Stand: 13.04.2018 16:06 Uhr

Premiere für Theaterspektakel "Störtebeker"

von Kerry Rügemer

Der legendäre Pirat Störtebeker segelt über den Hamburger Kiez: Am Donnerstagabend ist das gleichnamige Theater-Happening im St. Pauli Theater uraufgeführt worden. Es stammt aus der Feder von Schauspieler Peter Jordan. Viele Hamburger kennen ihn als langjähriges Thalia-Ensemble-Mitglied. Jordan hat auch - gemeinsam mit Leonhard Koppelmann - Regie geführt.

Pirat als Rockstar

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Frank Richartz (vorne in schwarzer Hose) spielt den Piraten Klaus Störtebeker im St. Pauli Theater.

Klaus Störtebeker hat die Haare schön: blond, lang - und er hat es drauf, sie wild zurückzuschmeißen. Auf der Bühne lässt es der Pirat erst mal so richtig als Rockstar krachen auf seinem Schiff, das auf der Bühne mit einem riesigen Holzmast und wehenden Segeln entsteht. Die Hanse hat es auf Störtebeker abgesehen - und sie bekommt Hilfe von einem holländischen Käsehändler: Simon von Utrecht aus Utrecht.

Die Piraten merken, dass neue Bündnisse ihnen das Leben schwer machen - da muss ein neuer Plan her:

"Wo fahren wir hin?" - "Nach Friesland. Wenn die Ostsee zu unsicher ist, dann ab in die Nordsee." - "Und wo kommen wir unter?" - "Beim Hovetling. Keno ten Broke - mal sehen, wer uns aufnimmt" - "Freie Friesen? Die essen rohen Fisch - seid ihr sicher, dass ihr da hin wollt?" Zitat aus "Störtebeker"

Viel Musik - vom Shanty über Metal bis zur Ballade

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Die Männer um Störtebeker müssen sich erst mal mit den Friesen messen - darunter auch die Tochter des Häuptlings, Teta (im weißen Schafsfell).

Aber es nützt nichts, es muss sein - ab geht es zu Häuptling ten Broke und seiner wilden Tochter Teta, die ein Schaffell trägt, bewaffnet ist und deren flinke Fäuste schnell mal auf den Nasen der Freibeuter landen. In dem Stück gibt es derbes Friesisch, das auf einer Leinwand oberhalb der Bühne ins Hochdeutsche übersetzt wird, tumbe Piraten und jede Menge Musik - vom Shanty über Rock und Metal bis zur melancholischen Ballade.

Freier Lauf der Fantasie

Die Geschichte um den legendären Piraten, von dem man kaum etwas wirklich weiß, noch nicht einmal, ob es ihn tatsächlich gab - hier in diesem Stück hat Autor Peter Jordan seiner Fantasie freien Lauf gelassen. Frank Richartz als Störtebeker erinnert stark an Johnny Depp. Friesenhäuptling ten Broke trägt neben Fell auch einen Schwanz und hebt schon mal das Bein zum Pinkeln wie ein Hund - aber dem Publikum gefällt's.

Theater, Musical, Comedy und Drama

Zu lachen gibt es viel, auch wenn sich mancher Kalauer arg in die Länge zieht. Vieles kommt bekannt vor - manche Szene erinnert gar an Loriot. Tolle Schauspieler, wirklich witzige Ideen, eine super Band, Fechtszenen und Action bis hin zu einer kleinen Liebesgeschichte - in diesem Störtebeker ist alles drin, was eine gute Piratengeschichte braucht. Manchmal ist es allerdings ein bisschen zu viel von allem und man weiß nicht so genau: Ist das jetzt hier Theater oder Musical? Comedy oder Drama? Ein stürmisches Theaterspektakel, das trifft es wohl am besten - und es ist sehenswert!

Premiere für Theaterspektakel "Störtebeker"

Theater, Musical, Comedy und Drama - das Stück "Störtebeker" im St. Pauli Theater um den berühmt-berüchtigten Piraten hat von allem etwas. Dem Publikum hat es gefallen.

Art:
Bühne
Datum:
Ende:
Ort:
St. Pauli Theater
Spielbudenplatz 29 - 30
20359   Hamburg
Preis:
Karten ab 20 Euro
Kartenverkauf:
Kartenhotline: 040/ 4711 0 666 (Mo. bis Sa. 10-19 Uhr, So. 14 bis 19 Uhr)
Die Abendkasse öffnet eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn.
Hinweis:
13. April 2018 bis 15. April 2018
17. April 2018 bis 22. April 2018
24. April 2018 bis 29. April 2018
01. Mai 2018 bis 05. Mai 2018
Beginn: 19:30, sonntags um 18 Uhr
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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Kulturjournal | 13.04.2018 | 19:00 Uhr

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