Stand: 21.11.2019 14:19 Uhr

Flensburg: Deutschlands dänischste Stadt

Flensburg im hohen Norden Deutschlands liegt malerisch an der Förde und unmittelbar an der Grenze zu Dänemark. Viele Jahrhunderte gehörte Flensburg zum dänischen Hoheitsgebiet, ab 1864 zu Preußen. Die heutige Grenze besteht seit 1920, aber die Nähe zum Nachbarland ist noch immer zu spüren. In der Stadt gibt es mehrere dänische Schulen, dänische Kulturvereine und eine dänische Tageszeitung.

Blick auf Flensburg am Abend

Flensburg im hohen Norden Deutschlands

Mein Nachmittag -

Flensburg ist Deutschlands dänischste Stadt mit einem wunderschönen Altstadtkern. NDR Reporter Sven Tietzer reist an die Förde und entdeckt die spannende Geschichte der Stadt.

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Da Flensburg im Zweiten Weltkrieg kaum zerstört wurde, finden Besucher in der hübschen Altstadt noch viele Spuren der 700-jährigen Geschichte: enge Gassen, große Plätze und traditionsreiche Kaufmannshöfe sowie Gebäude im Stil der Backsteingotik wie die St. Marien- und die St. Nikolai-Kirche. Zahlreiche Sehenswürdigkeiten lassen sich bei einem Bummel durch die Fußgängerzone zwischen Nordertor und Südermarkt entdecken.

Hafen und Rum brachten Wohlstand

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Der Oluf-Samson-Gang an der Förde gehört zu den schönsten Gassen der Stadt.

Die Entwicklung Flensburgs ist wegen der Lage an der Förde eng mit der Seefahrt verknüpft. Im 18. Jahrhundert besaß die Stadt einen der bedeutendsten Handelshäfen für die Schiffe der Westindien-Flotte. Sie brachten Rohrzucker und Roh-Rum von den Karibikinseln in ihre Heimatstadt, wo er zu Zucker und trinkbarem Rum verarbeitet wurde. Damit wurde Flensburg zu einem der wichtigsten Standorte der Zuckerproduktion im dänischen Gesamtstaat und zur Rum-Stadt mit mehr als 200 Firmen aus dieser Branche.

Dem Rum auf der Spur

Heute ist die Tradition des Destillierens fast nur noch Geschichte, aber die Stadt kann mit dem einzigen Rum-Museum Deutschlands sowie einer Rum- und Zucker-Meile aufwarten. Sie führt zu 20 Stationen quer durch die Altstadt und dokumentiert mit Hinweisschildern und einem kostenlosen Faltblatt die Bedeutung des Rums für Flensburg in den vergangenen 250 Jahren.

Oldtimer bestaunen bei der Rum-Regatta

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Zur Rum-Regatta treffen sich Segel-Oldtimer in Flensburg.

Erinnerungen an alte Zeiten bietet auch die Rum-Regatta, die seit 1980 jedes Jahr am Wochenende nach Himmelfahrt stattfindet. Das größte Treffen historischer Gaffelsegler in Nordeuropa ist allerdings keine Regatta im Sinn eines Wettkampfs, sondern eine gemütliche Geschwaderfahrt inklusive eines Hafenfestes. Um den Ehrgeiz der Segler zu bremsen, gibt es nur für den Zweitplatzierten einen Gewinn - eine Drei-Liter-Flasche Rum. Alle anderen werden mit "Schrottpreisen" bedacht.

Maritime Entdeckertour

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Maritimes Flair vor prächtiger Kulisse: der Salondampfer "Alexandra" lädt zu Ausflugsfahrten ein.

Der Hafen, der an die Altstadt grenzt, ist noch immer ein wichtiger und zentraler Ort. Von hier haben Besucher einen schönen Blick auf die Stadt, können mit Ausflugsschiffen zu Fahrten auf der Förde oder nach Dänemark starten oder bei einem Spaziergang die maritime Atmosphäre spüren. Nicht verpassen sollte man den Historischen Hafen mit klassischen Segeljachten und alten Kuttern. Eine Besonderheit ist der restaurierte Salondampfer "Alexandra". Direkt am Museumshafen befinden sich in einem ehemaligen Zollspeicher ein Schiffahrtsmuseum und das Rum-Museum mit einer Multimedia-Installation zur Geschichte des Rum-Handels.

Flensburgs stadtnahe Marinas und Strände

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Der Strand Solitüde lockt mit hellem Sand und klarem Wasser.

Am östlichen Fördeufer liegt der Stadtteil Mürwik. Auf einem ehemaligen Marinegelände ist das Hafenviertel Sonwik entstanden. Denkmalgeschützte Marinegebäude wurden zu Apartmenthäusern umgebaut. Direkt davor entstand die moderne Marina Sonwik. Auch im Gastsegler-Hafen nahe der Hafenspitze sowie im Yachthafen Wassersleben an der dänischen Grenze sorgen Segler und andere Wassersportler für reges maritimes Leben.

Zwar ist Flensburg kein klassischer Badeort, doch stadtnahe Strände locken bei gutem Wetter zahlreiche Bewohner an die Förde. Etwas nördlich von Mürwik befindet sich der schöne Strand Solitüde. Auf der gegenüberliegenden Fördeseite besuchen Sonnenhungrige die Badestelle Ostseebad, die am Stadtrand in Richtung Wassersleben liegt. 

Blick von der "Blumenvase"

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Baum oder Blumenvase? Wasserspeicher im Stadtteil Mürwik.

Eine weitere - allerdings unbekanntere - Sehenswürdigkeit in Mürwik ist der Wasserturm. Der Bau von 1960 steht im Volkspark und ist einer von zwei modernen Wassertürmen in Schleswig-Holstein. Der Architekt Trautwein wollte mit seinem Entwurf die Form der Baumkronen nachzeichnen. 18 Betonbögen stützen den Speicher, der bis zu 1,5 Millionen Liter Wasser fasst. Die knapp 100.000 Einwohner Flensburgs nennen ihren Wasserturm liebevoll "Blumenvase". Von Mai bis Ende September können Besucher nicht nur das beeindruckende Innenleben besichtigen, sondern von der Aussichtsplattform auch einen tollen Blick über die Fördestadt bis nach Dänemark genießen.

Kunst auf dem Museumsberg

Museum

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Für Kunstinteressierte lohnt sich ein Besuch auf dem Museumsberg in der Altstadt. Ein städtisches Museum bietet dort einen Einblick in die Kunst- und Kulturgeschichte des ehemaligen Herzogtums Schleswig vom 13. bis zum 20. Jahrhundert. Schwerpunkt der Ausstellung ist die Möbelsammlung des Flensburger Möbelfabrikanten und Museumsdirektors Heinrich Sauermann (1842-1904). Sie umfasst über 900 Stücke und reicht vom mittelalterlichen Schrank bis zur klassizistischen Wohnkultur. In einem zweiten historischen Gebäude sind Kunstwerke vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart aus Schleswig-Holstein zu sehen.

Ein Altstadtbummel durch Flensburg

Karte: Sehenswertes in Flensburg
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Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 22.11.2019 | 16:20 Uhr

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