Stand: 20.10.2016 13:14 Uhr

Rerik - Urlaub zwischen Ostsee und Salzhaff

Die Ostsee auf der einen, das Salzhaff auf der anderen Seite: Seine einmalige Lage macht das kleine Seebad Rerik, das etwa sieben Kilometer westlich von Kühlungsborn liegt, zu einem vielseitigen Urlaubsziel.

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Einmalige Lage: Der kleine Ort liegt zwischen der Ostsee (r.) und dem Salzhaff.

Während der lange Sandstrand der Ostsee zum Sonnenbaden, Schwimmen und Entspannen einlädt, ist das flache Gewässer des Salzhaffs vor allem bei Surf- und Segelanfängern sowie bei Tretboot- und Kajakfahrern beliebt. Durch die beiden vorgelagerten Halbinseln Wustrow und Boiensdorfer Werder ist das Salzhaff fast vollständig von der Ostsee abgetrennt. Durchschnittlich ist es nur etwa vier Meter tief. Es entstand vor etwa 8.000 Jahren, als nach der letzten Eiszeit der Meeresspiegel anstieg. Seinen Namen hat das Salzhaff von seinem hohen Salzgehalt: Er ist fast so hoch wie in der Ostsee und unterscheidet sich damit etwa von dem Brackwasser des Jasmunder Bodden bei Rügen, das durch zufließendes Süßwasser nur wenig Salz enthält. Das macht das Salzhaff zu einem ganz besonderen Biotop mit einer reichen Unterwassertier- und pflanzenwelt.

Paradies für Surfanfänger: die flachen Ufer des Salzhaffs. Pfingsten ist der Ansturm der Wassersportler besonders groß. © NDR, honorarfrei

Sommeralarm am Salzhaff

die nordstory -

Am mecklenburgischen Salzhaff beginnt die Sommersaison. Die nordstory beobachtet, wie drei kleine Touristikbetriebe rund um Rerik von null auf hundert gebracht werden.

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Expedition ins Salzhaff

Wer die Natur des Salzhaffs näher kennenlernen möchte, kann von Juni bis September jeweils donnerstags zu einer Schiffsexpedition aufs Haff starten. Während der dreistündigen Törns entlang der Halbinsel Wustrow und der unbewohnten Vogelschutzinsel Langenwerder nördlich von Poel informiert ein Meeresbiologe über Flora und Fauna sowie die wechselvolle Geschichte der Region, in der einst die Wehrmacht und später Soldaten der Roten Armee stationiert waren.

Auf dem Unterwasserlehrpfad Tiere und Pflanzen entdecken

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Am langen Strand von Rerik lädt die Seebrücke zu Spaziergängen auf die Ostsee ein.

Die vielfältige Unterwasserwelt bei Rerik lässt sich auch hervorragend schnorchelnd oder tauchend erkunden. Einsteigertauchkurse bietet eine Tauchschule im Ort an. Eine Besonderheit ist der Unterwasserlehrpfad mit Informationstafeln am Land und markierten Positionen im Wasser, an denen Taucher und Schnorchler die einheimischen Wassertiere und -pflanzen selbst entdecken können.

Frischer Fisch vom Boot

Bettenburgen oder große Hotelanlagen sucht man in Rerik vergebens, stattdessen gibt es viele Ferienwohnungen und einen Campingplatz am Ortsrand. Eine Promenade führt am kleinen Fischereihafen vorbei, an dem frühmorgens einheimische Fischer anlegen und fangfrischen Fisch verkaufen. Einige bieten Urlaubern Ausfahrten auf das Salzhaff samt Fischfang und anschließendem Räucherfischessen an. Am kleinen Hafen starten außerdem Ausflugsfahrten zur westlich gelegenen Insel Poel.

Schmiedeberg und Seebrücke

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Spaziergänger und Angler nutzen die Seebrücke gern.

Einen schönen Ausblick über den Ort und sowie das Salzhaff und die Ostsee bietet der direkt hinter dem Strand gelegene Schmiedeberg. Dabei handelt es sich um den Überrest eines slawischen Burgwalls aus der Zeit zwischen 900 und 1200. Seinen Namen erhielt er durch die Dorfschmiede, die sich bis in die 1950er-Jahre am Fuß des Hügels befand. Ganz in der Nähe beginnt heute die 170 Meter lange Seebrücke. Das 1992 eröffnete Bauwerk ist bei Spaziergängern und Anglern beliebt.

Ein Ort mit langer Geschichte

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Die Johanniskirche wurde zwischen 1250 und 1280 erbaut.

Im Zentrum von Rerik lohnt ein Besuch der Johanniskirche aus dem 13. Jahrhundert. Ihre frühgotische Architektur steht im reizvollen Kontrast zu der farbigen barocken Bemalung und Ausstattung des Inneren. 98 Stufen führen hinauf auf den Turm, der allerdings nur im Rahmen von Führungen (Mitte Mai bis Mitte September jeweils montags 10 Uhr) besichtigt werden kann.

Ein kleines Heimatmuseum, das in einem historischen Schulgebäude untergebracht ist, informiert über die lange Geschichte des Ortes. Sie reicht bis in die Jungsteinzeit zurück. Von der frühen Besiedlung ab 3.500 v. Chr. künden noch mehrere Großsteingräber in der Umgebung, zu denen die Kurverwaltung in den Sommermonaten regelmäßig Führungen anbietet.

Aus Alt-Gaarz wurde in der NS-Zeit Rerik

Seinen heutigen Namen erhielt Rerik erst in der Zeit des Nationalsozialismus. Zuvor hieß der Ort seit dem Mittelalter Alt Gaarz (Alte Burg). Um die slawische Vergangenheit des Ortes aus der Erinnerung zu tilgen, benannten die Nazis Alt Gaarz 1938 in Rerik um - nach einer dort vermuteten Wikingersiedlung, die im Jahr 808 von den Dänen zerstört wurde.

Halbinsel Wustrow - gesperrtes Idyll

Rerik ist auch das Tor zur malerischen Halbinsel Wustrow, die mit dem Seebad über den schmalen "Wustrower Hals" verbunden, jedoch seit 2004 nicht mehr öffentlich zugänglich ist. Wustrow war bis 1993 sowjetischer Militärstützpunkt, nach dem Abzug der Truppen sollte dort eine Ferienanlage entstehen. Doch wegen eines jahrelangen Streits über die Bebauung ist die Halbinsel weiter gesperrt - baufällige Ruinen und alte Munition, die noch immer an den Stränden angespült wird, machen das Betreten lebensgefährlich. Lediglich auf Schiffstouren können Urlauber von Weitem einen Blick auf die Halbinsel werfen, die sich inzwischen zu einem Paradies für Tiere und Pflanzen entwickelt hat.

Karte: Wustrow - Halbinsel zwischen Ostsee und Salzhaff
Weitere Informationen

Halbinsel Wustrow: Naturparadies bei Rerik

Jahrzehnte war die Halbinsel Wustrow bei Rerik für die Öffentlichkeit gesperrt. Jetzt können Besucher das Naturidyll zwischen Ostsee und Salzhaff auf Kutschfahrten entdecken. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | die nordstory - Sommeralarm am Salzhaff | 22.06.2018 | 20:15 Uhr

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