Stand: 13.07.2017 17:08 Uhr

Borkum: Sonneninsel im Wattenmeer

Gut zwei Stunden dauert die Überfahrt mit der Fähre von Emden auf die größte und westlichste der Ostfriesischen Inseln, Borkum. Das hat durchaus Vorteile: Auf der Fahrt können sich Besucher langsam auf ihren Inselaufenthalt und das Klima dort einstimmen. Neben Helgoland kann Borkum als einzige deutsche Insel mit Hochseeklima punkten. Die pollenarme, jodhaltige Luft ist ideal zum Durchatmen. Mit durchschnittlich 2.000 Sonnenstunden im Jahr ist das Nordseeheilbad außerdem einer der sonnigsten Orte in Deutschland. Urlauber haben also gute Chancen, den rund 26 Kilometer langen, feinen Sandstrand bei schönem Wetter zu genießen.

Die Insel Borkum aus der Vogelperspektive.

Inselgeschichten von Borkum

die nordstory -

Auf Borkum leben rund 5.500 Menschen. Der Film begleitet einige Insulaner in der Hochsaison und wirft einen Blick hinter die Kulissen des beliebten Urlaubsziels im Wattenmeer.

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Abwechslungsreiche Natur auf Borkum

Allerdings lohnt es sich, den Urlaub auf Borkum nicht nur am Strand zu verbringen, denn die Insel bietet weitaus mehr: eine abwechslungsreiche Natur mit Dünen, Wald, Heide und Watt sowie eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt. Zu den Besonderheiten gehören etwa Greifvögel und seltene Orchideenarten. Rund 120 Kilometer markierte Wanderwege führen über die Insel. Wer völlige Ruhe sucht, sollte das Ostland besuchen. Dieser Inselteil ist nur sehr dünn besiedelt und ideal, um die Natur zu genießen.

Den Nationalpark Wattenmeer entdecken

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Die "Borkumriff" liegt im Neuen Hafen. An Bord ist eine Ausstellung über das Wattenmeer zu sehen.

Teile von Borkum und des angrenzenden Wattenmeers gehören zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Zu seiner besonders geschützten Tier- und Pflanzenwelt zählen unter anderem viele Vogelarten sowie Seehunde. Natürlich können Besucher diese einzigartige Natur auch erkunden und genießen. Exkursionen unter professioneller Führung geben dazu Gelegenheit. Die erfahrenen und staatlich geprüften Wattführer informieren über den faszinierenden Lebensraum Watt und beantworten Fragen. Umfangreiche Informationen über das Wattenmeer und seinen Schutz erhalten Urlauber auch auf dem Nationalparkschiff, dem ehemaligen Feuerschiff "Borkumriff", das im Neuen Hafen liegt. Dort gibt es unter anderem ein Wattboden-Modell zu sehen.

Die Nordsee als Aquarium

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Das Aquarium bietet auch öffentliche Führungen mit einer Biologin an - für alle, die mehr erfahren wollen.

Im Aquarium an der Südpromenade können Besucher die Unterwasserwelt vor Borkum kennenlernen. 16 Becken geben Einblicke in unterschiedliche Lebensräume wie Muschelbänke, Riff, Priele, Hafenbecken und offene See. In den Aquarien leben Tiere wie Aalmutter, Katzenhai, Muscheln, Seesterne und Zylinderrosen. Zahlreiche Schautafeln informieren zusätzlich über den Naturraum Nordsee. Das Nordsee Aquarium Borkum existiert bereits seit den 70er-Jahren, wurde aber 2015 umfassend renoviert und neu gestaltet.

Walfänger und Urlauber bringen Wohlstand nach Borkum

Das Heimatmuseum "Dykhus" dokumentiert die interessante kulturelle Vergangenheit Borkums. Zu den besonderen Exponaten gehört ein komplettes Pottwalskelett. Der Walfang, der im 18. Jahrhundert seine Blütezeit hatte und den Einwohnern zu etwas Wohlstand verhalf, spielte bei der Entwicklung der Insel eine wichtige Rolle. Nach seinem Niedergang versank Borkum zunächst in Armut, viele Menschen verließen die Insel. 1834 kamen die ersten Badegäste, 1850 erfolgte die Anerkennung als Nordseebad. Seitdem ist Tourismus der wichtigste Wirtschaftszweig.

Leuchtturm bietet Orientierung

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Mit gut 60 Metern Höhe überragt der Neue Leuchtturm im Westen alle anderen Gebäude auf Borkum.

Mit seiner exponierten Lage am westlichen Rand der ostfriesischen Inselgruppe ist Borkum ein wichtiger Orientierungspunkt für die Schifffahrt in der Deutschen Bucht. Seezeichen und Leuchttürme spielen deshalb bis heute eine große Rolle. Der Neue Leuchtturm wurde 1879 aus schwarzbraunen Ziegelsteinen erbaut und ist bis heute in Betrieb. Er dient zum einen als Tagesmarke, zum anderen als sogenanntes Seefeuer. Nachts orientieren sich Schiffe vor der Emsmündung an ihm. 315 Stufen führen auf die Plattform, die in der Saison für Besucher geöffnet ist und einen wunderbaren Blick über die Insel bietet.

Neue Aufgaben für alte Leuchttürme

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Der rot-weiße Leuchtturm zählt zu den beliebtesten Fotomotiven auf der Insel.

Knapp 28 Meter hoch und rot-weiß-gestreift ist der kleine, elektrische Leuchtturm. Er wurde 1889 im Südwesten Borkums auf einer Düne errichtet und war der erste für den elektrischen Betrieb gebaute Leuchtturm in Deutschland. Seit 2003 ist er nicht mehr in Betrieb, da das Fahrwasser, für das er bestimmt war, inzwischen von einer Sandbank durchwandert wird. Stattdessen dient er als Träger für ein Radarsystem. Der markante Alte Leuchtturm auf dem Walfängerfriedhof erfüllt heute ebenfalls einen anderen Zweck. Der quadratische Backsteinbau gehört dem Heimatverein Borkum e.V., der ihn umfassend renoviert hat und dort eine Ausstellung zeigt. Im ehemaligen Turmwärterhaus, dem Toornhuus, wurde eine ostfriesische Teestube eingerichtet

Tourismus auf Allergiker eingestellt

Menschen, die unter Allergien leiden, finden auf Borkum beste Bedingungen für einen Urlaub. Die Europäische Stiftung für Allergieforschung (ECARF) hat das Heilbad als erste Insel in Europa als allergikerfreundlich zertifiziert. Rund 120 Unterkünfte mit zusammen fast 2.000 Betten sowie zahlreiche Einzelhändler dürfen seit 2013 mit einem Siegel werben. Sie haben unter anderem ihre Einrichtung an die Bedürfnisse von Allergikern angepasst und weisen die Inhaltsstoffe von Lebensmitteln aus.

Bilderreise nach Borkum

Anreise

Die Überfahrt nach Borkum erfolgt von Emden oder dem niederländischen Eemshaven und dauert mit der Fähre gut zwei Stunden beziehungsweise 50 Minuten. Von Emden verkehrt außerdem ein Katamaran, er benötigt eine Stunde. Die Fähren transportieren auch Autos und Fahrräder. Wer sein Auto nicht mit auf die Insel nehmen möchte, kann es am Hafen in Emden oder Eemshaven auf Parkplätzen oder in Garagen gegen Gebühr abstellen.
Passagiere, die ohne Auto anreisen, steigen direkt am Anleger auf Borkum in die Inselbahn, die sie in den Ortskern bringt. Diese Fahrt ist im Ticketpreis enthalten.

Die Bahn sowie Fernbusse (von Köln, Düsseldorf, Essen, Dorsten und Wilhelmshaven) bringen Reisende ebenfalls zum Fähranleger in Emden. Außerdem gibt es Flugverbindungen von Emden und Hamburg.

Karte: Die Insel Borkum
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Wildes Borkum

NDR Fernsehen

Borkum ist die größte der sieben Ostfriesischen Inseln. Weit über die Hälfte der Fläche steht unter Naturschutz und bietet Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen. Video (28:31 min)

Dieses Thema im Programm:

die nordstory | 14.07.2017 | 15:00 Uhr

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