Arbeiterkontrollturm im Museum der Arbeit © SHMH / Sinje Hasheider Foto: Sinje Hasheider

Museum der Arbeit Hamburg zeigt Wandel der Produktion

Stand: 07.10.2021 12:30 Uhr

Historische Maschinen zeigen im Hamburger Museum der Arbeit, wie sich Arbeitsprozesse verändert haben. Herzstücke der Ausstellung sind eine Druckwerkstatt und eine Metallwarenfabrik zum Mitmachen.

Arbeit ist heute meist mit dem Einsatz von Maschinen verbunden. Sie haben die Arbeitswelt verändert, die Produktivität gesteigert. Die Ausstellung im Museum der Arbeit in Hamburg-Barmbek informiert über die Industrialisierung und ihre sozialen, kulturellen und ökonomischen Folgen. Im Mittelpunkt stehen also neben Maschinen vor allem Menschen.

Schon der Standort des Museums ist einen Besuch wert: Es befindet sich in einem historischen Fabrikgebäude auf dem Gelände der ehemaligen "New-York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie von 1871" und ist Teil eines denkmalgeschützten Fabrikensembles. Daneben gibt es die Außenstandorte Hafenmuseum und Speicherstadtmuseum, die die Arbeitswelt von Hamburgs maritimer Wirtschaft beleuchten.

Elbtunnel-Bohrer TRUDE: Ein technisches Denkmal

Tunnelbohr-Maschine TRUDE auf dem Hof des Museums der Arbeit in Hamburg-Barmbek © imago images/Hoch Zwei Stock/Angerer
Der Bohrkopf der Tunnelbohrmaschine TRUDE hat beeindruckende Ausmaße.

Im Hof des Museums steht das beeindruckende Schneiderad der größten Tunnelbohrmaschine der Welt: TRUDE (Tief Runter Unter Die Elbe). Sie wurde für den Bau des neuen Elbtunnels eingesetzt. Im Außerbereich sind weitere schwere Arbeitsmaschinen vergangener Zeiten ausgestellt - etwa eine Straßenwalze oder ein Seilbagger.

Druckwerkstatt mit historischen Maschinen

Im Museumsinneren nimmt die Druckwerkstatt einen großen Teil der Ausstellungsfläche ein. Historische Pressen und Maschinen dokumentieren die technische Entwicklung im grafischen Gewerbe - vom Handsatz bis zur Heidelberger Zylindermaschine. In einer klassischen Ausstellung sowie einer Werkstatt mit Vorführungen können sich Besucher umfassend informieren. Bei Veranstaltungen der "Offenen Werkstatt" gibt es außerdem Gelegenheit, verschiedene Drucktechniken wie Buch- oder Steindruck selbst auszuprobieren.

Metallwarenherstellung und hanseatische Kontore

Anhand der Metallwarenfabrik Carl Wild, die bis 1989 in Hamburg-Hohenfelde Anstecknadeln und Medaillen produziert hat, zeigt das Museum beispielhaft eine fast komplette Arbeitsstätte. Auch hier dürfen sich Besucher in einer Werkstatt selbst ausprobieren: So können beispielsweise Kinder jeden zweiten Sonntag kleine Zinn-Elefanten gießen und selbst bemalen.

Eine weitere Abteilung dokumentiert die Entwicklung typisch hanseatischer Kontore aus der Zeit des Überseehandels vom 19. Jahrhundert bis in die 1950er-Jahre mit sich verändernden Büromaschinen und Arbeitsgeräten. Wechselnde Sonderausstellungen sowie Veranstaltungen zu aktuellen Themen ergänzen das Angebot.

Hafenmuseum: Schiffe und maritime Arbeitswelt erleben

Kopfbau Schuppen 50A des Hafenmuseums Hamburg an der 50er Strecke © SHMH, Sinje Hasheider
Im Schuppen 50A im Freihafen zeigt das Hafenmuseum maritime Exponate.

Die Außenstelle des Museums im Freihafen gibt spannende Einblicke in die Geschichte der Schifffahrt und des Güterumschlags im Hamburger Hafen. Auf einem denkmalgeschützten Gelände präsentiert das Hafenmuseum im Sommerhalbjahr im Kaischuppen 50A seine maritime Sammlung. Dazu gehören unter anderem Transportgeräte, Seezeichen und -karten sowie Tauchzubehör.

Im Außenbereich stehen Kräne und Bahnwaggons und am Bremerkai sind die schwimmenden Exponate zu finden. Dazu gehören der Stückgutfrachter "MS Bleichen", ein Schwimmkran von 1917, ein Schutendampfsauger von 1909 und auch das Segelschiff "Peking".

Speicherstadtmuseum zeigt Entstehung des Welterbes

Säcke und eine Waage in der Ausstellung im Speicherstadtmuseum Hamburg. © NDR Foto: Irene Altenmüller
Im Speicherstadtmuseum dreht sich alles um den einstigen Handel mit Kolonialwaren.

Zum Museum der Arbeit gehört auch das Speicherstadtmuseum in einem alten Lagerhaus am Sandtorkai. Es zeigt die Entstehung und Nutzung des Lagerhauskomplexes, der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Besucher können anhand alter Maschinen - wie einer Kaffee-Sortiermaschine - nachvollziehen, wie der Umschlag, die Lagerung, Veredelung und Bemusterung von Waren aus aller Welt funktionierte. Bilder, Texte und Zeichnungen erklären zudem, wie die Lagerhäuser zwischen 1885 und 1927 erbaut wurden.

Museum der Arbeit

Wiesendamm 3
22305 Hamburg
Tel. (040) 428 13 30

Außenstelle Hafenmuseum
Australiastraße, Schuppen 50A
20457 Hamburg
Tel. (040) 73 09 11 84

Außenstelle Speicherstadtmuseum
Am Sandtorkai 36
20457 Hamburg
Tel. (040) 32 11 91

Aktuelle Öffnungszeiten und Eintrittspreise auf der Website des Museums

Karte: Museum der Arbeit - die Standorte

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Dieses Thema im Programm:

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