Stand: 18.06.2020 14:04 Uhr

Im Okertal durch den nördlichen Harz wandern

Vom Oberharz bei Altenau fließt die Oker nach Norden und verlässt das Mittelgebirge nahe Goslar. Für viele Wanderer gehört das Okertal zu den schönsten Gebieten im Westharz. Der beliebteste Abschnitt sind die rund sechs Kilometer zwischen der Okertalsperre und dem Ort Oker, der zu Goslar gehört.

Steinformation Mausefalle im Okertal © NDR / Axel Franz Foto: Axel Franz

AUDIO: Wandern im Okertal (3 Min)

Die Oker bahnt sich ihren Weg

Holzbrücke über die Oker im Okertal © imago images / Martin Wagner
Eine Brücke führt auf die Verlobungsinsel in der Oker.

Zwischen steilen Hängen zwängt sich die Oker in zahllosen Windungen durch das dicht bewaldete Tal. Im Flussbett liegen gewaltige Felsbrocken. Die Strecke eignet sich gut für eine Rundwanderung, denn neben einem Weg meist dicht am Wasser gibt es zahlreiche Routen an den Hängen. Für den steilen Aufstieg werden Ausflügler mit herrlichen Blicken ins Okertal belohnt. Wer in trockenen Sommern im Okertal wandert, muss damit rechnen, nur ein Rinnsal im Flussbett zu sehen. Die oberhalb gelegene Okertalsperre fängt das Wasser auf und reguliert den Abfluss.

Schöner Blick von den Klippen

Klippen am Osthang des Okertals © NDR / Axel Franz Foto: Axel Franz
Türme aus riesigen Felsen prägen das Okertal.

Besonders interessant sind die Wege am Hang, da sie zu zahlreichen Klippen führen. Einige können nur von Kletterern mit guter Ausrüstung bezwungen werden, auf andere führen angelegte Wege mit Geländern. Wanderer sollten in jedem Fall einige Trittsicherheit und solide Schuhe mitbringen, um die Klippen sicher zu bewältigen.

Rundweg durch das Okertal

Ein beliebter, gut zehn Kilometer langer Rundweg durch das Okertal beginnt am Ortsausgang von Oker. Dort gibt es sowohl eine Bushaltestelle als auch Parkplätze. Am linken, westlichen Flussufer führt der Weg zunächst leicht bergan zur Adlerklippe mit einem ersten Aussichtspunkt. Kurz danach wird das Tal so eng, dass der Weg einige Hundert Meter an der Bundesstraße 498 entlang führt, die sich durch das Tal zieht. Kurz danach kommt ein kleiner Stausee in Sicht, ein Ausgleichsbecken der großen Okertalsperre.

Rast auf der Verlobungsinsel

Der Rundweg ist hier auch als Europäischer Fernwanderweg E6 markiert, der den Harz durchquert. Am Ende des Ausgleichsbeckens führt eine schmale Holzbrücke auf die Verlobungsinsel, eine felsige Insel mit Rastplatz in der Oker. Dicht am Wasser entlang geht es weiter nach Romkerhalle. Ein Wasserkraftwerk nutzt dort die Energie des rund 1,5 Kilometer flussaufwärts gelegenen Okerstausees zur Stromerzeugung. Während der Fernwanderweg weiter der Oker folgt, führt die Rundwanderung auf den östlichen Berghang. Im Tal gibt es einen weiteren Parkplatz und damit die Möglichkeit, die Rundtour auch hier zu beginnen.

Wasserfall und schroffe Klippen

Rommerhaller Wasserfall im Okertal © NDR / Axel Franz Foto: Axel Franz
Der Rommkerhaller Wasserfall wurde künstlich angelegt.

An dem steilen Hang stürzt der Romkerhaller Wasserfall fast 70 Meter in die Tiefe. Er wurde einst als Touristenattraktion künstlich angelegt und wird über einen Kanal vom Flüsschen Kleine Romke gespeist. Im Winter bilden sich an den Felsen bizarre Eisformationen. Mehrere Wege, mal länger, mal kürzer und steiler führen zu einem Aussichtspunkt auf die Wasserfall-Klippe. An der Ostflanke des Okertals folgen nun mehrere sehenswerte Klippen. Allerdings müssen Wanderer zunächst einige Hundert Höhenmeter aufsteigen, um hoch über dem Flussbett unter anderem zur Feigenbaumklippe oder der spektakulären Felsformation "Mausefalle" zu gelangen.

Steinformation Mausefalle im Okertal © NDR / Axel Franz Foto: Axel Franz
Die tonnenschweren Felsen an der Mausefalle wirken wie von Hand aufgebaut.

Höchster Punkt der Tour sind die Kästeklippen am 605 Meter hohen Huthberg. Die Waldgaststätte Kästehaus, jahrzehntelang ein Treffpunkt für Ausflügler, wurde abgerissen. Stetig bergab geht es dann an weiteren Klippen vorbei zum Ausgangspunkt in Oker. Wanderer sollten für die Tour rund dreieinhalb Stunden Gehzeit einplanen. Wegen der vielen schönen Aussichten und sehenswerten Felsformationen kann die Runde aber leicht zur Tagestour werden.

Eine kürzere Runde zu den Klippen

Blick von der Feigenbaumklippe in das Okertal © imago images / Martin Wagner
Die Klippen ragen aus dem Wald und bieten freie Sicht ins Tal.

Eine deutlich kürzere Alternative beginnt als Rundtour am Parkplatz Romkerhalle. Sie führt ebenfalls aufwärts zu den Klippen am Osthang des Okertals. Nach den Kästeklippen geht es auf der Kästestraße, einer gut ausgebauten Forststraße, immer leicht abwärts noch einige Hundert Meter in Richtung Norden. Dann verlässt diese kleinere Runde den langen Rundweg und führt über den Bergmannschen Weg durch dichten Wald und vorbei an weiteren Klippen zurück zum Parkplatz Romkerhalle. Die Gehzeit beträgt rund 1,5 Stunden.

Karte: Wandern im Okertal

Weitere Informationen
Blick von Schulenberg auf den Okerstausee © NDR / Axel Franz Foto: Axel Franz

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Dieses Thema im Programm:

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