Stand: 05.02.2020 12:19 Uhr

Nordseeinsel Föhr: Grün und vielseitig

Rund, flach und grün: Die Insel Föhr sieht ganz anders aus, als ihre länglichen Nachbarn Amrum und Sylt. Deren hohe Dünenketten, an denen ständig Wind und Fluten zerren, schützen Föhr vor Stürmen und hohen Wellen.

Auf 82 Quadratkilometern erwarten Inselbesucher große Rapsfelder, 15 Kilometer Sandstrand an der Südküste sowie 22 Kilometer grüne Deiche. Typisch für die Insel sind die fünf großen Windmühlen und die reetgedeckten historischen Höfe. Die Lage und der Einfluss des Golfstroms sorgen dafür, dass auf Föhr mildes Reizklima herrscht. Die salzhaltige Luft tut Haut und Atemwegen gut.

Seebad Wyk - Das Tor zur Insel

Seebrücke und Strand in Wyk auf Föhr. © NDR Foto: Kathrin Weber
In Wyk versperrt kein hoher Deich die Sicht aufs Wasser.

Zentrum und einzige Stadt auf Föhr ist Wyk an der Südostküste. Dort legen die Fähren zum Festland und nach Amrum ab. Wyk ist eines der ältesten Seebäder Deutschlands, der Badebetrieb begann bereits 1819. Mitte des 19. Jahrhunderts verbrachte der dänische König Christian VIII. mit seinem gesamten Hofstaat den Sommer in Wyk. Die kleinen gemütlichen Häuschen und prunkvollen Jugendstilvillen erinnern an diese Zeit.

Wyk bietet zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants und Cafés sowie ein großes Badezentrum mit Meerwasser-Wellenbad, Saunen und Wellnessbereich. Die mehrere Kilometer lange Promenade lädt zum Bummeln und Spazierengehen ein. Sie führt bis kurz vor Nieblum und bietet einen guten Blick auf die Warften der benachbarten Halligen Oland und Langeneß.

Prächtig verzierte Kirche im Ortsteil Boldixum

Sehenswert ist die Friesenkirche St. Nicolai aus dem 13. Jahrhundert im Ortsteil Boldixum. Mehrfach erweitert gilt sie als Beispiel für spätromanische Baukunst und beeindruckt im Inneren mit prachtvollen Holzornamenten. Einen guten Überblick über Geschichte und Traditionen der Insel gibt das Friesenmuseum. Der Eingang ist nicht zu übersehen, denn er führt durch ein imposantes Tor aus Kieferknochen eines Blauwals.

Wandern und Radfahren auf Föhr

Radfahrer auf einem Steg in den Dünen von Föhr © Föhr Tourismus GmbH/Juliane Brüggemann
Mit dem Fahrrad lässt sich Föhr individuell und umweltfreundlich erkunden.

Ob am Strand, auf dem Deich oder im Inselinneren: Für Spaziergänger und Wanderer gibt es auf Föhr viele Möglichkeiten. Eine Wattwanderung - am besten unter fachkundiger Führung - sollten Besucher nicht versäumen. Sie garantiert interessante Einblicke in Flora und Fauna dieser besonderen Landschaft im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Ein besonderes Erlebnis ist eine Wanderung zur Nachbarinsel Amrum. Sie dauert etwa drei Stunden und findet nur bei günstigen Witterungsbedingungen statt. Die Schutzstation Wattenmeer bietet begleitete Touren an, unter anderem speziell für Kinder. Die Insel selbst lässt sich besonders gut mit dem Rad entdecken: Rund 200 Kilometer Radwege und fünf ausgeschilderte Thementouren von 15 bis 42 Kilometer Länge führen zu den schönsten Plätzen. Die längste Route verläuft als Rundweg um die gesamte Insel. Auf vielen Strecken geht es an den Deichen entlang, durch schmucke friesische Dörfer und vorbei an grünen Wiesen.

Reiter willkommen

Außerdem ist Föhr mit rund 850 Pferden verschiedener Rassen wie Friesen, Lusitanos, Shetlandponys oder Trakehnern ein Tipp für Reiter. Ein besonderes Erlebnis sind Ausflüge ins Föhrer Watt und die alljährlichen Turniere im Ringreiten, an denen auch Gäste teilnehmen können. Daneben gibt es Reitwege, Pferdepensionen und Reitschulen.

Schöner Strand und Angebote für Urlaub mit Kindern

Föhr ist ideal für Ferien mit Kindern. Die Brandung bleibt meist schwach und am flachen, feinsandigen Strand gibt es zahlreiche Freizeitangebote speziell für Kinder. Wyk bietet zum Beispiel im Sommer ein umfangreiches Programm - mit Märchenstunde am Strand, Basteln, Puppentheater und vielem mehr.

Echt friesisch - das Dorf Nieblum

Weitere Informationen
St. Johanniskirche in Nieblum auf Föhr © NDR Foto: Kathrin Weber

Kirchenschätze auf der grünen Insel

Auf der Nordseeinsel Föhr stehen mehrere gut erhaltene Gotteshäuser aus dem 13. Jahrhundert. In ihren hellen Kirchenschiffen finden Besucher erstaunliche Kunstschätze. Bildergalerie

Ein historischer Dorfkern mit urigen Friesenhäusern, schöne Alleen und ein herrlicher Sandstrand: An der Südküste der Insel - zwischen Wyk und Utersum - liegt das Friesendorf Nieblum. Der malerische Ort bietet sowohl Unterkünfte für Urlauber als auch Sehenswürdigkeiten für Ausflügler. Auffälligstes Gebäude ist neben den Friesenhäusern aus dem 18. Jahrhundert, die früher von wohlhabenden Kapitänen bewohnt wurden, die Kirche St. Johannis.

Das "Friesendom" genannte Gotteshaus wurde im 13. Jahrhundert gebaut und ist das älteste und größte der Insel. Das alte Taufbecken aus Granit, ein kostbarer Flügelaltar aus dem späten 15. Jahrhundert sowie die Kanzel mit Flachreliefs und niederdeutschen Inschriften lohnen auch einen Blick ins Innere. Ein großer, denkmalgeschützter Friedhof mit altem Baumbestand und interessanten Grabsteinen, die zum Teil noch aus dem Barock stammen, umgibt das Gotteshaus. Sportfreunde finden in Nieblum einen Golf- und einen Tennisplatz sowie eine Surfschule.

Jazz, Musik Festival und Kunst der Westküste

Besonders in den Sommermonaten bietet die Insel ein anspruchsvolles Kulturangebot mit internationaler Beteiligung. Viel Wert legen die Organisatoren von "Jazz goes Föhr" auf die familiäre Atmosphäre, die einen engen Kontakt zwischen Musikern und Publikum ermöglicht.

Fähre vor Dagebüll in der Nordsee. © NDR Foto: Kathrin Weber
Die Fähre verkehrt täglich mehrfach zwischen Dagebüll und Wyk, im Sommer wird sie außerdem zum Konzertsaal.

Außerdem ist Föhr jedes Jahr Gastgeber für Konzerte im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals. Neben den Kirchen St. Nicolai und St. Johannis sowie dem Veranstaltungszentrum in Wyk gibt es eine ganz besondere Spielstätte: die Fähre der Wyker Dampfschiffs-Reederei, die normalerweise zwischen Amrum und Föhr pendelt. Sie geht für das Festival im Hafen von Wyk vor Anker und wird in einen schwimmenden Konzertsaal umgestaltet.

Nahezu ganzjährig geöffnet ist das Museum Kunst der Westküste (MKDW) in dem Dorf Alkersum im Zentrum von Föhr. Schwerpunkt der Sammlung sind die Themen Küste und Meer, die wechselnde Ausstellung zeigt klassische und zeitgenössische Werke aus Norwegen, Dänemark, Deutschland und den Niederlanden.

Anreise

Die Insel Föhr ist vom Festland aus ab Dagebüll mit der Fähre in etwa 50 Minuten zu erreichen. Während der Saison ist es ratsam, Tickets vorher zu buchen - besonders für die Überfahrt mit einem Auto. Auf Föhr lassen sich die meisten Strecken gut mit dem Fahrrad bewältigen, außerdem verkehren Busse. Seit 2019 besteht zusätzlich eine schnelle Verbindung per Katamaran zwischen Föhr, Dagebüll, Amrum und den Halligen Langeness und Hooge. Mit dem Flugzeug gibt es Verbindungen ab Husum, Westerland auf Sylt und Flensburg.

Karte: Insel Föhr

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Dieses Thema im Programm:

Nordtour | 08.02.2020 | 18:00 Uhr

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