Stand: 09.08.2017 17:20 Uhr

Große Pötte bestaunen am Nord-Ostsee-Kanal

Stadtbummel durch Rendsburg

Rendsburg, das auf über 800 Jahre Geschichte zurückblicken kann, ist die größte Stadt am Nord-Ostsee-Kanal. Alte Bürgerhäuser und enge Gassen zeugen von der langen Tradition. Wer die Stadt kennenlernen möchte, bummelt am besten entlang der "blue line". Der blaue Strich, der mit Farbe auf die Pflastersteine gepinselt wurde, führt 3,2 Kilometer durch die Stadt - vorbei an vielen Sehenswürdigkeiten. Dazu gehören das alte Rathaus und die Marienkirche aus dem Jahr 1287 ebenso wie der Paradeplatz, der Skulpturenpark und zahlreiche historische Gebäude. Die Tourist-Information hält eine genaue Beschreibung der Sehenswürdigkeiten bereit.

Rudermarathon mit Spitzenbooten

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Groß trifft Klein: Beim Ruder-Marathon haben die Achter Vorfahrt.

Ein Highlight für Sportfreunde ist der Schleswig-Holstein Netz Cup der Ruderer auf dem Nord-Ostsee-Kanal, der jährlich im Herbst stattfindet. Er gilt als härtester Ruder-Marathon der Welt, bei dem 12,7 Kilometer gefahren werden. Hochkarätige internationale Achter-Teams messen ihre Kräfte auf der Strecke von der Fähre Breiholz bis zum Ziel an der Eisenbahnbrücke in Rendsburg.

Wie funktionieren die Schleusen?

Die Schleusen bestehen derzeit an beiden Standorten aus je zwei Doppelschleusen. Allerdings sind sie inzwischen weit über 100 Jahre alt, zum Teil marode und werden saniert. Die kleineren, älteren Schleusen stammen noch aus dem Jahr 1895, die größeren "neuen" Schleusen sind von 1914.

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Die riesigen Schleusen sind mittlerweile in die Jahre gekommen. Eine Sanierung ist geplant.

Für Technikfans lohnt sich ein Besuch der Schleusen. Ein Rundweg bietet Besuchern in Brunsbüttel die Möglichkeit, alles über die Funktionsweise der riesigen Anlage zu erfahren. Die Volkshochschule Brunsbüttel bietet auch regelmäßig Führungen an.

Der Kanal in Zahlen

Länge: 98,6 Kilometer
Eröffnung: 21.6.1895
Brücken: 10
Wasserbreite: 162 Meter, stellenweise 102,5 Meter
Breite der Sohle: 90 Meter, stellenweise 44 Meter
Wassertiefe: 11 Meter
Schleusen: Die älteren Schleusen haben eine Länge von 125 Metern und sind 22 Meter breit, eine Schleusung dauert 30 Minuten. Die neueren Schleusen sind 310 Meter lang und 42 Meter breit, hier dauert eine Schleusung 45 Minuten.
Passagen 2016: rund 29.000
Fahrzeit für Schiffe: etwa acht Stunden
Höchstgeschwindigkeit: 15 km/h
Beispiel Streckenvorteil: Bremen-Kiel: Um Skagen (Dänemark) herum: 602 Seemeilen, durch den Kanal: 169 Seemeilen.

In Kiel-Holtenau finden wegen Sanierungsarbeiten derzeit keine Führungen statt. Von Sonnenaufgang bis zum Einbruch der Dunkelheit hat allerdings eine Aussichtsplattform geöffnet, die einen direkten Blick auf die großen Schleusen, die Holtenauer Hochbrücke und den Binnenhafen bietet.

Um die vorhandenen Schleusen zu entlasten und damit es während der Sanierung der alten Schleusen nicht zu Engpässen kommt, wird in Brunsbüttel eine fünfte Schleuse gebaut. Mit der Fertigstellung ist allerdings nicht vor 2020 zu rechnen.

Freibad mit Aussicht auf Traumschiffe

Wer sich im Sommer mit einem Bad im Kanal erfrischen möchte, kann dies in "Klein Westerland" tun, der einzigen Badestelle an der internationalen Schifffahrtsstraße. Sie liegt viereinhalb Kilometer von der Hochbrücke Hochdonn entfernt nahe der Gemeinde Burg. Ansonsten laden Freibäder in verschiedenen Orten zum Schwimmen ein. Besonders schön gelegen auf dem Deich ist das Freibad Ulitzhörn in Brunsbüttel.

Karte: Nord-Ostsee-Kanal von Kiel bis Brunsbüttel
Weitere Informationen
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Nordtour

Zu Besuch am Nord-Ostsee-Kanal

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Dieses Thema im Programm:

die nordstory | 10.08.2017 | 15:00 Uhr

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