Stand: 20.12.2017 17:10 Uhr

St. Nikolai: Von der Kirche zum Mahnmal

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Vor dem Mahnmal steht die moderne Bronzeplastik "Erdenengel" der Künstlerin Edith Breckwoldt.

147,30 Meter ragt der Turm der St. Nikolai-Kirche in den Hamburger Himmel und ist damit der fünfthöchste Kirchturm der Welt. Wer sich dem Turm in der Altstadt am Nikolaifleet nähert, wird aber feststellen, dass das dazugehörige Kirchengebäude fehlt. Es wurde während der schweren Luftangriffe im Juli 1943 zerstört. Nur der Kirchturm überstand den sogenannten Feuersturm und blieb als Mahnmal erhalten.

Mit dem Panoramalift zur Turmspitze

Mahnmal St. Nikolai

Aussichtsturm und Ausstellung
Willy-Brandt-Straße 60
20457 Hamburg
Telefon: (040) 37 11 25

Weitere Informationen und Öffnungszeiten auf der Website des Mahnmals

Ein gläserner Panoramalift bringt Besucher zu einer Aussichtsplattform in 76 Metern Höhe. Von oben öffnet sich ein eindrucksvoller Blick auf die Stadt, historische Aufnahmen zeigen, wie die Zerstörungen im Krieg die Stadt verändert haben. Nach dreijährigen Sanierungsmaßnahmen ist der Ausblick vom Turm seit Dezember 2017 wieder frei. Zuvor hatte ein Gerüst die Sicht stark eingeschränkt.

Ruine ist heute ein Museum

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Die Ausstellung in der Krypta zeigt unter anderem Exponate zur Geschichte von St. Nikolai.

In der Krypta der ehemaligen Hamburger Hauptkirche informiert eine Dauerausstellung über die Geschichte von St. Nikolai und die Zerstörung Hamburgs im Luftkrieg, die unter dem Codenamen "Operation Gomorrha" durchgeführt wurde. Weitere Themen sind das Leben in der Hansestadt von der Machtübernahme der Nazis 1933 bis zu den Luftangriffen 1943 sowie die Frage, wie man mit der Erinnerung an die Opfer des Zweiten Weltkrieges umgeht.

Von der kleinen Kapelle zum neugotischen Riesenbau

Die Geschichte von St. Nikolai geht weit zurück. 1195 als kleine Kapelle errichtet, wurde sie dem Heiligen Nikolaus, dem Schutzpatron der Seefahrer, geweiht. In den Folgejahren wurde die Kirche mehrfach erweitert, als Baumaterial diente dabei stets roter Backstein. Erst 1517 erhielt St. Nikolai einen Turm. Dem Großen Brand 1842 fiel nicht nur ein Drittel der Stadt zum Opfer, sondern auch ihre damals größte Pfarrkirche.

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So sah die Nikolaikirche nach dem kompletten Neubau aus (Postkarte von 1910).

Pläne, das Gotteshaus nach Plänen Gottfried Sempers in zeitgenössischer Architektur wiederaufzubauen, wurden verworfen. Stattdessen ließ die Stadt die Ruine abtragen und eine vollständig neue Kirche im gotischen Stil bauen. Als Vorbild diente der Kölner Dom, der gerade fertiggestellt worden war und die Hamburger Öffentlichkeit begeisterte. Nach 36 Jahren Bauzeit war die neue Nikolaikirche 1882 fertig - eine monumentale neugotische Basilika mit einem 147,30 Meter hohen Turm.

Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg war lange Zeit unklar, was aus der Ruine werden sollte. Ein Wiederaufbau wurde aus Kostengründen abgelehnt. Schließlich wurde St. Nikolai als Kirche aufgegeben und zum zentralen Erinnerungsort für die Opfer des Zweiten Weltkriegs. Heute liegt die Hauptkirche St. Nikolai in einem modernen Bau im Stadtteil Harvestehude.

Die höchsten Kirchen der Welt

1. Ulmer Münster (161,50 Meter)
2. Basilika Notre-Dame de la Paix, Elfenbeinküste (158 Meter)
3. Kölner Dom (157 Meter)
4. Kathedrale von Rouen, Frankreich (151 Meter)
5. St. Nikolai, Hamburg (147,30 Meter)
6. Straßburger Münster, Frankreich (142 Meter)
7. Basilika der Muttergottes von Licheń, Polen (141,50 Meter)
8. Stephansdom Wien, Österreich (136 Meter)
9. Neuer Dom Linz, Österreich (135 Meter)
10. Petersdom, Rom (132,50 Meter)
11. St. Petri, Hamburg (132,20 Meter)
12. St. Michaelis, Hamburg (132,10 Meter)
13. St. Martin, Landshut (130 Meter)
14. San Gaudenzio, Novara, Italien (126 Meter)
15. St. Jacobi, Hamburg (125,40 Meter)

Karte: Hier liegt das Mahnmal St. Nikolai
Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 16.09.2016 | 19:30 Uhr

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