VIDEO: Landpartie: Osnabrück (88 Min)

Osnabrück - Tradition trifft Moderne in der Friedensstadt

Stand: 16.03.2021 17:23 Uhr

Ein Rathaus von historischer Bedeutung, ein mittelalterlicher Dom, eine lebendige Altstadt und viele Studierende: Die Friedenstadt Osnabrück ist vielseitig und lohnt einen Besuch.

Mit rund 164.000 Einwohnern ist Osnabrück die drittgrößte Stadt in Niedersachsen - nach Hannover und Braunschweig. Als Universitätsstadt und Bischofssitz bildet sie zudem das kulturelle Zentrum der Region an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen. In der Altstadt wird die lange Geschichte Osnabrücks deutlich. Um 780 gründete Karl der Große eine Missionszelle am Knotenpunkt alter Handelsstraßen. Im 14. Jahrhundert war Osnabrück Mitglied der Hanse, stand im 19. Jahrhundert unter französischer Herrschaft und gehörte später zum Königreich Hannover und zu Preußen.

Stadt des Westfälischen Friedens

Das herausragendste Ereignis der Stadtgeschichte fand im Jahr 1648 statt: In Osnabrück und im benachbarten Münster wurde der Westfälische Friede geschlossen, einer der wichtigsten Friedensverträge der europäischen Geschichte. Nach Verhandlungen der europäischen Gesandten, die fünf Jahre dauerten, endete damit im Oktober 1648 der Dreißigjährige Krieg. Noch heute trägt Osnabrück daher den Beinamen "Friedensstadt".

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Der Westfälische Frieden

Rund sieben Millionen Opfer hatte der Dreißigjährige Krieg gefordert. Mit den Friedensverträgen von Münster und Osnabrück ging er zu Ende. 3 Min

Friedenssaal mit Gemälden im Rathaus

Historisches Rathaus in Osnabrück © Stadt Osnabrück/Janin Arntzen Foto: Janin Arntzen
Im Friedenssaal des Rathauses fanden die Verhandlungen über das Ende des Dreißigjährigen Krieges statt.

Ein Zeugnis dieser Zeit ist der Friedenssaal des Rathauses, in dem die langwierigen Gespräche stattfanden. 42 Porträt-Gemälde von europäischen Gesandten zum Friedenskongress und den Herrschern jener Zeit, wie Ludwig XIV., Kaiser Ferdinand III. und Königin Christina von Schweden, schmücken die Wände des Saales. Mit seinem auffälligen Walmdach ist das mehr als 500 Jahre alte Rathaus das bekannteste historische Gebäude und zugleich Wahrzeichen der Stadt.

Mittelalterlicher Dom mit bronzenem Taufbecken

Blick auf den Dom St. Petrus in Osnabrück. © imago/Schöning
Massives Bauwerk mit romanisch-gotischer Fassade: der Dom St. Petrus.

Mit ihren zahlreichen Geschäften zieht die lebendige Innenstadt rund um Johannisstraße und Große Straße viele Besucher aus dem Umland an. Sehenswert in der Altstadt ist der historische Marktplatz mit Cafés und hübschen Giebelhäusern sowie die Marienkirche. Nur wenige Schritte entfernt, am Ufer der Hase, steht der Dom Sankt Petrus. Bereits 785 gab es dort die erste Kirche, die sich im Laufe der Jahrhunderte immer wieder veränderte. Ab 1200 entstand der noch heute erhaltene spätromanische Bau, die auffallende gotische Rosette in der Westfassade kam im 13. Jahrhundert hinzu. Zu den Kostbarkeiten, die die Jahrhunderte überstanden haben, gehört das bronzene Taufbecken aus dem Jahr 1220.

Barockes Schloss beherbergt Universität

Blick auf das Schloss Osnabrück © Stadt Osnabrück/Simon Vonstein Foto: Simon Vonstein
Im Schloss befindet sich heute die Verwaltung der 1974 gegründeten Universität.

Am Rande der Altstadt befindet sich das Barockschloss aus dem 17. Jahrhundert - ein Gebäude mit wechselvoller Geschichte. 1673 im Auftrag von Fürstbischof Ernst August I. erbaut, diente es nur kurze Zeit als Residenz, stand viele Jahre leer und verfiel zunehmend. In der Zeit des Nationalsozialismus war es unter anderem Folter-Gefängnis der Gestapo. Eine Gedenkstätte erinnert an diese düstere Kapitel der Geschichte. Nach dem Krieg wurde das durch Bomben stark zerstörte Schloss wieder aufgebaut. Heute hat die Verwaltung der Universität dort ihren Sitz. Weitere Häuser der Uni und die Stadthalle gruppieren sich um den Schlossgarten, der im Sommer ein beliebter Treffpunkt Studierenden ist.

Museen erinnern an Erich Maria Remarque und Felix Nussbaum

Gemeinsamer Eingang der Museen Felix-Nussbaum-Haus und Kulturgeschichtliches Museum in Osnabrück © Stadt Osnabrück/Uwe Lewandowski Foto: Uwe Lewandowski
Kunstvolle Architektur von Daniel Libeskind ist das Markenzeichen des Nussbaum-Hauses.

Einen Besuch lohnt auch das Erich-Maria-Remarque-Friedenszentrum im historischen Stadtkern. Es hält das Andenken an den 1898 in Osnabrück geborenen Autor lebendig. Remarque, der mit dem 1929 erschienenen Antikriegsroman "Im Westen nichts Neues" berühmt wurde, verbrachte seine Kindheit und Jugend in seiner Geburtsstadt. Ebenfalls aus Osnabrück stammt Felix Nussbaum. Dem Maler, der 1904 geboren und 1944 in Auschwitz ermordet wurde, ist ein eigenes Museum gewidmet, das Felix-Nussbaum-Haus. Das Museum, das der renommierte Architekt Daniel Libeskind entwarf, zeigt die weltweit umfangreichste Sammlung von Werken des Künstlers. Im benachbarten Kulturgeschichtlichen Museum sind unter anderem bedeutende grafische Werke Albrecht Dürers sowie eine Ausstellung zur Stadtgeschichte zu sehen. Beide Häuser präsentieren auch Sonderausstellungen.

Osnabrücks grüne Seiten: Botanischer Garten und Zoo

Osnabrück ist auch eine grüne Stadt. Pflanzenliebhaber und geologisch Interessierte sollten einen Abstecher zum Botanischen Garten der Universität einplanen, der in einem ehemaligen Steinbruch angelegt wurde. Schautafeln informieren über geologische Details der Millionen Jahre alten Muschelkalk-Schichten. Themengärten und ein Regenwaldhaus zeigen Hunderte heimische und exotische Pflanzen.

Einen Besuch lohnt zudem der Osnabrücker Zoo. Dort leben Tiere aus aller Welt - vom Nashorn bis zum Orang-Utan. Eine Besonderheit ist der "Unterirdische Zoo", der Hamster, Feldmäuse, Präriehunde und andere Erdbewohner in einem begehbaren Höhlensystem zeigt. Sie krabbeln vor den Augen der Besucher durch die verglasten Gänge.

Karte: Osnabrück

Weitere Informationen
Elefantenbaby "Yaro" mit seiner Mutter. © Zoo Osnabrück

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Dieses Thema im Programm:

Landpartie - Im Norden unterwegs | 13.03.2022 | 20:15 Uhr

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