Stand: 10.04.2018 12:20 Uhr

Jagdschloss Granitz: Schmuckstück auf Rügen

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Das hübsche Jagdschloss war einst beliebtes Reiseziel europäischer Adliger und Prominenter.

Idyllischer kann ein Jagdschloss kaum liegen: Im Südosten der Insel Rügen, in der Nähe des Seebades Binz, thront Schloss Granitz auf dem 107 Meter hohen Tempelberg. Umgeben ist es von dem rund 1.000 Hektar großen Waldgebiet der Granitz, das zum Biosphärenreservat Südost-Rügen gehört. Die Fürsten von Putbus ließen das Jagdschloss von 1836 bis 1846 errichten - ein Bau mit vier runden Ecktürmen im Stil der norditalienischen Renaissance-Kastelle. Die Entwürfe stammten von dem Berliner Architekten Johann Gottfried Steinmeyer. Später wurde nach den Plänen von Karl Friedrich Schinkel ein fünfter, 38 Meter hoher Turm in der Mitte des Schlosses errichtet, der das gesamte Anwesen und den Wald überragt. Mit jährlich rund 150.000 Besuchern gehört die Anlage zu den am häufigsten besuchten Schlössern Mecklenburg-Vorpommerns.

Ein Schloß vor blauem Himmel.

Jagdschloss Granitz: So wohnen Fürsten

Nordtour -

Vor 170 Jahren diente das Jagdschloss Granitz als Ferienresidenz für eine Fürstenfamilie. Bei einer Sonderführung erfahren Besucher, wie man damals gewohnt und gelebt hat.

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Aufstieg nur für Schwindelfreie

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Die Treppe mit den transparenten Stufen "klebt" an der weißen Innenwand des Turms.

Das zweigeschossige, verputzte Backsteingebäude hat einen nahezu quadratischen Grundriss. Im Mittelturm führt eine imposante, gusseiserne Wendeltreppe über 154 Stufen auf eine Plattform. Der Aufstieg ist nichts für Menschen mit Höhenangst, denn die Ornamente in den Stufen der freitragenden Treppe sind durchsichtig. Wer sich dennoch traut, wird mit einem großartigen Panoramablick belohnt. Von der Aussichtsplattform reicht er über weite Teile Rügens und der Ostsee: im Nordwesten über die Halbinseln Jasmund und Wittow, im Süden bis Greifswald, im Westen nach Stralsund. Bei klarem Wetter sind sogar die Nachbarinseln Usedom und Hiddensee zu erkennen.

Feinste Edelhölzer, Marmor und Stuck

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Der Marmorsaal wird auch für Konzerte genutzt.

Im Inneren des Schlosses gibt es Jagdtrophäen, historische Möbelstücke sowie wechselnde Ausstellungen zu sehen. Eine mit zwei Wolfshunden verzierte Freitreppe führt die Besucher in den imposanten Marmorsaal, dessen Wände größtenteils mit Edelholz und Marmor verkleidet sind. Gemälde zeigen Motive aus der Geschichte Rügens. Die Zimmer im Erdgeschoss haben zum Teil gekachelte Wände und Stuckdecken mit Ornamenten. Im Keller können die Gäste eine historische Brennerei besichtigen, in einer rustikal eingerichteten Gaststätte gibt es Kulinarisches. Das Schloss wird auch für klassische Konzerte und Ausstellungen genutzt. Die neu gestaltete Dauerausstellung zeigt die Anlage als Gesamtkunstwerk aus Architektur, Waffenschau, Jagdtrophäen, kostbaren Wandbehängen und Möbeln. Im Mittelpunkt stehen die Geschichte der Putbuser Fürstenfamilien und des Schlosses selbst. Verschiedene Sonderführungen widmen sich unterschiedlichen Aspekten wie der Baugeschichte des Hauses oder praktischen Fragen des Schlosslebens wie der Heizung.

Bei Vollmond auf den Turm

Das Jagdschloss ist gut mit dem Fahrrad oder zu Fuß zu erreichen. Autofahrer kommen nicht direkt auf das Gelände. Sie müssen außerhalb des Waldstücks parken und die letzten Kilometer zu Fuß gehen. Alternativ fährt von Binz aus der Jagdschloss-Express - eine Bummelbahn - zum Schloss. Außerdem hält die Schmalspurbahn "Rasender Roland" aus Binz oder Sellin kommend in der Nähe der Anlage.

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Das Schloss liegt inmitten der dichten Buchenwälder der Granitz.

Wer gerne wandert und das Schloss ohne Trubel zu nächtlicher Stunde erkunden möchte, kann sich einer sogenannten Mondscheinwanderung anschließen. Sie findet regelmäßig von Mitte April bis Mitte Oktober bei Vollmond statt. Die Teilnehmer starten je nach Jahreszeit am frühen oder späten Abend in Binz und laufen dann gemeinsam etwa vier Kilometer durch den Wald der Granitz zum Schloss, wo sie eine Führung mit Turmbesteigung erwartet. Anmeldungen bei der Kurverwaltung (Tel. 038393 / 14 81 48).

Bis 1945 gehörte das Jagdschloss Granitz der Fürstenfamilie zu Putbus, heute dem Land Mecklenburg-Vorpommern. 1964 wurde es zum ersten Mal restauriert. Nach 2000 folgte eine komplette Sanierung, die 7,9 Millionen Euro kostete.

Jagdschloss Granitz

18609 Ostseebad Binz
Tel.: (038393) 667 18 76 44

aktuelle Öffnungszeiten und Eintrittspreise auf der Website des Schlosses

Karte: Jagdschloss Granitz
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