Stand: 14.05.2018 09:30 Uhr

In Heiligendamm ging schon der Hochadel baden

"Die weiße Stadt am Meer", so nennt sich das Ostseebad Heiligendamm wegen einer Reihe weiß gestrichener historischer Häuser am Strand. Bereits 1793 ließ Herzog Friedrich Franz I. zu Mecklenburg-Schwerin Heiligendamm gründen. Heute gehört der Kurort, der mitten zwischen ausgedehnten Buchenwäldern liegt, zur Stadt Bad Doberan.

Die "weiße Stadt" am Meer

Ein Bad in der Ostsee mit Folgen

Seine Existenz verdankt Heiligendamm dem herzoglichen Leibarzt Prof. Dr. Samuel Gottlieb Vogel. Auf sein Anraten hin badete Herzog Friedrich Franz dort in der Ostsee. Kurz darauf gründete er das erste deutsche Seebad. Zwischen 1793 und 1870 entstand das bis heute sichtbare klassizistische Gebäude-Ensemble aus Bade- und Logierhäusern, für das der Ort berühmt ist.

Wo der Hochadel baden ging

Schon kurz nach der Gründung entwickelte sich Heiligendamm aufgrund des gesunden Klimas zur ersten Adresse der Seebäder in Europa. Hier erholte sich der europäische Hochadel, darunter auch die Zarenfamilie. Bis in die 1930er-Jahre galt Heiligendamm als exklusiver Badeort. Nach dem Zweiten Weltkrieg dienten die historischen Gebäude in der DDR als Sanatorium für Werktätige und verfielen langsam.

Der G-8-Gipfel tagt in Heiligendamm

Nach der Wende kaufte eine Kölner Investorengruppe die Gebäude und ließ die schönen Bädervillen und das Kurhaus aufwendig restaurieren. 2007 rückte der G8-Gipfel internationaler Spitzenpolitiker in Heiligendamm den Ort für wenige Tage in den Focus der Weltpresse. 2012 musste das Grand Hotel, das aus fünf Gebäuden des historischen Ensembles besteht, Insolvenz anmelden - es kamen zu wenig Gäste. 2013 übernahm ein Unternehmer aus Hannover das Traditionshotel.

Auch wer nicht in dem Luxushotel wohnt, kann auf der Strandpromenade an den weißen Villen vorbei schlendern, am weißen Strand liegen oder den Blick von der Seebrücke auf die Ostsee genießen. Der Kurwald ist ebenfalls öffentlich zugänglich. Zahlreiche Vermieter bieten Appartements oder Hotelzimmer an.

Per Bäderbahn nach Bad Doberan

Mit der sechs Kilometer entfernten Kreisstadt Bad Doberan, der ehemaligen Sommer-Residenz des Mecklenburger Hofes, ist das Seebad über die historische Bäderbahn Molli verbunden. Sie verkehrt mehrmals täglich zwischen Bad Doberan, Heiligendamm und Kühlungsborn. Sehenswert in Bad Doberan ist vor allem das gotische Münster.

Sanierte Villa auf der Wiese.

Baufortschritte: Villenschau in Heiligendamm

Nordmagazin -

Die alten Logiervillen in Heiligendamm gammelten jahrzehntelang vor sich hin. Seit zehn Jahren wird die "Perlenkette" saniert. Besucher durften schon mal einen Blick riskieren.

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Karte: Bad Doberan und Heiligendamm
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