Stand: 04.04.2018 11:28 Uhr

Unbekanntes Welterbe: Oberharzer Wasserregal

Strom und Trinkwasser aus einer historischen Anlage

Bis 1930 schlossen fast alle Harzer Gruben, das Wasser wurde in den Bergwerken nicht mehr benötigt. Seit 1978 stehen alle Anlagen des Oberharzer Wasserregals unter Denkmalschutz. Ein Teil der Gräben und Wasserläufe wird für kulturhistorische, touristische und Naturschutz-Zwecke in funktionstüchtigem Zustand erhalten: Im September 2011 begannen die Harzwasserwerke außerdem damit, einige verschüttete Gräben, so etwa Abschnitte des Alten Dammgrabens, wieder freizulegen. Andere Abschnitte des Wasserregals dienen heute der Stromerzeugung aus Wasserkraft, so auch der Rehberger Graben, dessen Wasser sechs kleinere Kraftwerke antreibt. Ein Teil der historischen Stauteiche versorgt die umliegenden Harzorte mit Trinkwasser. Die Oberharzer Wasserwirtschaft bleibt also nicht nur als einzigartiges Kulturdenkmal, sondern auch im Alltag der Bewohner unverzichtbar.

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Das Wasserregal wandernd entdecken

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Zahlreiche Texttafeln und Schaubilder informieren Wanderer über das Wasserregal.

Wer die alten Anlagen näher erkunden möchte, kann einzelne Teilstücke sehr gut auf Wanderungen kennen lernen. Die einst für den Harzer Bergbau so überlebenswichtigen Bauwerke bilden heute eine romantische Teich- und Seenlandschaft. An den kilometerlangen Gräben führen stille Wanderwege entlang. Insgesamt gibt es 22 sogenannte Wasserwanderwege, die an Anlagen des Wasserregals vorbeiführen. Sie sind mit einem Kehrrad als Symbol gekennzeichnet. Schilder am Wegesrand erklären die Funktionen der historischen Bauwerke. Interessante Beispiele sind der Dammgraben aus dem 18. Jahrhundert, der das Wasser aus der Brocken-Region zu den Gruben im 25 Kilometer entfernten Clausthal führte und der rund 300 Jahre alte Rehberger Graben, der Wasser des Oderteichs zu den Bergwerken in Sankt Andreasberg leitete. Dort trieb das Wasser ab dem 19. Jahrhundert die Fahrkunst der Grube Samson an, zu ihrer Betriebszeit eines der tiefsten Bergwerke der Welt. Heute ist die Grube, die von 1521 bis 1910 in Betrieb war, ein Schaubergwerk.

Baden im Welterbe - ein besonderes Vergnügen

Der Sommer hält für Besucher der Welterbestätte im Oberharz ein ganz besonderes Vergnügen bereit: In rund 50 Teichen des Wasserregals, teilweise mitten im Wald gelegen, darf man baden. Auch in einigen Talsperren ist Baden und Wassersport erlaubt. Trinkwasserschutzgebiete und Naturschutzbereiche sind hingegen entsprechend gekennzeichnet.

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