Stand: 25.01.2019 13:15 Uhr

Flensburg: Deutschlands dänischste Stadt

Flensburg im hohen Norden Deutschlands liegt malerisch an der Förde und unmittelbar an der Grenze zu Dänemark. Viele Jahrhunderte gehörte Flensburg zum dänischen Hoheitsgebiet, ab 1864 zu Preußen. Die heutige Grenze besteht seit 1920, aber die Nähe zum Nachbarland ist noch immer zu spüren. In der Stadt gibt es mehrere dänische Schulen, dänische Kulturvereine und eine dänische Tageszeitung.

Ein Altstadtbummel durch Flensburg

Da Flensburg im Zweiten Weltkrieg kaum zerstört wurde, finden Besucher in der hübschen Altstadt noch viele Spuren der 700-jährigen Geschichte: enge Gassen, große Plätze und traditionsreiche Kaufmannshöfe. Einen Schwerpunkt bilden Gebäude im Stil der Backsteingotik wie die St. Marien- oder die St. Nikolai-Kirche. Zahlreiche Sehenswürdigkeiten stehen an der Fußgängerzone zwischen Nordertor und Südermarkt.

Hafen und Rum-Meile

Die Entwicklung Flensburgs ist durch die Lage an der Förde eng mit der Seefahrt verknüpft. Im 18. Jahrhundert besaß die Stadt einen der bedeutendsten Handelshäfen für die Schiffe der Westindien-Flotte. Sie brachten Rohrzucker und Roh-Rum von den Karibikinseln in ihre Heimatstadt, wo er zu Zucker und trinkbarem Rum verarbeitet wurde. Damit wurde Flensburg zu einem der bedeutendsten Standorte der Zuckerproduktion im dänischen Gesamtstaat und zur Rum-Stadt. In der Blütezeit des Handels gab es mehr als 200 Rumfirmen.

Dem Rum auf der Spur

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In manchen Gassen der Altstadt scheint die Zeit zu stehen.

Heute ist die Tradition des Rumdestillierens fast nur noch Geschichte, aber die Stadt kann mit dem einzigen Rum-Museum Deutschlands sowie einer Rum- und Zucker-Meile aufwarten. Sie führt zu 20 Stationen quer durch die Altstadt und dokumentiert mit Hinweisschildern und einem kostenlosen Faltblatt die Handelswege der vergangenen 250 Jahre.

Oldtimer bestaunen bei der Rum-Regatta

Erinnerung an alte Zeiten und eine beliebte Veranstaltung ist die Rum-Regatta, die seit 1980 jedes Jahr am Wochenende nach Himmelfahrt stattfindet. Das größte Treffen historischer Gaffelsegler in Nordeuropa ist allerdings keine Regatta im Sinne eines Wettkampfs, sondern eine gemütliche Geschwaderfahrt inklusive eines Hafenfests. Um den Ehrgeiz der Segler zu bremsen, gibt es nur für den Zweitplatzierten einen Gewinn - eine Drei-Liter-Flasche Rum. Alle anderen werden mit "Schrottpreisen" bedacht.

Maritime Entdeckertour

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Maritimes Flair vor prächtiger Kulisse: der Salondampfer "Alexandra" lädt zu Ausflugsfahrten ein.

Der Hafen, der an die Altstadt grenzt, ist noch immer ein wichtiger und zentraler Ort. Von hier haben Besucher einen schönen Blick auf die Stadt, können mit Ausflugsschiffen zu Fahrten auf der Förde oder nach Dänemark starten oder bei einem Spaziergang die maritime Atmosphäre spüren. Nicht verpassen sollte man den Historischen Hafen mit klassischen Segeljachten und alten Kuttern. Eine Besonderheit ist der restaurierte Salondampfer "Alexandra". Direkt am Museumshafen befinden sich in einem ehemaligen Zollspeicher ein Schiffahrtsmuseum und das Rum-Museum.

Flensburgs stadtnahe Marinas und Strände

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Der Strand Solitüde lockt mit hellem Sand und klarem Wasser.

Am östlichen Fördeufer liegt der Stadtteil Mürwik. Auf einem ehemaligen Marinegelände ist das Hafenviertel Sonwik entstanden. Denkmalgeschützte Marinegebäude wurden zu Apartmenthäusern umgebaut. Direkt davor entstand die moderne Marina Sonwik. Auch im Gastsegler-Hafen nahe der Hafenspitze sowie im Yachthafen Wassersleben an der dänischen Grenze sorgen Segler und andere Wassersportler für reges maritimes Leben.

Zwar ist Flensburg kein klassischer Badeort, doch stadtnahe Strände locken bei gutem Wetter zahlreiche Bewohner an die Förde. Etwas nördlich von Mürwik befindet sich der schöne Strand Solitüde. Auf der gegenüberliegenden Fördeseite besuchen Sonnenhungrige die Badestelle Ostseebad, die am Stadtrand in Richtung Wassersleben liegt. 

Blick von der "Blumenvase"

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Baum oder Blumenvase? Wasserspeicher im Stadtteil Mürwik.

Eine weitere - allerdings unbekanntere - Sehenswürdigkeit in Mürwik ist der Wasserturm. Der Bau von 1960 steht im Volkspark und ist einer von zwei modernen Wassertürmen in Schleswig-Holstein. Der Architekt Trautwein wollte mit seinem Entwurf die Form der Baumkronen nachzeichnen. 18 Betonbögen stützen den Speicher, der bis zu 1,5 Millionen Liter Wasser fasst. Die knapp 100.000 Einwohner Flensburgs nennen ihren Wasserturm liebevoll "Blumenvase". Von Mai bis Ende September können Besucher nicht nur das beeindruckende Innenleben besichtigen, sondern von der Aussichtsplattform auch einen tollen Blick über die Fördestadt bis nach Dänemark genießen.

Kunst auf dem Museumsberg

Museum

Flensburg: Ein Berg für Kunst und Kultur

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Für Kunstinteressierte lohnt sich ein Besuch auf dem Museumsberg in der Altstadt. Ein städtisches Museum bietet dort einen Einblick in die Kunst- und Kulturgeschichte des ehemaligen Herzogtums Schleswig vom 13. bis zum 20. Jahrhundert. Schwerpunkt der Ausstellung ist die Möbelsammlung des Flensburger Möbelfabrikanten und Museumsdirektors Heinrich Sauermann (1842-1904). Sie umfasst über 900 Stücke und reicht vom mittelalterlichen Schrank bis zur klassizistischen Wohnkultur.

Ein jahrzehntealtes Büro.

Die gerichtshistorische Sammlung in Flensburg

Nordtour -

Nach fünf Jahren Sanierung wurde die gerichtshistorische Sammlung der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht. Zentrales Thema der Sammlung ist der Arbeitsalltag der Justiz.

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Dieses Thema im Programm:

Nordtour | 26.01.2019 | 18:00 Uhr

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