Stand: 04.05.2020 10:59 Uhr  - Nordtour

Mit dem Fahrrad Hamburg neu entdecken

Raus an die frische Luft - in Hamburg ist dafür nicht nur zu Corona-Zeiten das Fahrrad ideal. Interessante Ziele für Fahrrad-Ausflüge bieten sich zuhauf, denn die Hansestadt bietet eine Reihe sehenswerte Ecken, die selbst vielen Hamburgern unbekannt sind.

VIDEO: Reporter unterwegs: Mit dem Fahrrad durch Hamburg (12 Min)

Denkmäler: Wo Hamburg an den Krieg erinnert

Mahnmal am Hamburger Rathausmarkt mit Relief von Ernst Barlach © NDR Foto: Irene Altenmüller
Die 21 Meter hohe Stele nahe den Alsterarkaden zählt zu den bekanntesten Denkmälern der Stadt.

Historisch Interessierte können sich auf eine Tour zu den Kriegs-Denkmälern und Skulpturen bekannter Persönlichkeiten begeben. Beginnend am Rathausmarkt führt sie zunächst zum Mahnmal für die Gefallenen beider Weltkriege an der Kleinen Alster, eine Stele mit einem Relief von Ernst Barlach. Nur wenige Schritte auf dem Rathausmarkt entfernt steht das Heine-Denkmal. Am Sockel erinnern Bronzereliefs an die Bücherverbrennung sowie die Zerstörung des alten Denkmals für den Schriftsteller durch die Nationalsozialisten.

Denkmal zu Ehren des Infanterie-Regiments 76 am Dammtordamm in Hamburg © NDR Foto: Irene Altenmüller
Der "Kriegsklotz" am Dammtor ist eines von Hamburgs umstrittensten Denkmälern.

Eines der bekanntesten und zugleich umstrittensten Denkmäler Hamburgs befindet sich am Dammtor. Dort erhebt sich das sogenannte 76er-Denkmal - ein sieben Meter hoher Block, an dessen Sockel die Reliefs marschierender Soldaten dargestellt sind. Darüber prangt die Inschrift: "Deutschland muss leben und wenn wir sterben müssen". Das martialische Denkmal wurde 1936 eingeweiht und diente nach dem Krieg Neonazis als Versammlungsort. Ein 1985 aufgestelltes Gegendenkmal blieb unvollendet. 2015 kam als weiterer Gegenpol zum sogenannten Kriegsklotz ein Mahnmal zu Ehren der Deserteure hinzu. Informationstafeln erklären die Entstehungsgeschichte der drei Denkmäler.

Skulpturen: Zu Hamburger Originalen und Legenden

Denkmal der Zitronenjette mit blank poliertem Finger in der Hamburger Neustadt © NDR Foto: Irene Altenmüller
Die Zitronenjette verkaufte einst in der Neustadt Früchte. Ihr Leben verlief alles andere als glanzvoll.

In der Neustadt, mit dem Fahrrad jeweils nur wenige Minuten von Rathausmarkt und Dammtor entfernt, erinnert Hamburg an seine "Originale": Am Rademachergang steht der Hummel-Brunnen, der dem berühmten Wasserträger geweiht ist. An der Ludwig-Erhardt-Straße streckt die Figur der Zitronenjette den Passanten ihre Früchte hin. "Dein Leben war sauer wie die Zitronen", heißt es auf dem Denkmal.

Von der Skulptur der Zitronenjette aus gelangt man nach wenigen Hundert Metern zum Alten Elbpark. Dort erhebt sich das größte Bismarck-Denkmal der Welt. Derzeit wird der seit jeher umstrittene Koloss zwar saniert, die pure Größe beeindruckt aber auch mit Baugerüst. Etwas bescheidener sind die Denkmäler rund um die Reeperbahn. Sie ehren etwa Schauspiel-Legende Hans Albers und die Beatles, die ihre Weltkarriere bekanntlich in Hamburg starteten. Die Mitglieder der Band sind am sogenannten Beatles-Platz an der Großen Freiheit als lebensgroße metallene Umrisse versammelt.

Ausflug zum Ohlsdorfer Friedhof

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Skulptur eines Kindes auf dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg © NDR Foto: Irene Altenmüller

Friedhof Ohlsdorf: Hamburgs besonderer Park

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Viel Grün und Ruhe bietet eine Radtour über den Ohlsdorfer Friedhof. Besonders schön ist ein Besuch des größten Parkfriedhofs der Welt jetzt im Mai, denn dann blühen die Rhododendren.

Wer mag, besucht einige der zahlreichen Mahnmale und Gedenkorte oder erkundet den Naturlehrpfad. Übersichtskarten weisen vielerorts den Weg. Eine gute Möglichkeit, einige der landschaftlich besonders schönen Ecken des Friedhofs zu erkunden, bietet der "Stille Weg", der an der "Dichterecke" beginnt. Eine - allerdings kostenpflichtige - App weist den Weg zu vielen Sehenswürdigkeiten sowie zu zahlreichen Prominentengräbern, etwa denen von Inge Meysel oder Helmut und Loki Schmidt.

Mit dem Fahrrad durch die Hafencity

Immer wieder lohnend ist eine Tour durch die Hafencity. Der Stadtteil wächst und verändert sich stetig. Viele Wege sind gut zum Radfahren geeignet und führen direkt am Wasser entlang. Für einen Zwischenstopp bieten sich die Magellan-Terrassen am Sandtorhafen an. In dem historischen Hafenbecken liegen mehrere Traditionsschiffe.

Empfehlenswert ist zudem ein Abstecher zum Magdeburger Hafen mit der Skulptur des berüchtigten Freibeuters Störtebeker sowie dem schönen historischen Bau des Kaispeichers B, in dem sich heute das Maritime Museum befindet.

Gedenkort im Lohsepark und "Himmelsberg"

Dass die Hafencity nicht immer unbebautes Terrain war, sich dort sogar Grauenhaftes abspielte, daran erinnert ein Gedenkort im Lohsepark, der größten Grünanlage der Hafencity. Auf dem Areal befand sich bis 1955 der Hannoversche Bahnhof. Von dort wurden ab 1940 Tausende Juden, Sinti und Roma von den Nazis in Ghettos und Vernichtungslager deportiert.

Der Baakenpark in der Hamburger Hafencity mit dem "Himmelsberg". © dpa Foto: Christian Charisius
Der etwa 14 Meter hohe "Himmelsberg" ist die Attraktion des Baakenparks .

Im östlichen Teil der Hafencity entsteht derzeit das Quartier Baakenhafen. Es bietet bereits jetzt mit dem "Himmelsberg"eine besondere Attraktion.

Von der künstlich aufgeschütteten Anhöhe aus haben Besucher eine tolle Aussicht über Elbe und Hafencity.

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Dieses Thema im Programm:

Nordtour | 25.04.2020 | 18:00 Uhr

Blick von Plaza der Elbphilharmonie auf die Überseebrücke. © NDR Foto: Christine Raczka

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