Stand: 07.05.2018 13:08 Uhr

Das Alte Land: Obstgarten des Nordens

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Die blühenden Obstbäume verwandeln die Region im Frühjahr in ein Blütenmeer.

Obstbäume so weit das Auge reicht, dazwischen Deiche, Gräben, Flüsschen, Kanäle und schmucke Dörfer mit prächtigen Fachwerkhäusern - so präsentiert sich das Alte Land. Im Frühjahr ist ein Ausflug besonders stimmungsvoll, denn dann blühen wieder Millionen von Apfel- und Kirschbäumen und die zarten Blüten überziehen die Region mit einem rosa-weißen Schleier.

Reife Kirschen hängen am Baum .

Kirschenwoche im Alten Land

Nordtour -

Hofführungen, Bimmelbahnfahrten und Kirschen satt: Noch bis zum 8. Juli feiert die Obstregion die Altländer Kirschenwoche. Höhepunkt ist der große Kirschmarkt am Sonntag.

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Hochblüte meist im Mai

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Strahlend weiß blühen die Kirschbäume im Frühjahr im Alten Land.

Das genaue Datum der Blüte lässt sich meist schwer vorhersagen, da bereits drei sonnige und warme Tage im Frühjahr ausreichen, um die Bäume aufblühen zu lassen - zuerst blühen die Kirschbäume, etwa zehn Tage später die Apfelbäume. Der Tourismusverein Altes Land bietet online ein Blütenbarometer an, das über den aktuellen Stand der Blüte informiert. Für das Bestäuben der Obstblüten werden etwa 4.500 Bienenvölker mit insgesamt rund 120 Millionen Bienen benötigt, die jedes Jahr in das Alte Land gebracht werden.

Wann blüht was?

Kirschbäume: Beginn meist letzte Aprilwoche, Blütezeit etwa drei Wochen
Apfelbäume: Beginn Ende April/Anfang Mai, Blütezeit etwa drei Wochen

Größtes deutsches Obstanbaugebiet

Ähnlich schön wie im Frühling präsentiert sich das Gebiet zur Erntezeit im Herbst: Dann biegen sich die Äste der Apfelbäume unter dem Gewicht der knackigen Früchte. Das Alte Land ist das größte zusammenhängende Obstanbaugebiet Deutschlands. Mehr als zehn Millionen Apfel-, Kirsch-, Birn- und Zwetschgenbäume sorgen für reichlich Nachschub auf Deutschlands Obsttellern. Der Schwerpunkt liegt mit 90 Prozent der Anbaufläche klar bei Äpfeln. Fast jeder dritte deutsche Apfel stammt aus der Region, die neben den Hamburger Stadtteilen Neuenfelde, Cranz und Francop mehrere Gemeinden in Niedersachsen umfasst.

Idyllische Städtchen mit langer Geschichte

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Reich verzierte Fachwerkhäuser sind typisch für die schmucken Städtchen im Alten Land.

Der Obstanbau hat im Alten Land eine lange Tradition. Holländische Siedler errichteten vor knapp 900 Jahren die ersten Deiche, durchzogen das Sumpfland mit Entwässerungskanälen und machten so das Land urbar. Der fruchtbare Boden und das milde Klima bescherten den Bauern einigen Wohlstand, der sich noch heute an den wunderschönen alten Fachwerkhäusern ablesen lässt. Bemerkenswert sind die mit bunten Ornamenten geschmückten Eingangstüren und die reich verzierten Giebel. Das Fachwerk leuchtet strahlend weiß, die Backsteine bilden oft schöne Muster. Sie sollten vor Blitzeinschlag oder dem bösen Blick schützen.

Windmühlen und Zugbrücke erinnern an Holland

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Die Borsteler Windmühle gehört zu den beliebten Fotomotiven im Alten Land.

Im Herzen des Alten Landes liegt das malerische Städtchen Jork mit dem repräsentativen Gräfenhof aus dem 17. Jahrhundert. Nur einen Katzensprung entfernt befindet sich die Borsteler Windmühle "Aurora" aus dem Jahr 1856. Heute ist sie ein Restaurant. Besucher können die Galerie besteigen (mittwochs bis sonntags 12 - 17 Uhr, im Januar geschlossen), von oben bietet sich eine schöne Aussicht über die Region. Eine weitere historische Windmühle ist die Mühle "Venti Amica" in Hollern-Twielenfleth. Sie wurde um 1850 erbaut und ist noch immer in Betrieb. Der lateinische Name, der auf einem Balken im Oberbau der Mühle eingemeißelt wurde, bedeutet "Freundin des Windes". Die historischen Windmühlen erinnern bis heute an den Einfluss der holländischen Siedler, der sich auch in der Zugbrücke zwischen den kleinen Orten Steinkirchen und Mittelkirchen widerspiegelt.

Mit dem Rad unterwegs

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Die kleinen Straßen zwischen den Obstplantagen laden zum Radeln ein.

Jork ist ein guter Ausgangspunkt für Spaziergänge oder Radtouren und eine Station auf der sogenannten Obstroute. Sie führt in zwei Schleifen von 37 und 41 Kilometern durch die Obstanbaugebiete, entlang der Elbe bis nach Stade und Buxtehude. Das flache Gelände ist auch für Untrainierte geeignet, wer kein eigenes Fahrrad dabei hat, kann sich in vielen Orten eines leihen. Ein Routenlogo mit grünem Apfel und roter Kirsche weist den Weg. Weitere Tourenvorschläge hat der Tourismusverein auf einer Website zusammengestellt. Praktisch für Touren in der Region südlich der Elbe ist der Elbe-Radwanderbus. Er pendelt an Wochenenden zwischen Altem Land und Elbmündung und hält an zahlreichen Orten..

Touren mit Schiff, Bus oder Bahn

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Bei einer Fahrt mit dem "Tidenkieker" können Touristen die Landschaft vom Wasser aus genießen.

Wer das Alte Land nicht auf eigene Faust erkunden möchte, kann sich einer geführten Tour anschließen. Ungewöhnliche Perspektiven bietet eine Fahrt mit dem "Tidenkieker", einem Flachbodenboot, das ab dem Lühe-Anleger in Grünendeich Rundfahrten auf Elbe und Lühe unternimmt. Außerdem gibt es verschiedene Bustouren, etwa ab Jork, und die Altländer Bimmelbahn, die an den Wochenenden mit zwei Anhängern über die Straßen des Alten Landes zuckelt.

Nicht fehlen sollte bei einer solchen Tour der Besuch eines der gemütlichen Gasthöfe. Auf Betriebe, die die regionale Esskultur pflegen, verweist eine blaue Plakette mit weißer Kochmütze. Spezialitäten der Region sind die Altländer Hochzeitssuppe und natürlich Apfelkuchen in verschiedensten Variationen. Zum Abschluss empfiehlt sich ein Altländer Diekpedder - frischer Apfelsaft mit einem Schuss Obstler, der sowohl kalt als auch heiß getrunken wird.

Per Patenschaft zum "eigenen" Apfelbaum

Weitere Apfelprodukte vom Likör bis zur Marmelade lassen sich in den zahlreichen Hofläden erwerben. Viele Obsthöfe bieten außerdem Führungen durch die Plantagen an, zum Teil auch per Kutsche. Besonders leidenschaftliche Apfelfans können eine Apfelpatenschaft übernehmen. Der Baum wird mit dem Namen seines Paten gekennzeichnet, der Pate darf die Äpfel selbst ernten und behalten. Zur Blütezeit bekommt der Pate rechtzeitig Bescheid, um "seinen" Baum zu besuchen.

Abstecher nach Stade

Wer etwas mehr Zeit mitbringt, kann an seinen Besuch im Alten Land einen Ausflug nach Stade anschließen. Als Hanse- und Hafenstadt war Stade einmal bedeutender als Hamburg. Bis in die 60er-Jahre wurden in den drei Hafenbecken Schiffe be- und entladen. Die malerische Altstadt besticht durch zahlreiche frühbarocke Fachwerkhäuser und Backsteinbauten.

Karte: Das Alte Land
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