Buchen am Flusslauf in der Dalbekschlucht. © NDR Foto: Anja Deuble

Naturschutzgebiete: So verhalten Sie sich richtig

Stand: 08.03.2022 12:53 Uhr

Im Frühling zieht es die Menschen nach draußen und die Norddeutschen entdecken Naturschutzgebiete in ihrer Nähe als Ausflugsziele. Einfache Regeln helfen, die Natur aktiv zu schützen.

Beim Spaziergang im Wald tief durchatmen, am Strand dem Klang der Wellen lauschen oder einfach nur ein Buch im Park lesen: Viele Menschen suchen Erholung in der Natur, auch in Schutzgebieten. Damit die Ausflüge und Tagestouren nicht zum Problem für die Umwelt werden, gibt es klare Regeln.

Die wichtigsten kann man sich einfach merken: Auf den ausgeschilderten Wegen bleiben, keinen Müll hinterlassen und Hunde anleinen. Hunde scheuchen so keine Tiere auf und stören nicht bei Brut und Aufzucht, weggeworfene Einweg-Dosen werden nicht zu Todesfallen für kleinere Lebewesen, seltene Pflanzen nicht aus Versehen zertrampelt.

Keine Drohnen im Naturschutzgebiet

Radfahrer fahren auf einem Weg am Wasser entlang durch das Naturschutzgebiet Geltinger Birk. © imago images/Niehoff
Hinweisschilder in Schutzgebieten klären über das richtige Verhalten auf.

Aber auch weniger bekannte Verhaltensregeln sollten Besucher in Naturschutzgebieten berücksichtigen: So ist es etwa untersagt, Kameradrohnen aufsteigen zu lassen. Vor allem größere Vögel betrachten sie als Gefahr. Keinesfalls dürfen Zigarettenstummel weggeworfen werden - nicht nur wegen der Brandgefahr, sondern auch, weil sie gefährliche Gifte wie Arsen und Blei enthalten. Und auch das Sammeln vom Vogelfedern ist untersagt - diese Regelung soll das Aufblühen eines Schwarzmarktes mit angeblich gefundenen Federn verhindern. Weitere Informationen zum respektvollen Umgang mit der Natur hat der Naturschutzbund (NABU) in einem "Natur-Knigge" zusammengefasst.

Naturschutzgebiete: Vorrang für die Natur

Insgesamt gibt es in Norddeutschland rund 1.325 kleinere und größere Naturschutzgebiete (NSG). Sie zählen - neben den Nationalparks wie dem Wattenmeer oder der Vorpommersche Boddenlandschaft - zu den am strengsten geschützten Gebieten. Menschen dürfen sich dort nur aufhalten, wenn sie nicht in die natürlichen Abläufe eingreifen und keine Spuren hinterlassen. Zu den ältesten Naturschutzgebieten im Norden gehören Teile der Lüneburger Heide, sie wurden schon 1921 als besonders schützenswert ausgewiesen.

Unterschiedliche Regeln für unterschiedliche Schutzgebiete

Die strengen Regeln für Nationalparks und Naturschutzgebiete (NSG) gelten nicht für Naturparks und Landschaftsschutzgebiete (LSG), hier ist eine wirtschaftliche Nutzung, wie zum Beispiel durch Tourismus oder Landwirtschaft, möglich. Davon zu unterscheiden sind Flora-Fauna-Habitate (FFH), sie gehören neben Vogelschutzgebieten zu dem europäischen Schutzprojekt Natura 2000, einem länderübergreifenden Netz von Schutzgebieten. In diesen Gebieten dürfen sich Menschen aufhalten und diese nutzen, wenn es die lokalen Regeln zulassen.

Eine kleine Kröte hockt im Gras an einem Weg im Sachsenwald.  Foto: Anja Deuble
Wer aufmerksam durch die Natur spaziert, kann viel entdecken - wie diese kleine Kröte am Wegesrand.

Alle Belange rund um den Naturschutz und die Landschaftspflege sind im Bundesnaturschutzgesetz geregelt. Für die großen Nationalparks und Biosphärenreservate gelten neben den nationalen auch internationale Verordnungen. Hinweisschilder informieren über die unterschiedlichen Regeln für unterschiedliche Schutzgebiete.

Natur schützen und sich richtig verhalten

Naturschutzgebiete (NSG) gehören zu den besonders schützenswerten Flächen nach dem Bundesnaturschutzgesetz. Zu erkennen sind sie an drei- oder fünfeckigen Schildern mit Eulen oder Seeadlern. Einfache Regeln helfen, den Lebensraum für Tiere und Pflanzen zu erhalten:

  • auf Wegen und Pfaden bleiben
  • nichts pflücken
  • Tiere nicht stören
  • Hunde anleinen, Kotbeutel verwenden
  • nicht zelten oder grillen
  • keinen Müll hinterlassen
Achten Sie bitte auch auf die lokalen Aushänge an den Eingängen zu den Naturschutzgebieten.

Dieses Thema im Programm:

Expeditionen ins Tierreich | 02.03.2022 | 20:15 Uhr

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Artenschutz

Umweltschutz

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