Schweine gucken über einen Zaun. © NDR Foto: Isabelle Breitbach

Tierpark Arche Warder zeigt seltene Nutztierrassen

Stand: 19.04.2022 09:31 Uhr

Europas größter Tierpark für seltene und vom Aussterben bedrohte Nutztierrassen liegt idyllisch zwischen Rendsburg und Neumünster im Naturpark Westensee. Mehr als 1.200 Tiere aus 80 Arten leben dort.

Ob Gelände oder Tiere - die Arche in Warder ist kein herkömmlicher Zoo. Vielmehr spazieren die Besucher durch eine ursprüngliche Landschaft mit Bäumen, Hügeln, Feuchtflächen und großen Wiesen. Am Wegesrand liegen großzügig Freigehege, in denen unter anderem zottelige Poitou-Esel, robuste Wasserbüffel und imposante Rinder leben. Die meisten haben eins gemeinsam: Sie sind selten geworden oder sogar vom Aussterben bedroht.

Das Arche-Prinzip

Ungarisches Zackelschaf im Tierpark Arche Warder. © NDR Foto: Kathrin Weber
Das Ungarische Zackelschaf hat lange, auffällig gedrehte Hörner und gilt als gefährdet.

Immer zwei Tiere einer Art ließ Noah auf seine Arche, damit sie die Sintflut überleben. Die Arche Warder verfolgt ein ähnliches Prinzip. Die Tierpark-Macher schützen alte Haus- und Nutztierrassen durch Züchtung, Bildung, Forschung und Vernetzung. Dadurch soll die natürliche Vielfalt erhalten werden, die seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges kontinuierlich abgenommen hat. Um die Nachfrage nach den alten Rassen zu fördern, verkauft der Tierpark einen Teil des Nachwuchses an Landwirte sowie Fleisch- und andere Produkte aus eigener Produktion in einem Hofladen.

Aussichtsplattform, Streichelhof und Spielplatz

Zum Tierbestand gehören unter anderem Esel, Pferde, Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen sowie Kleintiere, Enten, Hühner und Gänse - insgesamt mehr als 1.200 aus 80 Rassen. Besucher können ihnen in dem weitläufigen Parkgelände erstaunlich nahe kommen, die meisten sind sehr zutraulich und lassen sich sogar streicheln.

Aussichtsplattform im Tierpark Arche Warder. © NDR Foto: Kathrin Weber
Die Aussichtsplattform ist ideal, um sich einen Überblick über den Park zu verschaffen und eine Pause einzulegen.

Eine Aussichtsplattform am Mufflon- und Bezoarziegen-Gehege bietet einen guten Überblick über den Park. Besondere Attraktionen für Kinder sind das Ferkelgehege mit verschiedenen zutraulichen Schweinerassen, der Streichelhof und das Tierschauhaus. Dort leben Muttertiere mit ihrem Nachwuchs. Weitere Anziehungspunkte für Familien: ein Spielplatz, eine Strohburg und eine Steinzeit-Siedlung.

Für einen großen Spaziergang, der an allen Gehegen vorbeiführt, sollte man etwa drei Stunden einplanen. Tipp: Wer den Zoo bei nicht so schönem Wetter besucht, sollte festes Schuhwerk tragen.

Bedrohte Rassen unterstützen

Poitou-Esel im Tierpark Arche Warder. © NDR Foto: Kathrin Weber
Poitou-Esel sind groß, die schwersten Esel weltweit und stark gefährdet.

Um die Arche Warder in ihrer jetzigen Form zu erhalten, sucht der Tierpark finanzielle Unterstützung in Form von Tierpatenschaften. Wer bei seinem Besuch ein Lieblingstier entdeckt, kann mit einem Beitrag helfen, die Rasse in ihrem Bestand zu sichern. Auch Kindergärten und Schulen können sich daran beteiligen. Mithilfe von Arbeitsblättern und Projekttagen lässt sich das Ganze auch pädagogisch begleiten.

Wer mag, kann auch im Park übernachten - in Zelten oder Ferienwohnungen.

Arche Warder

Zentrum für alte Haus- und Nutztierrassen e.V.
Langwedeler Weg 11
24646 Warder
Tel. (04329) 913 40

Öffnungszeiten und weitere Informationen auf der Website des Tierparks

Karte: Tierpark Arche Warder

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