Stand: 26.09.2018 14:21 Uhr

Spielerisch die Rostocker Heide entdecken

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Dutzende Kilometer Rad- und Wanderwege führen durch das Gebiet, darunter auch ein spezieller Entdeckerpfad

Natürliche Landschaften sind an der deutschen Ostseeküste selten geworden. Badeorte, Häfen und Landwirtschaft fordern ihren Raum und haben sich über die Jahrzehnte ausgedehnt. Doch in unmittelbarer Nähe der Großstadt Rostock existiert noch eines der letzten großen Waldgebiete an der Küste: die Rostocker Heide. Die gesamte etwa 6.000 Hektar große Fläche ist seit 1996 Landschaftsschutzgebiet, mehrere Bereiche sind als Naturschutzgebiete ausgewiesen.

Wald, Moore und Wiesen

Laub- und Nadelwälder prägen die Landschaft, auf einem Teil des Gebiets breiten sich Moore und Wiesen aus. Ende 1999 erhielt die Natur zusätzlich ein etwa 60 Hektar großes Gebiet bei Wiethagen zurück, das die Bundeswehr zuvor als Schießplatz genutzt hatte. Die militärischen Flächen wurden allmählich renaturiert und Bunker teilweise zu Winterquartieren für Fledermäuse umfunktioniert. Heute leben viele seltene Tier- und Pflanzenarten in der Rostocker Heide, darunter Eisvögel, Seeadler, Lurche und verschiedene Orchideenarten.

Spielerisch den Wald erkunden auf dem Entdeckerpfad

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Mit etwas Glück bekommen Besucher auch einen Feldhasen zu sehen.

Für Wanderer und Radfahrer bestehen zahlreiche Möglichkeiten, die Heide kennenzulernen. Besonders reizvoll für Familien ist der neue Entdeckerpfad Biologische Vielfalt. Er lässt sich entweder zu Fuß auf einer knapp drei Kilometer langen Runde am Forst- und Köhlerhof in Wiethagen entdecken, oder mit dem Rad auf einer elf Kilometer langen Route bis an den Ostseestrand bei Markgrafenheide. Unterwegs kommen Radler und Spaziergänger an verschiedenen Informations- und Spielstationen vorbei.

Spielend die Natur erleben

Dort können sie spielen, rutschen oder balancieren und erfahren nebenbei Wissenswertes über die reiche Tier- und Pflanzenwelt des Gebiets. Eine Station mit einem großen Kletternetz etwa steht sinnbildlich für das Netz der biologischen Vielfalt und lädt Kinder zum Spielen ein. Eine weitere Station ist das sogenannte Fledermaushaus - ein grün bewachsener ehemaliger Bunker, den die fliegenden Säugetiere als Winterquartier nutzen. Zwölf verschiedene Fledermausarten leben in der Rostocker Heide, erfährt der Besucher. Wer mag, probiert außerdem die Rutsche aus, die vom Hügel herunterführt. Wie diese beiden Stationen animieren viele weitere dazu, spielerisch aktiv zu werden und zugleich Spannendes über die Waldlandschaft zu lernen. Zehn Haltpunkte liegen an dem Wanderweg, weitere fünf am Radweg.

Graal-Müritz lockt mit Wald und Strand

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Großherzog Friedrich Franz III. ließ das Jagdschloss Gelbensande um 1885 erbauen.

Wer das Gebiet noch genauer erkunden möchte, kann zwischen zahlreichen weiteren Rad- und Wanderwegen wählen. So führt etwa der Ostseeküsten-Radweg von Hohe Düne durch den Küstenwald nach Graal-Müritz. Das Seeheilbad liegt eingebettet zwischen Wäldern am kilometerlangen Ostseestrand. Ein 26 Kilometer langer Rundweg verläuft von dort über Klockenhagen und das Jagdschloss Gelbensande nach Wiethagen und zurück an die Küste.

Beliebte Ziele für Ausflügler sind außerdem die größten Gewässer der Rostocker Heide: der etwa 1,2 Kilometer lange Radelsee im Westen sowie der Heiligensee im Osten. Östlich von Graal-Müritz schließt sich das Naturschutzgebiet Müritz-Ribnitzer Großes Moor an, ein weiteres interessantes Ausflugsziel für Naturbegeisterte. Dabei handelt es sich um ein Hochmoor, das in den 90er-Jahren renaturiert wurde.

Karte: Sehenswertes in der Rostocker Heide
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