Frau macht Dehnübungen auf dem Rasen vorm Haus. © NDR

Hüftschmerzen: Muskelverhärtung bekämpfen

Stand: 01.03.2021 12:31 Uhr  | Archiv

Ist der Psoas-Muskel verspannt, entsteht durch die Verhärtung ein großer Zug, der starke Schmerzen verursacht. Regelmäßige Dehnungübungen lösen die Spannung.

Hüftschmerzen sind enorm verbreitet. Der Verdacht auf Knorpelverschleiß (Arthrose) liegt nahe - ausgelöst durch eine Dysplasie oder ein Impingement. Noch immer werden häufig Schmerzmittel, Spritzen und Ruhe empfohlen. Schon naturgemäß versuchen viele Betroffene, ihr schmerzendes Gelenk zu schonen. Das ist aber lediglich bei akuten Entzündungen nötig, also bei Rötung und Schwellung.

Muskuläres Ungleichgewicht begünstigt Hüftschmerzen

Auf die Dauer macht falsche oder fehlende Bewegung kranke Gelenke steifer und schmerzhafter, denn der umgebende Bandapparat verkürzt sich und wird unflexibel. Bewegung dagegen stärkt die stützende Muskulatur und fördert die Durchblutung. Außerdem wird nur bei Belastung die wichtige Gelenkflüssigkeit durch den Gelenkknorpel gepumpt, die ihn ernährt und das Gelenk "schmiert".

Bei Hüftschmerzen ist oft der Psoas schuld

Schematische Darstellung: der Psoas-Muskel © NDR
Der Psoas-Muskel ist ein starker Hüftbeuger.

Fehl- oder Schonhaltungen können muskuläre Dysbalancen erzeugen. Der Psoas-Muskel beispielsweise ist ein starker Hüftbeuger. Er besteht aus fünf Muskelsträngen, die entlang der Wirbelsäule entspringen und gebündelt an einer Knochennase enden. Sind diese Muskeln verspannt, entsteht durch die Verhärtung ein großer Zug an diesem einen Punkt - das verursacht starke Schmerzen. Dehnung löst die Spannung.

Dehnübungen können die Hüftschmerzen lindern

Wichtig bei sportlicher Aktivität ist, dass wieder eine muskuläre Balance erzeugt wird. Das bedeutet: die harten Muskelgruppen mit Dehnungsübungen auflockern - am besten ein- bis zweimal am Tag jeweils 20 Minuten und unbedingt immer nach dem Sport. Geeignete Übungen zur Dehnung finden Sie im Video.

Es hilft, tägliche Rituale mit den Übungen zu verknüpfen - zum Beispiel morgens beim Nachrichtenhören oder abends beim Fernsehschauen die Dehnübungen ausführen.

Ergänzende Maßnahmen

Unterstützend wirken manuelle Therapie und Stoßwellen-Therapie, sie sollen die Spannung aus den Muskeln nehmen.

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