Stand: 19.06.2017 17:17 Uhr  | Archiv

Das Holstentor - Lübecks stolzes Wahrzeichen

Bild vergrößern
Mit bloßem Auge ist zu erkennen, wie sich die Türme des Holstentors leicht gegeneinander neigen.

Neben dem Brandenburger Tor in Berlin ist das Holstentor in Lübeck wohl das bekannteste Tor in Deutschland. Der mächtige Backsteinbau diente dabei von Anfang an mehr als allein der Verteidigung. Vielmehr symbolisierte er stets auch Wirtschaftsmacht, Reichtum und das Selbstbewusstsein der mittelalterlichen Hansestadt und ihrer Bürger.

Errichtet wurde das eindrucksvolls Beispiel spätmittelalterlicher Backsteingotik vom damaligen Stadtbaumeister Hinrich Helmstede in den Jahren 1464 bis 1478. Zwischen den beiden trutzigen Türmen mit kegelförmigen Dächern liegt der Mittelbau mit Durchgang, in dem sich früher ein Tor befand. Die zur Stadt liegende Seite des Holstentors zeigt eine kunstvoll gestaltete Fassade mit vielen Fenstern. Die stadtabgewandte Seite hingegen ist mit Schießscharten gespickt. 30 Kanonen standen einst dahinter bereit, um die Stadt im Ernstfall zu verteidigen. Bis zu 3,50 Meter dick sind die Mauern des Wehrbaus.

Nur knapp dem Abriss entgangen

Von 1863 bis 1871 ließ die Stadt das Tor restaurieren, nachdem die Bürgerschaft mit nur einer Stimme Mehrheit gegen den Abriss des maroden Baus gestimmt hatte. Die Inschriften über dem Durchgang wurden am Ende der Sanierung angebracht: "Concordia domis foris pax" - Eintracht im Inneren, Friede nach Außen, mahnt die lateinische Inschrift auf der stadtabgewandten Seite. Das S.P.Q.L. auf der inneren Seite steht für "Senatus populusque Lubecensis" - Senat und Volk Lübecks.

Bildergalerie
10 Bilder

Das Holstentor - Machtsymbol der Hanse:

Mittelalterlicher Trutzbau, Wahrzeichen Lübecks, Besuchermagnet: Das Holstentor ist eines der bekanntesten deutschen Bauten. Bildergalerie

Türme versanken im Sumpf

Bei näherer Betrachtung des Holstentors fällt auf, dass der Südturm stark geneigt und eingesunken ist. Ursache ist der morastige Boden. Zwar erhielten die beiden Türme bereits bei der Errichtung im 15. Jahrhundert Fundamente aus Pfählen, dem Mittelbau fehlt aber eine solche Unterlage. So sackten die Türme ungleichmäßig ein und neigten sich wegen des Drucks des mächtigen Mittelbaus einander zu. Erst bei erneuten Restaurierungsarbeiten 1933/34 konnte diese Bewegung aufgehalten werden.

Museum zeigt "Macht des Handels"

Seit 1950 befindet sich im Inneren des Holstentors ein Museum. Die interaktive Dauerausstellung mit dem Titel "Die Macht des Handels" zeigt unter anderem die Geschichte Lübecks als mittelalterliche Hansemetropole, die Bedeutung der Seefahrt für die alte Hansestadt sowie die Geschichte des Holstentors und seine Entwicklung zum Wahrzeichen. Ein Raum zeigt zudem historische Schiffsmodelle.

Heute ist das Holstentor europaweit in aller Hände: Nachdem es jahrzehntelang den 50-Mark-Schein zierte, prangt es seit 2006 als Prägung auf der Rückseite der deutschen Zwei-Euro-Münze.

Weitere Informationen

In Lübeck trifft Mittelalter auf Moderne

Gotische Kirchen, enge Gassen, moderne Museen: Lübeck trumpft mit einem riesigen Kulturangebot auf. Dieses Jahr feiert die UNESCO-Welterbestadt ihr 875. Jubiläum. mehr

Andy Warhol bringt die Pop-Art nach Lübeck

Es ist eine kleine Sensation: Am 13. November 1980 eröffnet der US-Künstler eine Ausstellung in der Hansestadt und präsentiert sein neuestes Werk - das "Holstentor". mehr

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 19.02.2017 | 19:30 Uhr

Urlaubsregionen im Norden

Mehr Ratgeber

03:28
NDR Info

Warum sind wir so heiß auf Süßes?

19.12.2018 09:20 Uhr
NDR Info
44:23
DAS!

DAS! Kochstudio: Weihnachtsmenü

15.12.2018 17:15 Uhr
DAS!
04:30
Nordtour

Ausflug nach Riddagshausen

15.12.2018 18:00 Uhr
Nordtour