Das Präparat von Walross "Antje" und ein Bildschirm im Zoologischen Museum Hamburg. © picture alliance/dpa Foto: Georg Wendt

Zoologisches Museum Hamburg: Wilde Tiere ganz nah

Stand: 02.08.2021 14:31 Uhr

Der Mensch und sein Einfluss auf die Natur - diese Problematik ist ein Schwerpunktthema des Zoologischen Museums in Hamburg. Die Ausstellung zeigt dazu viele lebensechte Präparate bedrohter Wildtiere.

von Irene Altenmüller, NDR.de

Ein besonders popuäres Tier, das mittlerweile von Aussterben bedroht ist, ist der Eisbär. Bereits im Foyer begrüßt ein Präparat dieses eindrucksvollen Säugetiers die Besucherinnen und Besucher. Eine Multimedia-Station direkt daneben informiert über seinen schwindenden Lebensraum als Folge des Klimawandels. Viele Forscher sprechen bereits von einem neuen Erdzeitalter: dem Anthropozän - dem Zeitalter des Menschen. Eines seiner Kennzeichen ist das Artensterben.

Exponate bedrohter Wildtiere

Präparierter Eisbär in der Ausstellung des Zoologischen Museums Hamburg © NDR Foto: Kathrin Weber
Schwindende Lebensräume machen nicht nur den Eisbären zu schaffen.

Wie stark der Einfluss des Menschen auf die Umwelt ist, wird beim Rundgang durch das Museum deutlich. Viele der Wildtiere, die das Museum als lebensechte Präparate zeigt, sind in freier Natur vom Aussterben bedroht. Dazu zählen der Orang-Utan, der Amur-Leopard, das Nashorn und zahlreiche weitere Wildtiere aller Kontinente. Zu sehen sind auch verschiedene Vogelarten Mitteleuropas sowie zahlreiche Skelette und Modelle von Walen. Ausführliche Informationstafeln und Multimediastationen geben einen Überblick über den jeweiligen Naturraum und weitere vertiefende Informationen.

Neuer Bereich zu Zoonosen

Ein neuer Bereich ist den Zoonosen gewidmet - also Infektionskrankheiten, die von Tieren auf den Menschen übertragen werden können und zu denen auch Covid-19 zählt. Besucher können hier unter anderem erfahren, wie die Ausbreitung von Zoonosen mit der Zerstörung tierischer Lebensräume zusammenhängt.

Tiere aus allen Teilen der Erde im Zoologischen Museum

Teil eines Finnwals-Skelett in der Ausstellung des Zoologischen Museums Hamburg © NDR Foto: Kathrin Weber
Das Skelett eines Finnwals zählt zu den weiteren eindrucksvollen Exponaten des Museums. .

Zu den Besonderheiten des Zoologischen Museums gehört das Präparat von Walross Antje. Das Tier lebte im Tierpark Hagenbeck und war 23 Jahre lang das Maskottchen des NDR war. Eine weitere Rarität ist der Schädel eines weiblichen Narwals mit zwei Stoßzähnen, der im 17. Jahrhundert von einem Walfänger erlegt wurde. Es ist weltweit das einzige bekannte weibliche Exemplar mit zwei Stoßzähnen. Normalerweise besitzen nur männliche Narwale einen Stoßzahn und nur äußerst selten gleich zwei. Weitere Walskelette geben einen Eindruck von der Größe der Meeressäuger.

Eintritt kostenlos

Mit seinen anschaulichen Präparaten und den multimedialen Stationen ist das Museum besonders Familien zu empfehlen. Weiterer Pluspunkt: Der Eintritt ist frei. Für Kinder und Jugendliche sind zahlreiche spezielle Programme im Angebot - von verschiedenen Rundgängen bis zur Dino-Geburtstagsfeier.

Auf dem Weg zum großen Naturkundemuseum

Das Zoologische Museum ist der Nachfolger des 1843 gegründeten Naturhistorischen Museums, das im Juli 1943 während der Bombenangriffe auf Hamburg zerstört wurde. Zwar blieben die umfangreichen zoologischen Sammlungen erhalten, aus Platzgründen ist seither aber nur noch ein kleiner Teil öffentlich zugänglich. Mehr als zehn Millionen Objekte lagern in den nicht-öffentlichen Wissenschaftlichen Sammlungen, die zu den bedeutendsten Deutschlands zählen. Um diese Objekte wieder Besuchern zeigen zu können und Themen wie Artenvielfalt und Artensterben stärker ins Bewusstsein zu rücken, ist nach langer Diskussion nun ein neues Naturkundemuseum in Planung: das "Evolutioneum".

Zoologisches Museum Hamburg

Bundesstraße 52
20146 Hamburg
Tel. (040) 42 83 82 276

Eintritt frei
Öffnungszeiten und weitere Infos auf der Website des Museums

Weitere Informationen
Museum der Arbeit - Neue Fabrik - Eingang © SHMH/Sinje Hasheider Foto: Sinje Hasheider

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