Stand: 30.08.2019 11:31 Uhr

Celle: Fachwerkstadt mit Charme

Eine stimmigere Fachwerk-Altstadt, in der gleichzeitig reges Leben herrscht, findet man in Niedersachsen kaum. Die Straßen und Gassen im historischen Teil von Celle sind gesäumt von etwa 500 liebevoll restaurierten, unter Denkmalschutz stehenden Fachwerkhäusern. Im Erdgeschoss der uralten Häuser, die teils noch aus dem 16. Jahrhundert stammen, treffen Besucher immer wieder auf hübsche kleine Läden.

Fachwerk, Schloss und Bauhaus: Sehenswertes Celle

Ein Blick vom Kirchturm

Besonders romantisch ist die enge Kalandgasse, in der die Lateinschule von 1602 steht. Die Gasse mündet in die Stechbahn, den früheren Turnierplatz mit der mehr als 700 Jahre alten Stadtkirche St. Marien. 235 Stufen führen auf ihren Turm, von dem sich ein toller Ausblick auf den Ort und das Umland bietet (geöffnet von April bis Ende Oktober jeweils Dienstag bis Sonnabend). In der Fürstengruft der Kirche haben die Welfen-Herzöge und ihre Angehörigen in teils prächtigen Särgen ihre letzte Ruhestätte gefunden.

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Schöne Fachwerkhäuser stehen auch am Großen Plan. Der "Pipenposten" mit Löwenwappen diente einst der Wasserversorgung.

An die Stadtkirche grenzt das Alte Rathaus, ein beeindruckendes Zeugnis der herzöglichen Herrschaft. Es wurde im 14. und 16. Jahrhundert ausgebaut und reich verziert. Der Nordgiebel gilt als Meisterwerk der Weserrenaissance, im Ratskeller befinden sich gotische Kreuzgewölbe. Einige Schritte weiter, in der Poststraße, treffen Besucher auf das Hoppener-Haus von 1532. Bunt bemalte Schnitzereien an der Fassade des Fachwerkgebäudes zeigen Handwerker, Teufel, Narren und Fratzen. Vor dem Haus steht ein "Pipenposten", einer von drei erhaltenen Brauchwasserbrunnen aus dem 16. Jahrhundert. Zum Jahresende verwandeln sich große Teile der Altstadt in einen stimmungsvollen Weihnachtsmarkt.

Barockes Schmuckstück: Das Schloss

Am westlichen Rand der Altstadt steht das bedeutendste Bauwerk der Stadt, das Schloss. Es geht auf eine Burganlage aus dem 13. Jahrhundert zurück. Celle, 1292 gegründet, war ab Mitte des 15. Jahrhunderts für knapp 300 Jahre ständige Residenz der Herzöge von Braunschweig-Lüneburg. Um- und Ausbauten Ende des 17. Jahrhunderts gaben dem Schloss sein bis heute barockes Äußeres.

Porträt

Celles weißes Schloss auf dem grünen Hügel

In Celle steht eines der schönsten Schlösser der Welfen. Das Gebäude hat viele Jahrhunderte überdauert und bietet heute einen Blick in die lange Geschichte des Adelsgeschlechts. mehr

Die Schlosskapelle gilt als einzige noch unversehrt erhaltene frühprotestantische Hofkapelle in Deutschland. Die historischen Räume, darunter die restaurierten Staatsgemächer des letzten dort residierenden Herzogpaares und der Königssaal, sind Teil des Residenzmuseums und können besichtigt werden. Außerdem werden regelmäßig öffentliche Führungen angeboten, die auch einen Einblick in die Schlosskapelle und -küche ermöglichen. Eine Besonderheit ist das Theater, eines der ältesten erhaltenen Hoftheater, das bis heute mit eigenem Ensemble bespielt wird.

Das Schloss steht auf einer Anhöhe inmitten einer gepflegten Parkanlage mit altem Baumbestand, Alleen, Wiesen und Wasserläufen. Am Schlossplatz gibt das 1892 eröffnete Bomann-Museum einen umfassenden Einblick in die Geschichte Celles und der Region.

Videos
04:36
Kulturjournal

Kunstmuseum Celle: 24 Stunden Lichtspiele

Kulturjournal

Das Kunstmuseum Celle ist das erste 24-Stunden-Museum. Tagsüber kann man es innen besichtigen, nachts gibt es außen Lichtspiele rund um das Haus. Video (04:36 min)

Moderne Kunst im 24-Stunden-Museum

Nebenan präsentiert das Celler Kunstmuseum moderne und zeitgenössische Kunst aus der Sammlung Robert Simon. Dazu gehören Werke von Timm Ulrichs, Joseph Beuys und Peter Basseler. Das Museum versteht sich als erstes 24-Stunden-Kunstmuseum der Welt. Zwar schließen sich die Türen am Abend, für Kunstfreunde lohnt sich dennoch ein Besuch, denn dann zeigt das Museum an seiner gläsernen Fassade Klang- und Lichtkunst.

Bauhaus-Architektur im Otto-Haesler-Museum

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Celle: Bauhaus im Fachwerkidyll

Celle hat mehr zu bieten als prächtige Fachwerkhäuser: Der Architekt Otto Haesler schuf dort in den 1920er-Jahren Gebäude im Bauhaus-Stil, darunter farbenfrohe Wohnhäuser. mehr

Weniger bekannt ist, dass es in Celle auch Beispiele der Bauhaus-Architektur gibt. Sie stammen aus den 1920er-Jahren. Gebaut hat sie der Architekt Otto Haesler. Gemeinsam mit Walter Gropius gehörte er zu den Begründern des Neuen Bauens. Um die große Wohnungsnot jener Jahre zu bekämpfen, entwarf Haesler in Celle unter anderem mehrere Arbeitersiedlungen mit gemeinschaftlichen Gärten und Einrichtungen wie Kindergärten. Zwei Kleinstwohnungen in der Siedlung "Blumläger Feld", die samt Möbeln im Original-Zustand hergerichtet wurden, beherbergen heute ein Museum, dass dem Schaffen des Architekten in Celle gewidmet ist.

Ziel für Pferdefans: Das Landgestüt Celle

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Bei den jährlichen Hengstparaden präsentiert das Gestüt seine Tiere.

Tiere der Rasse Hannoveraner sind weltweit als Reit- und Turnierpferde bekannt und begehrt. Das Landgestüt Celle, gegründet 1735 auf Erlass von Kurfürst Georg II. von Hannover, ist das Zentrum für die Zucht der Hannoveraner. Jährliche Höhepunkte sind die traditionellen Hengstparaden im August. Dabei werden die Tiere in zahlreichen Vorführungen präsentiert und geritten - von Mitarbeitern in teils prachtvollen historischen Uniformen.

Natur im Heilpflanzengarten

Wer sich für Pflanzen interessiert, findet in Celle ein spannendes Ziel, den Heilpflanzengarten. Der 7.000 Quadratmeter große Garten an den Dammaschwiesen ist einer der größten seiner Art in Europa. In Themenbeeten zu Duft- und Aromapflanzen oder Gift- und Färberpflanzen gedeihen mehr als 100 verschiedene Gewächse. Besucher erfahren auf ausführlichen Tafeln von den vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten der Heilpflanzen.

Unterwegs auf Aller und Örtze

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Im Kanu durch die Lüneburger Heide

Viele kleine Flüsse durchziehen die Lüneburger Heide und eignen sich gut für eine Kanu- oder Kajaktour. Als schönste Strecke gilt die Örtze zwischen Müden und der Aller. mehr

Auch das Umland von Celle hat einiges zu bieten. Prägend ist die Aller, ein Nebenfluss der Weser. Flussabwärts, auf der Unteraller Richtung Winsen, ist von Mai bis Mitte Oktober ein Personenschiff unterwegs. Es startet im Celler Hafen und fährt durch die idyllische Landschaft der Südheide. Die Oberaller zwischen Celle und Gifhorn eignet sich zum Paddeln und Wasserwandern. Ein besonders schönes Ausflugsgebiet für Freizeitsportler und Naturliebhaber ist das Flüsschen Örtze. Eine Kanutour auf der Örtze bietet Möglichkeiten zu ausgedehnten Naturbeobachtungen: Eisvögel, seltene Libellenarten, Fische und Greifvögel leben in dieser Landschaft. Zahlreiche Verleihstationen bieten Kanus und Kajaks an.

Die Aussenansicht dreier Mehrfamilienhäuser.

100 Jahre Bauhaus: Das Otto-Haesler-Museum

Nordtour -

Der Architekt gilt als Pionier des sozialen Wohnungsbaus und einer der bedeutendsten Vertreter des "Neuen Bauens". Ein Besuch im neu gestalteten Otto-Haesler-Museum in Celle.

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Karte: Die Innenstadt von Celle
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Hausbesuch: Die Residenzstadt Celle

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Rund 500 der historischen Gebäude in der Altstadt von Celle sind erhalten. Jedes Haus zeugt von der langen Geschichte der Stadt. In einem wohnt das Ehepaar Kriegerowski. Ein Hausbesuch. Video (44:00 min)

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Kulinarische Tour durch Celle

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Inhabergeführte Geschäfte in Celle bieten frisch gefangenen Fisch aus der Aller oder Kaffee aus der stadteigenen Rösterei an. Ganz besondere Schlemmereien, auch zum Mitnehmen. Video (05:03 min)

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Pastor gibt alter Straßenbahn ein neues Zuhause

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Pastor Peer Schladebusch hat sich ein Stück Geschichte in seinen Garten in Celle geholt: eine alte Straßenbahn, die bis Mitte der 1950er-Jahre noch in der Stadt fuhr. Video (03:35 min)

Dieses Thema im Programm:

Nordtour | 31.08.2019 | 18:00 Uhr

Urlaubsregionen im Norden

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Landpartie - Im Norden unterwegs

Wassersportparadies Mecklenburg-Vorpommern

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