Stand: 22.02.2019 17:23 Uhr

Mit Boot und Rad durch das Fehntjer Land

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Das Museumsschiff "Frauke" aus Ostgroßefehn ist mehr als 100 Jahre alt.

Weiße Klappbrücken und unzählige meist schnurgerade Kanäle - das sind die auffälligsten Merkmale des Fehntjer Landes. Wasser, Wiesen und Hecken prägen den Landstrich in Ostfriesland rund um die Gemeinde Großefehn. Der Begriff "Fehn" verweist auf die Geschichte und Tradition der Region: Er kommt von dem niederländischen Wort veen und heißt auf Hochdeutsch (kultiviertes) Moor.

Als Kapitän des historischen Torfschiffes „Frauke“ geht der mittlerweile 80-jährige Berufsschiffer Fritz Ottersbers auf „große Fahrt“ über die Kanäle bis in die Ems. © NDR/video-arthouse

Ostfriesen im Fehntjer Land

die nordstory -

Die Ostfriesen im Fehntjer Land setzen sich stark für den Erhalt ihrer Fehnlandschaft ein. Der Film begleitet sie und zeigt den Landstrich in attraktiven Bildern.

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Der Torf lockte Menschen ins Moor

Vor rund 400 Jahren ließen sich die ersten Siedler in dem Moorgebiet südlich von Aurich nieder, um es mit Kanälen zu entwässern und Torf abzubauen. Ihre Häuser bauten sie nebeneinander am Kanal entlang, ein Ortsbild, das sich bis in die Gegenwart gehalten hat. Wer sich über die Geschichte des Fehntjer Landes informieren möchte, sollte einen Besuch im Fehnmuseum Eiland in Westgroßefehn einplanen.

Reizvolle Wasserwege

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Die Häuser stehen wie aufgereiht an beiden Seiten der Kanäle.

Heute machen die Wasserwege den Reiz des Fehntjer Landes aus. Statt Kähnen, auf denen einst der Torf abtransportiert wurde, gleiten jetzt Freizeitsportler in Kanus und Hobbykapitäne auf Motorbooten über die Kanäle und Flüsse. Da Wasserläufe häufig unter dem Meeresspiegel liegen, werden sie Tief genannt. Wer kein eigenes Boot besitzt, kann sich etwa am Hafen von Großefehn ein Tretboot ausleihen oder mit dem Ausflugsschiff "Gretje" zu einer Tour starten. Badefreunde treffen sich im Sommer an einem 4.000 Quadratmeter großen Strand am Timmeler Meer. Besucher können dort Boote und Fahrräder mieten, eine Tourist-Information gibt Tipps für die Region.

Naturschutzgebiete in der Fehntjer-Tief-Niederung

Eines der Gewässer, das Fehntjer Tief, ist gleichzeitig ein wichtiges Naturreservat. Von einem denkmalgeschützten Gulfhaus, einem typischen ostfriesischen Bauernhaus, in Lübbertsfehn aus betreut eine Naturschutzstation sechs Naturschutzgebiete in der Flussniederung. Feuchte Wiesen bieten dort einen Lebensraum für zahlreiche Arten von Wiesenvögeln sowie seltenen Pflanzen wie Lungenenzian und Arnika. Besucher können sich in einer Ausstellung der Naturschutzstation über die besondere Flora und Fauna informieren.

Großefehn entdecken

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Viele der traditionellen Klappbrücken sind noch in Betrieb.

Die größte Gemeinde des Fehntjer Landes, Großefehn, besteht aus 14 Ortschaften, das Zentrum ist Ostgroßefehn. Vor dem Wahrzeichen, einer reetgedeckten Windmühle, liegt die einstige Törfmuttje (Torfschiff) "Antje" auf dem Kanal. Einen Besuch lohnt die Kirche von 1894, ein Ziegelbau im neugotischen Stil. Im malerischen Westgroßefehn stehen noch zahlreiche historische Kapitänshäuser am Großefehnkanal. Auch hier verbindet eine weiße Klappbrücke beide Uferseiten. Westgroßefehn ist die älteste Siedlung der Region, denn bereits 1633 wurde dort der erste Torf in den weiten Moorgebieten des Fehntjer Landes abgebaut.

Mit dem Rad zu den Mühlen

Großefehn und die gesamte Region lassen sich bestens mit dem Fahrrad entdecken. Ohne lästige Steigungen geht es auf meist gut ausgebauten Radwegen am Wasser entlang von Ort zu Ort. Ein Tipp: die rund 36 Kilometer lange 5-Mühlen-Tour, eine ausgeschilderte Rundstrecke, die zu allen fünf noch funktionsfähigen Mühlen von Großefehn führt.

Karte: Fehntjer Land
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Dieses Thema im Programm:

die nordstory | 13.02.2019 | 14:15 Uhr

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