Stand: 05.03.2020 15:39 Uhr  - NDR Fernsehen

Plön: Idyllische Kleinstadt am großen See

"Die kleine Stadt liegt, rings von Seen umgeben, auf einem schmalen Landstrich rings um den mäßigen Hügel herum, dessen Höhe das alte herzogliche Schloss einnimmt, von alten Bäumen, Alleen und terrassenartig abfallenden Gärten umringt."

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Die Nikolaikirche und das Schloss dominieren die Silhouette Plöns.

So beschrieb der Musikhistoriker Rochus von Liliencron in den "Jugenderinnerungen" von 1902 seinen Geburtsort. Plön ist mit rund 9.000 Einwohnern auch heute noch eine gemütliche Kleinstadt. Ihre malerischen Gassen, die Twieten, laden genauso wie die kilometerlange "Strandpromenade" am Großen Plöner See zu ausgiebigen Spaziergängen ein. Mit 13 Badestellen und einem breiten Wassersportangebot ist der See außerdem ein ideales Revier für Schwimmer, Segler und Surfer.

Fackeln, Punsch und alte Gemäuer in Plön

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Mit Fackeln und Taschenlampen durch das abendliche Plön streifen und dabei spannende Geschichten erfahren: Stadtführerin Katrin Will bietet einen außergewöhnlichen Rundgang an.

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Das weiße Schloss als Wahrzeichen

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Das Plöner Schloss steht auf einem Hügel über der Stadt.

Wahrzeichen der Stadt ist das weiße Schloss aus der Zeit um 1635, das auf einem Hügel über Plön thront . Es zählt zu den bedeutendsten Renaissance-Bauten in Schleswig-Holstein und ist - nach Schloss Gottorf - die zweitgrößte Anlage aus dieser Zeit. Da dem Land Schleswig-Holstein das Geld für eine dringend notwendige Sanierung fehlte, verkaufte es Schloss Plön 2001 an das Brillen-Unternehmen Fielmann. Nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten beherbergt es heute eine gemeinnützige Akademie als öffentliche Bildungsstätte für das Augenoptiker-Handwerk. Kostenlose Führungen durch das Gebäude sind nach Anmeldung möglich.

Rokoko-Pracht im Prinzenhaus

Doch nicht allein das Schloss ist sehenswert. Das sogenannte Prinzenhaus, in das 1896 die Kronprinzen Wilhelm und Eitel Friedrich als Kadetten einzogen, liegt in Sichtweite auf einer Halbinsel. 1744 war das von außen unscheinbare Gebäude als Gartenhaus für das Herzogspaar entstanden. Von innen ist es reich im Rokokostil ausgeschmückt. Für die Schulausbildung der jungen Prinzen wurden extra zwei Seitenflügel angebaut. 1910 wurde die Prinzenschule geschlossen. Später diente das Haus als Lazarett und Internat. Auch das Rokokoschlösschen ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Von Mitte Januar bis Mitte Dezember finden Führungen durch die Dauerausstellung des Prinzenhauses statt.

Natur genießen auf der Prinzeninsel

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Neben dem Kunst- spielt auch der Naturgenuss in Plön eine wichtige Rolle. Ein Rundgang über die dicht bewaldete Prinzeninsel südwestlich der Stadt bietet immer wieder schöne Seepanoramen. Eine Badestelle mit Sandstrand, das Prinzenbad, lädt bei Sommerwetter zum Verweilen ein. Die etwa zwei Kilometer lange und stellenweise nur 30 Meter breite Halbinsel darf nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkundet werden. Auf der Südspitze steht ein kleiner Pavillon am Lieblingsplatz der letzten deutschen Kaiserin, Auguste Victoria. Ihre Söhne erhielten auf der Prinzeninsel eine landwirtschaftliche Ausbildung. Noch heute gehört das schmale Landstück dem Haus Preußen.

Beliebte Ausflüge in die Natur sind auch die große Plöner Seerundfahrt, die Bosau-Schiffsfahrt oder Radtouren auf den vielen ausgeschilderten Wegen.

Ein Blick vom Parnaßturm

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Kleine Gassen und Treppen führen durch das Zentrum von Plön.

Einen weiten Blick über die Stadt, den See und den Naturpark Holsteinische Schweiz bietet der Parnaßturm. Die 20 Meter hohe Stahlfachwerk-Konstruktion auf einem gemauerten Sockel nordöstlich des Stadtzentrums von Plön ist von Ostern bis Ende Oktober geöffnet. Interessant für Familien mit Kindern ist ein Besuch im Naturpark-Haus, das mit dem Motto "Ausprobieren, anfassen, Geräusche erraten, Interessantes erfahren, Fragen stellen" zum aktiven Erkunden einlädt.

Auch ein Besuch im Heimatmuseum lohnt sich. Das Museum des Kreises Plön beherbergt unter anderem eine umfangreiche Glassammlung mit Exponaten aus der Zeit vom 16. bis 19. Jahrhundert.

Die Stadt der Herzöge

Wie die Schwesterstadt Eutin geht Plön auf eine alte slawische Siedlung zurück und bekam im Mittelalter (1236) Stadtrechte verliehen. Die Herzöge zu Schleswig-Holstein-Plön, die 200 Jahre lang in Plön residierten, ließen das Schloss während des Dreißigjährigen Krieges auf einem Hügel errichten. Bereits im 12. Jahrhundert stand dort eine Burg. Bis zum Tod von Herzog Friedrich Karl von Schleswig-Holstein-Plön im Jahr 1761 diente es als Residenz, danach noch einige Zeit als Witwensitz. Dann begann eine bewegte Zeit mit unterschiedlichen Nutzungen, unter anderem als Gelehrtenschule.

Schloss Plön mit bewegter Geschichte

Ab 1840 bewohnte der dänische König Christian VIII. das Schloss als Sommerresidenz. Er war es auch, der den strahlend weißen Putz aufbringen ließ. Nach dem Krieg von 1864 fiel das Anwesen an Preußen, Startpunkt einer eher militärisch geprägten Phase der Schlossgeschichte. Es wurde nun im Inneren kasernenartig umgebaut. Die Söhne von Kaiser Wilhelm II. besuchten in Plön Ende des 19. Jahrhunderts die Kadettenschule. 1933 zog eine Nationalpolitische Erziehungsanstalt (Napola) ins Schloss ein. Kurz vor dem Ende der NS-Herrschaft befand sich dort am 2. Mai 1945 sogar für einen Tag der Sitz der Regierung von Reichspräsident Karl Dönitz. Erst ab 1946 diente das Schloss wieder friedlichen Zwecken, 55 Jahre lang war es ein Internat.

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07.03.2020 | 18:00 Uhr

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