Stand: 05.07.2019 16:11 Uhr  | Archiv

Papenburg - das Venedig des Nordens

Kanal in Papenburg  Foto: Günter Retzlik , Lingen
Zahlreiche hübsche Dreh- und Klappbrücken verbinden die Kanal-Ufer in Papenburg.

Papenburg ist die nördlichste Stadt des Emslandes und hat eine lange Tradition im Schiffsbau. Wurden dort früher kleine Schiffe wie Tjalk, Schoner und Brigg zum Warenverkehr mit anderen Orten gebaut, sind es heute Kreuzfahrtriesen, die in der Meyer Werft entstehen.

Die Geschichte Papenburgs ist eng mit dem Torfabbau verknüpft. Nachdem Dietrich von Velen das "Gut Papenburg" im Dezember 1630 erworben hatte, ließ er zur Entwässerung Kanäle, sogenannte Wieken, ziehen. Damit legte er den Grundstein für die Erschließung der bis dahin unzugänglichen emsländischen Moore. Die Kanäle nutzte er gleichzeitig, um den Torf mit schmalen Schiffen zu den ostfriesischen Ziegeleien zu liefern. So wurde Papenburg zur ersten Moorkolonie Deutschlands.

Zahlreiche Kanäle durchziehen die Stadt

Binnenkanäle mit einer Gesamtlänge von mehr als 40 Kilometern führen bis ins Zentrum der Stadt, die deshalb auch "Venedig des Nordens" genannt wird. Da liegt es nahe, Papenburg auf dem Wasserweg zu erkunden. Die Stadt bietet etwa geführte Kanutouren an, auf denen es immer wieder unter niedrigen Klapp- und Drehbrücken hindurchgeht.

Lebendiges Schifffahrts-Museum

Das Museumsschiff Brigg "Friederike" vor dem Rathaus in Papenburg © Papenburg Marketing
Die "Friederike von Papenburg" ist der Nachbau eines Zweimasters mit Rahsegeln aus dem 19. Jahrhundert.

Eindrucksvolles Zeugnis der Seefahrergeschichte Papenburgs sind sechs Schiffsnachbauten in Originalgröße, die über die Stadt verteilt am Hauptkanal liegen und so ein ganz besonderes Freilicht-Schifffahrts-Museum bilden. Beliebtes Fotomotiv und Wahrzeichen ist die Brigg "Friederike von Papenburg", die vor dem 1913 errichteten Rathaus ankert und eine Nebenstelle der Touristinformation ist. Zur Museumsflotte gehören außerdem eine Tjalk (Spezialschiff für Flachgewässer), eine Spitzmutte (Torf-Lastkahn), eine Kuff (Plattbodenschiff), ein Schoner (schnelles Frachtschiff) und eine Schmack (Gaffelsegler).

Mit seinen Schiffen sowie vielen Cafés und Restaurants ist der Hauptkanal eine ideale Bummelmeile. Ein Spaziergang lohnt sich diesen Sommer besonders, denn noch bis Ende September findet dort eine große Blumenschau statt. Auch der Stadtpark beteiligt sich mit einer besonderen Blumen-Bepflanzung (17. Juli bis 4. August).

Reise in die Vergangenheit im "Zeitspeicher" und Freilichtmuseum

Wer sich für die Entwicklung der Stadt interessiert, kann im "Zeitspeicher" eine Reise durch die Vergangenheit unternehmen. Das interaktive Erlebnismuseum führt Besucher durch die Geschichte Papenburgs als Zentrum des Torfabbaus und als Werftstandort.

Ehemalige Wohnhäuser von Moorarbeitern im Freilichtmuseum Von Velern in Papenburg. © NDR Foto: Kathrin Weber
Von der einfachen Hütte aus Torfplaggen zum gemauerten Haus: Die Von-Velen-Anlage zeigt, wie die Menschen früher lebten.

Vom "Zeitspeicher" führt ein Erlebnisweg entlang des Hauptkanals vorbei an Dreh- und Klappbrücken und den Museumsschiffen in die Innenstadt. Auch an einem Kanal, aber etwas außerhalb des Zentrums liegt die sehenswerte Von-Velen-Anlage. Das Freilichtmuseum zeigt auf sehr anschauliche Weise, wie die Menschen früher lebten und mit viel Mühe das Moor kultivierten. Im angrenzenden "Papenbörger Hus", einem Ackerbürger- und Kapitänshaus aus dem Jahr 1820, wird eine Spezialität nach historischem Rezept serviert: Buchweizen-Pfannkuchen. Buchweizen war lange das einzige Getreide, das auf dem kargen Torfboden wuchs, und wurde so zum Grundnahrungsmittel der armen Leute.

Kreuzfahrtriesen aus der Meyer Werft

Die "Norwegian Joy" an der Pier der Meyer Werft.
Die Meyer Werft ist auf Kreuzfahrtriesen spezialisiert - hier die 333 Meter lange "Norwegian Joy" kurz vor der Überführung.

Über die Grenzen Norddeutschlands hinaus ist Papenburg heute wegen der Kreuzfahrtschiffe bekannt, die auf der Meyer Werft gebaut werden. Die Überführung der Ozeanriesen auf der Ems lockt jedes Mal Tausende Schaulustige an die Ufer des Flusses. Die Schiffe entstehen in großen Trockendocks der Werft und werden nach dem Stapellauf in nervenaufreibender Zentimeterarbeit über die schmale Ems an die Nordsee manövriert. Wer das Spektakel aus der Ferne beobachtet, bekommt den Eindruck, die Schiffe bewegten sich auf grünen Wiesen durch die Landschaft.

Bei einer Werftbesichtigung haben Besucher Gelegenheit, einen Blick in das riesige Baudock zu werfen und sich über die mehr als 200-jährige Unternehmensgeschichte zu informieren. Eine vorherige Buchung ist erforderlich.

Paradies für Radfahrer

Das flache Emsland um Papenburg lädt zu Ausflügen mit dem Rad ein. Rund 150 Kilometer Radwege sind in Papenburg ausgeschildert. Dazu kommen überregionale Radwanderstrecken wie die "Emsland-Route", die "Deutsche Fehnroute", die "Internationale Dollard Route" oder die "Dortmund-Ems-Kanal-Route", die allesamt durch Papenburg verlaufen. Wer in Papenburg in die Pedale treten möchte, aber kein eigenes Fahrrad hat, kann sich in der Stadt das "Papenburg Rad" ausleihen. Neben normalen Rädern sind auch E-Bikes im Angebot.

Karte: Sehenswertes in Papenburg

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Dieses Thema im Programm:

Nordtour | 06.07.2019 | 18:00 Uhr

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