Stand: 24.01.2019 09:48 Uhr

In der Höhle der Bären und Wölfe

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Höhlenlöwen, Wölfe, Bären - sie alle besuchten einst die Höhle. Von Einhörnern fehlt allerdings bis heute jede Spur.

Der Name Einhornhöhle führt in die Irre, doch auch ohne das Fabeltier bietet die größte begehbare Höhle im Westharz interessante Einblicke in die Tier- und Erdgeschichte. Hier lebten schon vor Jahrtausenden Bären und Wölfe. Die Wege im Inneren der Erde sind fast 700 Meter lang, Besucher lernen bei geführten Höhlentouren knapp 300 Meter davon kennen.

Niedersachsen, Herzberg: Ansicht der Blauen Grotte in der Einhornhöhle im Harz. © dpa-Bildfunk Foto: Swen Pförtner

Erforschung der Einhornhöhle bei Scharzfeld im Harz

DAS! -

Für Forscher ist die Einhornhöhle ein wahrer Schatz. Die Grabungen in der Höhle sind längst nicht abgeschlossen, selbst mit ausreichend Personal würde man dafür fast 3.000 bis 5.000 Jahre brauchen.

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Niedrige Gänge verbinden mehrere Hohlräume, sogenannte Hallen und Dome. In der "Blauen Grotte" fällt Tageslicht durch einen eingestürzten Teil der Decke. Die Höhle in einem Waldgebiet nahe des Herzberger Ortsteils Scharzfeld ist ein natürlich entstandener Hohlraum in 270 Millionen Jahre altem Gestein, dem Zechsteindolomit. 2014 entdeckten Forscher bei Bohrungen, dass es in elf Metern Tiefe mindestens eine weitere große Höhle gibt, die offenbar seit 10.000 Jahren verschlossen war.

Ein Spiegel der Tierentwicklung

Fabelhaftes Einhorn

Fast jeder kennt seien Namen, doch niemand hat es je gesehen: Das Einhorn ist ein uraltes Fabelwesen mit ungeklärtem Ursprung. Bereits auf Zeichnungen aus der Antike kommen Einhörner vor. Stets ähneln sie Pferden und tragen am Kopf ein langes, gedrehtes Horn. In der Mythologie steht das Einhorn für das Gute.

Ende des 16. Jahrhunderts gruben erste Knochensammler in der Höhle nach Überresten von Einhörnern, denen heilende Kräfte nachgesagt wurden. Ihre Funde entpuppten sich erst Jahrzehnte später als Teile von großen Säugetieren wie Höhlenbären. Inzwischen wurden dort Knochenreste von mehr als 70 verschiedenen Tieren entdeckt, darunter Wölfen, Höhlenlöwen und Fledermäusen, die noch heute dort leben. Damit lässt sich in der Einhornhöhle die Entwicklungsgeschichte der Tierarten über Jahrzehntausende nachvollziehen. Die Höhle ist Informationszentrum des Geoparks Harz sowie ein Natur- und Kulturdenkmal.

Einhornhöhle

37412 Herzberg am Harz
Ortsteil Scharzfeld
Tel. (05521) 99 75 59

Die Höhle kann nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Die Touren dauern etwa 45 Minuten und beginnen stündlich von 11 bis 16 Uhr.

aktuelle Öffnungszeiten und Eintrittspreise auf der Website der Höhle

Karte: Die Einhornhöhle
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Dieses Thema im Programm:

DAS! | 24.02.2019 | 18:45 Uhr

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