereits bei der Errichtung im 15. Jahrhundert Fundamente aus Pfählen, dem Mittelbau fehlt aber eine solche Unterlage. So sackten die Türme ungleichmäßig ein und neigten sich wegen des Drucks des mächtigen Mittelbaus einander zu. Erst bei erneuten Restaurierungsarbeiten 1933/34 konnte diese Bewegung aufgehalten werden.

Museum zeigt "Macht des Handels"

Seit 1950 befindet sich im Inneren des Holstentors ein Museum. Die interaktive Dauerausstellung mit dem Titel "Die Macht des Handels" zeigt unter anderem die Geschichte Lübecks als mittelalterliche Hansemetropole, die Bedeutung der Seefahrt für die alte Hansestadt sowie die Geschichte des Holstentors und seine Entwicklung zum Wahrzeichen. Ein Raum zeigt zudem historische Schiffsmodelle.

Heute ist das Holstentor europaweit in aller Hände: Nachdem es jahrzehntelang den 50-Mark-Schein zierte, prangt es seit 2006 als Prägung auf der Rückseite der deutschen Zwei-Euro-Münze.

Weitere Informationen
Das Holstentor in Lübeck, ein Wahrzeichen der Stadt © Tourismusamt Lübeck Foto: Torsten Krüger

Lübeck: Steinernes Märchen an der Trave

Gotische Kirchen, enge Gassen, moderne Museen: Lübeck trumpft mit einem riesigen Kulturangebot auf und ist UNESCO-Welterbe. mehr

Andy Warhol bei einer Vernissage in Lübeck © Heiner Reese

Als Andy Warhol die Pop-Art nach Lübeck brachte

Als der US-Künstler vor 40 Jahren eine Ausstellung in Lübeck mit seinem neuen Werk eröffnet, gleicht das einer Sensation. mehr

Dieses Thema im Programm:

10.06.2019 | 15:00 Uhr

Vier Menschen und ein Hund gehen am Strand spazieren, während sich am Himmel dunkle Wolken auftürmen. © NDR Foto: Wolfgang Bayer aus Neubrandenburg

Ausflugstipps: Entdecke den Norden

Wer im Winter Ausflüge in die Natur unternehmen möchte, findet im Norden viele Ziele. Einfach Wunschkriterien auswählen und Tipps bekommen. mehr

In einem Klassenraum stehen die Stühle auf den Tischen. © imago images / stpp

So geht der Norden 2021 in die Schulferien

Die Ferientermine der norddeutschen Bundesländer auf einen Blick. mehr

Urlaubsregionen im Norden