Stand: 18.12.2017 12:15 Uhr

Der Michel - Wahrzeichen und Touristenmagnet

Er ist Hamburgs Wahrzeichen Nummer eins: der Michel. Sein charakteristischer kupferner Helmturm war lange Zeit das Erste und Letzte, was Seeleute auf großer Fahrt von Hamburg sahen. Für viele von ihnen bedeutete sein Anblick deshalb Heimat. Die weithin sichtbare Turmuhr ist die größte Deutschlands - allein der große Zeiger ist fast fünf Meter lang.

Hamburgs Wahrzeichen - der Michel

Dreimal wurde der Michel geweiht: 1762, 1912 und 1952, jeweils am 19. Oktober. Die Daten stehen für die wechselvolle Geschichte des Gotteshauses, das 1750 und 1906 bei Bränden zerstört und im Zweiten Weltkrieg von Bomben schwer beschädigt wurde. Doch immer wieder wurde die Michaeliskirche, die jüngste der fünf Hamburger Hauptkirchen, wieder aufgebaut.

Ein Innenraum in Weiß und Gold

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Der 20 Meter hohe Altar aus Marmor zählt zu den jüngeren Kunstgegenständen. Er wurde 1910 geschaffen.

In seiner heutigen Form stammt der Michel aus dem 18. Jahrhundert und gilt als eine der schönsten Barockkirchen Norddeutschlands. Der große Innenraum mit seinem kreuzförmigen Grundriss und der geschwungenen Empore bietet rund 2.500 Sitzplätze und ist in den Farben Weiß und Gold gehalten. Noch aus der Erbauungszeit stammen der Taufstein im Altarraum und und der sogenannte Gotteskasten rechts hinter der Empore. Sehenswert sind außerdem die große Marmor-Kanzel rechts vor dem Altarraum sowie die Michaelis-Figur aus dem 17. Jahrhundert auf der linken Seite. Die etwa 1,50 Meter große Figur des Erzengels fällt durch ihre Farbigkeit besonders auf.

Ausstellung zur Kirchenhistorie in der Krypta

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Einblicke in das Gruftgewölbe des Michels

Von 1762 bis 1817 wurden Verstorbene in der einzigartigen Gruftanlage bestattet. Bildergalerie

Lohnend ist auch ein Blick in die Krypta - eine der größten ihrer Art in Europa. Dort wurden mehr als 2.000 Menschen, meist reiche Hamburger Bürger, bestattet, darunter auch der Komponist Carl Philipp Emanuel Bach, dessen Ruhestätte noch heute zu sehen ist. Eine Ausstellung in der Krypta widmet sich zudem der wechselvollen Geschichte des Michels. Seit Mitte Dezember 2017 ist dort außerdem dauerhaft eine Sammlung historischer Krippen aus verschiedenen Ländern zu sehen.

Turmbesteigung - zu Fuß oder mit dem Aufzug

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Hafenkräne und Wohnhäuser: Von der Aussichtsplattform aus hat man Elbe und Innenstadt gleichermaßen im Blick.

Fast schon ein Muss ist die Besteigung des 132 Meter hohen Turms (im Sommer täglich 9 bis 19:30 Uhr, im Winter 10 bis 17.30 Uhr). 452 Stufen führen hinauf zur Aussichtsplattform auf 82 Metern, von der sich ein toller Blick über die Stadt und den Hafen bietet. Wer nicht zu Fuß gehen möchte, kann auch ganz bequem mit dem Aufzug fahren. Ein besonderes Erlebnis ist die Turmbesteigung am späten Abend: Der sogenannte Nacht-Michel hat außer im Januar und Februar im Anschluss an die regulären Kirchen-Öffnungszeiten fast täglich bis mindestens 21:30 geöffnet, im Juni und Juli sogar teilweise bis 23 Uhr.

Zehn Glocken läuten im Turm der Michaeliskirche. Die beiden Uhrschlagglocken fehlten jedoch fast einhundert Jahre, sie waren 1917 während des Ersten Weltkriegs für die Waffenproduktion eingeschmolzen worden und wurden erst 2016 - finanziert durch Spenden - ersetzt.

Wer bei der Besichtigung mehr über Kirche, Krypta und Turm erfahren möchte, kann sich vor dem Besuch die kostenlose Michel-App herunterladen. Sie bietet interessante weiterführende Informationen zum Lesen und Hören.

Seit über 300 Jahren spielt der Turmbläser

Eine schöne Tradition ist das tägliche Turmblasen: An jedem Werktag um 10 und um 21 Uhr sowie sonntags um 12 Uhr bläst der "Michel-Türmer" auf seiner Trompete einen Choral in alle vier Himmelsrichtungen. Die alte Tradition wird im Michel seit über 300 Jahren gepflegt und war früher das Signal für die Öffnung und Sperrung der Stadttore.

Konzerte, Trauerfeiern, Kongresse

Heute wird die Kirche St. Michaelis nicht nur für Gottesdienste, Konzerte und Hochzeiten genutzt. Auch Wirtschaftskongresse, Motorradgottesdienste und Trauerfeiern finden dort statt, 2015 etwa für den früheren Bundeskanzler Helmut Schmidt mit 1.800 geladenen Gästen aus dem In- und Ausland. Bekannt ist der Michel für seine Orgelkonzerte. Die Kirche verfügt über vier verschiedene Orgeln: Die romantische Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Orgel steht in der Krypta, die Marcussen-Orgel auf der Konzertempore. Die Steinmeyer-Orgel ist das größte und die Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Orgel das neueste der Instrumente.

Eine grafische Collage mit dem Hamburger Michel.

Heimatkunde: Der Michel

Hamburg Journal -

Schon von weitem ist der markante Turm zu sehen: Rund eine Million Menschen besuchen jedes Jahr die Hauptkirche St. Michaelis. Fünf Fakten über Hamburgs Wahrzeichen.

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