Norderney: Was die Ostfriesische Insel zu bieten hat

Stand: 07.10.2020 11:50 Uhr

Mit 14 Kilometern Länge und bis zu 2,5 Kilometern Breite ist Norderney die zweitgrößte der Ostfriesischen Inseln. Neben viel Strand und Natur bietet das Seebad auch Events und sehenswerte historische Gebäude.

Im Gegensatz zu den kleineren Ostfriesischen Inseln gibt sich Norderney städtisch. Mit rund 6.100 Einwohnern ist sie die bevölkerungsreichste der sieben bewohnten Inseln. Urlauber können ihr Auto mitbringen und ein Bus kreist auf einer Ringlinie durch die im Westen gelegene Stadt Norderney. Ein Krankenhaus, Ärzte und Apotheken sichern die medizinische Versorgung.

Events für junge Gäste

Bühne und Besucher beim Summertime-Festival am Strand von Norderney © imago images / Future Image Foto: T. Gadegast
Die Besucher des Summertime-Festivals haben Meerblick.

Mit zahlreichen sportlichen Events wollen die Tourismusmanager auch junge Gäste ansprechen. Beim White Sands Festival an Pfingsten geht es um Beachvolleyball und andere Trendsportarten am und im Wasser, beim Holi Beach legen Anfang Juni bekannte DJs auf und buntes Pulver sorgt für Farbnebel. Im Spätsommer steht ein Triathlon auf dem Terminkalender. Das kulturelle Angebot reicht vom Summertime-Popfestival über Kino bis zu klassischen Konzerten. Auch das Internationale Filmfest Emden findet teilweise auf Norderney statt.

Zentrum im Westen, Natur im Osten

Auf einer Aussichtsplattform oberhalb der Dünen von Norderney befindet sich ein Aussichtsfernrohr. © NDR Foto: Frank Radel
Aussichtsplattformen bieten einen Blick über die Dünenlandschaft.

Die Bebauung konzentriert sich auf den westlichen Inselteil. Dort befinden sich der Fähranleger und viele Geschäfte, Restaurants, Cafés und Kneipen sowie das Meerwasserbad mit Thalassozentrum und Sauna. Der Osten ist kaum bebaut und bewohnt, große Teile gehören zum Nationalpark Wattenmeer, einige stehen unter Naturschutz. Insgesamt besteht Norderney zu fast 70 Prozent aus Strand und Dünen.

Aktivurlaub am Strand und in der Natur

Der lange Sandstrand ist im Sommer ein reizvolles Ziel für Sonnenhungrige und lädt zu jeder Jahreszeit zu ausgedehnten Spaziergängen ein. Rund 80 Kilometer Rad- und Wanderwege führen durch die vielfältige Landschaft, zu der auch Salzwiesen und mehrere Wäldchen gehören. Viele Wege kommen am Leuchtturm auf einer Düne in der Mitte der Insel vorbei. Drei erhöhte Plattformen laden zum Verweilen ein und bieten interessante Aussichten auf Meer, Strand und Dünen.

Thalasso: Behandlungen mit Wasser und Algen

Massage mit dem heißen Stein. © picture-alliance / dpa Foto: Peer Grimm
Entspannung mit heißen Steinen oder der Heilkraft aus dem Meer - im Thalasso-Zentrum ist beides möglich.

Bei vielen Gästen ist Norderney auch wegen seines großen Thalasso-Zentrums beliebt. Neben verschiedenen Meeralgen-Behandlungen, Schlamm-Bädern und Inhalationen bietet es einen großen Saunabereich sowie mehrere kalte und warme Bäder. Im Familienbad gibt es eine 60 Meter lange Rutsche sowie ein Brandungsbecken mit Meerwasser. Das Thalosso-Konzept beinhaltet auch Bewegung an der frischen Meeresluft, etwa auf den zehn Thalosso-Kur-Wegen der Insel mit 1,8 bis gut 13 Kilometern Länge.

Leuchtturm und Conversationshaus

Der alte Leuchtturm auf Norderney. © Fotolia.com Foto: Anne Katrin Figge
Fast alle Rad- und Wanderwege führen auf Norderney zum Leuchtturm.

Zu einem Inselurlaub gehört auch ein Besuch des alten Leuchtturms. Mit 54 Metern Höhe überragt der von 1871 bis 1874 errichtete Backsteinbau alle anderen Gebäude auf der Insel. 254 Stufen führen vom Sockel bis zur Aussichtsplattform an der Turmspitze. Das Besondere: Die Leuchtfeuerlinse stammt aus Frankreich und dreht sich links herum, was in Deutschland einzigartig ist. Eine Glaskuppel ermöglicht den freien Blick auf die technische Anlage.

Turm und Aussichtsplattform sind von April bis Oktober täglich einige Stunden geöffnet. Zu den weiteren historischen Bauten Norderneys zählt das sogenannte Conversationshaus aus dem 19. Jahrhundert. Das ehemalige Kurhaus beherbergt heute unter anderem die Tourist-Information, eine Bibliothek und einen Leseraum mit Kamin.

Ein Pavillon für die Königin und zwei Museen

"Norder neye Oog" - Nordens neue Insel - wurde Norderney früher genannt. Denn geologisch gesehen ist das Eiland die jüngste der Ostfriesischen Inseln. Gleichzeitig ist Norderney das älteste deutsche Nordseebad, gegründet 1797. Die sogenannte Marienhöhe, ein Pavillon, wurde im 19. Jahrhundert für Königin Marie von Hannover auf einer Düne im Nordwesten der Insel errichtet und beherbergt ein Café.

Damen am Badekarren am Strand von Norderney um 1910. © picture-alliance / akg-images Foto: akg-images
Badeurlaub anno 1910: Damals waren die Badekarren für die Kurgäste unerlässlich.

In der Nähe des Hafens steht die Windmühle "Selden Rüst" von 1862, in der sich heute ein Restaurant befindet. Wer sich für die Geschichte und Traditionen Norderneys interessiert, ist im Fischerhaus richtig. Das Heimatmuseum in der Nähe des Weststrandes zeigt, wie die Insulaner einst gelebt haben. Über die Reise- und Badekultur vergangener Zeiten informiert das Bademuseum, das neben einer Dauerausstellung auch Sonderschauen zeigt.

Norderneys Ausrufer kennt Neuigkeiten und das Wetter

Wo ist der nächste Bäcker und wie komme ich am schnellsten zum Strand? Auf diese und andere Fragen weiß der "Ausrufer" stets eine Antwort. In den Sommermonaten läutet der Mann mit der roten Schirmmütze jeden Vormittag seine schwere Messingglocke und versorgt Urlauber wie Einheimische mit lauter Stimme mit den neuesten lokalen Nachrichten einschließlich Wettervorhersage. Dieser sehr spezielle Beruf hat auf der Insel eine lange Tradition.

Nationalparkhaus informiert über das Watt

Die Außenansicht des neuen Nationalparkhauses auf Norderney. © dpa-Bildfunk Foto: Hans-Christian Wöste
Das Watt als Vorbild: Das Nationalparkhaus hat eine geriffelte Außenfassade.

Nicht versäumen sollten Urlauber einen Ausflug in den Nationalpark Wattenmeer - am besten unter fachkundiger Führung. Das Nationalparkhaus Watt Welten am Hafen informiert in einer Ausstellung über die einzigartige Landschaft. Dort erfahren Besucher nicht nur, welche besonderen Tiere und Pflanzen im Nationalpark leben und wachsen, sondern auch, welche Probleme es gibt, etwa mit Müll und Windkraftanlagen auf See.

Beliebtes Ausflugsziel: Wrack eines Muschelbaggers

Als beliebtes Wanderziel auf Norderney gilt das Wrack eines Muschelbaggers im äußersten Osten. Er wurde 1968 zum Freischaufeln eines festsitzenden Schiffes genutzt und strandete dabei selbst. Das Wrack ist nicht zu verfehlen: Spaziergänger erreichen es über den einzigen zulässigen und markierten Weg durch diesen Teil der Insel.

Anreise mit der Fähre

Wer mit dem Auto anreist, fährt bis Norddeich-Mole und kann sein Auto dort entweder abstellen oder es mit nach Norderney nehmen. Bahnreisende fahren mit dem Regionalzug oder IC ebenfalls bis Norddeich-Mole. Von dort fahren mehrmals täglich Fähren nach Norderney. Die Überfahrt dauert 45 bis 60 Minuten. Auf Norderney verkehrt ein Linienbus.

Möglich ist es auch, von der Nachbarinsel Juist sowie von Harle und bei Bedarf von Norddeich aus nach Norderney zu fliegen.

Karte: Sehenswertes auf der Insel Norderney
Weitere Informationen
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Dieses Thema im Programm:

die nordstory | 07.10.2020 | 15:00 Uhr

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