Stand: 17.03.2017 16:05 Uhr  | Archiv

Schloss Güstrow: Renaissance in Mecklenburg

Erker und Türmchen überall: Schloss Güstrow, ursprünglich eine wuchtige Vier-Flügel-Anlage, überrascht mit seiner Leichtigkeit. Der Bau aus dem 16. Jahrhundert gilt als eines der bedeutendsten und am besten erhaltenen Renaissance-Schlösser in Nordeuropa.

Museum zeigt den Luxus der Fürsten

In den früheren Wohn- und Empfangsräumen der Fürsten präsentiert das Schlossmuseum Besuchern die feudale Lebensart in Renaissance und Barock. Mobiliar und Gemälde, Skulpturen und Wandverkleidungen lassen vergangene Jahrhunderte wieder aufleben. Im Mittelpunkt steht der wohl imposanteste Raum, der große Festsaal mit einer Stuckdecke aus dem frühen 17. Jahrhundert. Das Schloss beherbergt außerdem eine bedeutende Mittelaltersammlung, Kunst und Waffen der Renaissance, die Glassammlung des Staatlichen Museums sowie Kunstwerke aus Antike, Mittelalter und der jüngsten Vergangenheit. Zusätzlich finden regelmäßig Sonderausstellungen statt.

Auf Wallensteins Spuren

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Albrecht von Wallenstein befehligte große Armeen.

Eine eigene Abteilung würdigt die einjährige Regentschaft Albrecht von Wallensteins in Güstrow 1628/29 während des Dreißigjährigen Krieges. Wallenstein, der die Truppen, mit denen er den Kaiser unterstützte, selbst vorfinanziert hatte, besiegte 1626 Dänenkönig Christian IV. Als Lohn bekam er das Land Mecklenburg mit Güstrow und verwies die Herzöge von Schwerin und Güstrow des Landes. Anfang 1630 entmachtete der Kaiser seinen Befehlshaber und auch als Herzog in Güstrow wurde Wallenstein gestürzt.

Gut 30 Jahre Bauzeit

Herzog Ulrich III. von Mecklenburg ließ Schloss Güstrow von 1558 an als Regierungssitz errichten. Zuvor war an derselben Stelle ein Teil einer mittelalterlichen Burg abgebrannt. Als Baumeister engagierte der Herzog Franz Parr, der aus einer italienisch-schlesischen Familie stammte. Er errichtete den West- und Südflügel des Schlosses und zeichnet für die südeuropäischen Einflüsse verantwortlich. Die Nord- und Ostseite plante später der Niederländer Philipp Brandin. Nach mehr als 30 Jahren endeten die Arbeiten 1591. Die heutige Brücke und das Torhaus wurden erst in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts ergänzt.

Verfall im 18. Jahrhundert

Besucher willkommen

Museum Schloss Güstrow
Franz-Parr-Platz 1
18273 Güstrow

Öffnungszeiten und Eintrittspreise auf der Website des Museums

Nachdem die Adelslinie der Herzöge von Mecklenburg-Güstrow 1695 ausgestorben war, gehörte das Schloss zu Mecklenburg-Schwerin. Die dortigen Herzöge zeigten jedoch wenig Interesse an ihrem neuen Besitz. So verfiel das Gebäude im 18. Jahrhundert derart, dass der Ostflügel 1795 abgerissen werden musste. Im 19. Jahrhundert diente das Gebäude als Lazarett und Altenheim. Zu DDR-Zeiten wurde die Schlossanlage von 1963 bis 1978 grundlegend saniert.

Gartenkunst im Wandel der Zeiten

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Klare Formen und mediterraner Lavendel prägen den Garten.

Das Schloss beeindruckt nicht nur als Bauwerk, sondern auch mit seinem Garten. Er wurde zeitgleich mit dem Schloss angelegt - mit Laubengängen und Wasserspielen. Im 17. Jahrhundert ließen ihn die Herzöge umgestalteten. Es entstand ein Landschaftspark mit Obstbäumen, exotischen Pflanzen und Bauten des frühen Barock. Heute können Besucher das Gelände wieder als den ursprünglichen Renaissance-Garten mit geometrischen Grundformen, Lavendelbeeten und Wassergräben erleben - nachdem die Anlage 2014 nach historischem Vorbild rekonstruiert wurde.

Karte: Schloss Güstrow

Dieses Thema im Programm:

Nordtour | 18.03.2017 | 18:00 Uhr

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