Stand: 30.05.2018 15:10 Uhr

Hamburg: Vielseitige Metropole am Wasser

Bild vergrößern
Die Deichstraße überstand den Großen Brand und den Zweiten Weltkrieg ebenso wie spätere Abrisspläne.

In der Deichstraße können sich Besucher ein Bild davon machen, wie die Stadt einst ausgesehen hat. Dort steht heute noch eine Zeile mit schönen alten Fachwerkhäusern aus dem frühen 18. Jahrhundert. In der Deichstraße brach 1842 der Große Brand aus. Da er aber am nördlichen Ende begann, blieben die südlich gelegenen Häuser von den Flammen verschont. Ein Stück altes Hamburg zeigen auch die Krameramtsstuben am Michel. In den engen Fachwerkhäusern aus dem 17. Jahrhundert lebten einst die Witwen von Kleinhändlern. Eine der Wohnungen ist als Museum eingerichtet und kann besichtigt werden.

Mittelalterliche Backsteinpracht: St. Petri und St. Jacobi

Bild vergrößern
123 Meter hoch ragt die Spitze von St. Petri. 544 Stufen führen hinauf.

Älteste Kirche der Stadt und eine der fünf Hauptkirchen ist die an der Mönckebergstraße gelegene St. Petri-Kirche. Ihre Ursprünge gehen bis ins 12. Jahrhundert zurück. Empfehlenswert ist der Aufstieg zur Turmspitze. Dort befindet sich ein toller Aussichtspunkt: Durch verglaste Bullaugen-Fenster kann man in alle Richtungen über Hamburg schauen.

Etwa 200 Meter weiter nördlich befindet sich mit St. Jacobi eine weitere Hauptkirche der Hansestadt. Sie beherbergt drei sehenswerte mittelalterliche Altäre und eine Barock-Orgel des Meisters Arp Schnitger.

Der Domplatz - die Keimzelle Hamburgs

Bild vergrößern
Auf dem Domplatz stand einst die Hammaburg, die der Stadt ihren Namen gab.

Südlich der Petrikirche liegt die Keimzelle der Stadt: Auf dem Domplatz wurde im 8. Jahrhundert die Hammaburg errichtet. Später stand an dieser Stelle fast 1.000 Jahre lang der Mariendom. In früher Zeit war das Gotteshaus von einer ringförmigen Wallanlage, der Domburg, umgeben. Beides existiert nicht mehr. Heute markiert ein Wall aus schwarzem Stahlblech die einstige Wallanlage. Er umschließt eine schlichte Rasenfläche, in der 39 weiße, quadratische Bänke die einstigen Standorte der Säulen des Mariendoms zeigen. Abends sind die Bänke von innen beleuchtet.

Architektur von Weltklasse: Chilehaus und Kontorhausviertel

Östlich vom Domplatz befindet sich mit dem Chilehaus ein architektonisches Highlight der Hansestadt. Das zehnstöckige Kontorgebäude ist eines der wichtigsten Bauwerke des Backstein-Expressionismus und gehört als Teil des Kontorhausviertels ebenso wie die Bauten der Speicherstadt zum UNESCO-Weltkulturerbe. Entworfen und erbaut wurde das Chilehaus zwischen 1922 und 1924 von Fritz Höger. Bauherr war der Unternehmer Henry B. Sloman, der durch den Salpeter-Handel mit Chile reich geworden war. Markanter Blickfang ist das spitz zulaufende, östliche Ende des Klinkerbaus, das an einen riesigen Schiffsbug erinnert.

Weltkulturerbe Speicherstadt

Weitere Informationen

Hamburgs Speicherstadt erkunden

Hinter den Backsteinfassaden des Lagerhauskomplexes locken zahlreiche Angebote - vom Kaffeemuseum bis zur Modelleisenbahn. mehr

Südlich vom Chilehaus führt eine Fußgängerbrücke über den Zollkanal zum östlichen Ende der Speicherstadt mit ihrer beeindruckenden Backsteinarchitektur. Der weltgrößte zusammenhängende Lagerhauskomplex entstand Ende des 19. Jahrhunderts, Tausende Menschen wurden dafür zwangsumgesiedelt. In den Speichern lagerten einst Waren wie Kaffee, Tabak und Tee, heute sind dort viele Cafés und Museen zu finden, etwa das Speicherstadtmuseum, das Gewürz-Museum oder das Deutsche Zollmuseum. Publikumsmagneten sind das Gruselkabinett "Dungeon" und das benachbarte "Miniatur Wunderland".

Hafen und Hafencity

Weitere Informationen

Hamburgs Hafen entdecken - so geht's

Zu Fuß, per Schiff, Rad oder zu Fuß: Tipps für Touren auch abseits bekannter Routen. mehr

Größte touristische Attraktion Hamburgs und zugleich Wirtschaftsmotor der Stadt ist der Hafen. Zentraler Anlaufpunkt für Besucher sind die Landungsbrücken. Von dort legen zahlreiche Schiffe und Fähren ab. Eine Hafenrundfahrt - vorbei an großen "Pötten" und alten Speichern - ist ein Muss für jeden Besucher. Wer Geld sparen möchte, nimmt einfach die HADAG-Fähre Nummer 62, die zum öffentlichen Nahverkehr gehört. Sie fährt im 15-Minuten-Takt von den Landungsbrücken nach Finkenwerder und zurück und hält an mehreren touristisch interessanten Punkten - zum Beispiel an der Fischauktionshalle am Fischmarkt oder am Museumshafen Övelgönne, wo auch der Elbstrand beginnt.

Direkt an den Landungsbrücken liegt mit auch der Eingang zum Alten Elbtunnel. Eine Tunnelbesichtigung sollte man sich nicht entgehen lassen, denn der Bau ist ein Meisterwerk der Ingenieursbaukunst und schön verziert. Außerdem bietet sich von der Aussichtsplattform auf der anderen Elbseite ein toller Blick auf die Stadt, den Hafen und Hamburgs neues Wahrzeichen, die Elbphilharmonie. .

Hafencity: Heimat der Elbphilharmonie

Das Konzerthaus, das 2017 eröffnet wurde, ist bereits jetzt eines der bekanntesten Gebäude der Hansestadt. Von der öffentlich zugänglichen Plaza des neuen Konzerthauses bietet sich ein toller Blick über Elbe und Hafen. Die Elbphilharmonie markiert zugleich das westliche Ende der Hafencity, Hamburgs neuem Vorzeigeviertel. Ein großer Teil der geplanten Bebauung ist bereits fertig gestellt. Das Quartier, das auf einstigem Hafengelände entstand, liegt zu großen Teilen am Wasser und bietet einen Mix aus Wohn- und Geschäftshäusern, Promenaden mit Restaurants und Cafés sowie einen Museumshafen.

In und auf dem Michel

Bild vergrößern
Der Michel ist eine der wichtigsten norddeutschen Barockkirchen.

Hamburgs traditionelles Wahrzeichen - die Kirche St. Michaelis, kurz Michel genannt. Von der Aussichtsplattform auf dem Turm bietet sich ein großartiger Blick über Hafen und Stadt - auch außerhalb der normalen Öffnungszeiten. Der sogenannte Nachtmichel lädt an vielen Abenden des Jahres zum Turmbesuch ein - im Sommer bis 23 Uhr. Sehenswert sind auch das Innere der Kirche, das sich im Stil des "Norddeutschen Barock" präsentiert, sowie das Gruftgewölbe - die Krypta. Dort liegen viele wohlhabende und bekannte Hamburger begraben, unter anderem Carl Philipp Emanuel Bach.

Dieses Thema im Programm:

Nordtour | 05.01.2019 | 18:00 Uhr

St. Pauli - Hamburgs Kultviertel

Reeperbahn und Rotlichtmilieu, Fußball und Musikclubs prägen den Hamburger Stadtteil. Doch der Kiez verändert sich. Alte Häuser werden abgerissen, Luxusbauten entstehen. mehr

Was man in der Hafencity unternehmen kann

Bummeln, eine Ausstellung besuchen, einkaufen oder essen: Nicht nur die Lage am Wasser macht Hamburgs neuen Stadtteil attraktiv, sondern auch die vielen Freizeitangebote. mehr

Hamburg vom Wasser aus entdecken

Mit der Barkasse durch den Hafen, im Kanu über die Alster oder per Amphibienbus von der Straße in die Elbe: Tipps für spannende Ausflüge auf Hamburgs Flüssen und Kanälen. mehr

Urlaubsregionen im Norden

Mehr Ratgeber

03:32
NDR Info