Traditionsschiffe im Museumshafen Oevelgönne erleben

Stand: 08.01.2021 10:32 Uhr

Freunde von Traditionsschiffen sind im Museumshafen Oevelgönne in Hamburg-Neumühlen richtig. Dort liegen mehrere ehemalige Arbeitsschiffe, die zwischen 1880 und 1960 typisch für den Hamburger Hafen waren.

Aufgrund der Corona-Pandemie sind viele Freizeitaktivitäten eingeschränkt, aber ein Spaziergang am Hafen ist weiterhin möglich. Am Museumshafen in Oevelgönne - auch Övelgönne - können Besucher zahlreiche Traditionssegler und Barkassen sehen und in Hamburgs maritime Geschichte eintauchen. Die Schiffe gehören dem Verein Museumshafen Oevelgönne e.V.

Zwar sind die Fahrten derzeit ausgesetzt, grundsätzlich kann man die schwimmenden Denkmäler aber in den wärmeren Monaten auf Gästetörns erleben. Interessierte können über die Vereinswebsite Kontakt zu den Schiffscrews aufnehmen und Termine buchen - auch Gruppenfahrten und -führungen sind möglich. Der Fahrpreis fließt in den Erhalt der Schiffe.

Zur Flotte gehören neben Segelschiffen wie der "Hoop op Welvaart" oder dem Besanewer "Moewe" auch das Feuerschiff "Elbe 3", der Finkenwerder Hochseefischkutter "Präsident Freiherr von Maltzahn", der Dampfschlepper "Claus D.", die Dampfpinasse "Mathilda" oder die Hafenbarkasse "Altona". Ein besonderer Schatz ist die Polizeidampfbarkasse "Otto Lauffer" aus den 1920er-Jahren. Sie stand mehr als 40 Jahre im Dienst der Hafenpolizei. Danach gehörte sie dem Museum für Hamburgische Geschichte und war ab 1969 das erste fahrbereite Museumsschiff Deutschlands.

Vereinsmitglieder restaurieren viele Schiffe

Die dampfbetriebene Polizeibarkasse "Otto Lauffer" des Museumshafens Oevelgönne e.V. in Fahrt. © Museumshafen Oevelgönne e.V. / Bjørn Nicolaisen
Die Dampfbarkasse "Otto Lauffer" geht regelmäßig mit Gästen an Bord auf Fahrt.

Neben den eigenen Schiffen kümmert sich der Verein außerdem um die Pflege von Fahrzeugen Hamburger Museen: Dazu gehören der Schwimmkran "HHLA I - Karl Friedrich Steen" sowie der Ewer "Elfriede“. Ein Großteil der Schiffe kauften die Mitglieder des Vereins als Wracks mithilfe von Spendengeldern und restaurierten sie liebevoll.

Liegeplatz des Dampfeisbrechers "Stettin"

Neben der Flotte des Museumshafens Oevelgönne e.V. liegen in Neumühlen auch Schiffe, die im Besitz anderer Fördervereine oder von Privatpersonen sind. Zu den bekanntesten gehört der "Dampfeisbrecher "Stettin": Das Schiff lief im Jahr 1933 vom Stapel, war im Zweiten Weltkrieg im Stettiner Haff und bis 1981 auf Unterelbe, Nord-Ostsee-Kanal und in der Kieler Bucht im Einsatz.

Modernes Besucherzentrum in Planung

Der Museumshafen Oevelgönne besteht seit 1976. Zu dem Ensemble direkt an der Elbe zählt auch ein kleiner Leuchtturm. Er stand früher auf der Elbinsel Pagensand.

Künftig wird der Hafen mit einem Besucherzentrum eine weitere Attraktion bekommen: Das schwimmende Gebäude soll einen 360-Grad-Panoramablick sowohl auf die Museumsschiffe als auch auf den modernen Hafen ermöglichen. Die Eröffnung ist für das Jahr 2022 geplant.

Der Museumshafen ist am besten mit der HADAG-Fähre 62 von den Landungsbrücken aus zu erreichen. Alternativ fährt die Buslinie 113 den Hafen an.

Karte: Hamburger Museumshafen Oevelgönne

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