Stand: 13.06.2019 17:10 Uhr

Mit dem Rad rund um den Dümmer

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Segeln und Radfahren - für beides eignet sich der Dümmer gut.

Mit einer Fläche von etwa 16 Quadratkilometern ist der Dümmer nördöstlich von Osnabrück Niedersachsens zweitgrößter See. Surfer und Segler schätzen das nur etwa einen Meter tiefe Wasser. Ihre Quartiere sind die Häfen und Strände am Ostufer, während sich im Süden und Westen die Natur ungestört ausbreiten darf. Dort bedecken Teppiche aus Seerosen das Wasser, am Ufer wächst reichlich Schilf. Weiträumige Niedermoore schließen sich an und bieten ideale Brut- und Rastplätze für Vögel. Der Dümmer ist Teil des gleichnamigen Naturparks, einer abwechslungsreichen Landschaft, die sich von den Dammer Bergen im Westen bis zum Oppenweher Moor im Osten erstreckt.

Der Dümmer bei Sturm

Aale, Orchideen und Torten: Ein Tag am Dümmer

Nordtour -

Der Dümmer ist zu jeder Jahreszeit eine Reise wert: In Dümmerlohausen gibt's geräucherten Aal, in Lembruch leckere Torten und in Lemförde können Orchideen bestaunt werden.

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Mit dem Fahrrad um den See

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Die 27 Kilometer lange Dümmer-Rund-Tour führt stellenweise am Ufer entlang.

Ein Fahrrad ist das perfekte Verkehrsmittel, um die Natur und die kleinen Orte am Dümmer zu erkunden. Verschiedene Themen-Routen mit unterschiedlichen Schwerpunkten wie Moor, Dörfer oder Kirchen eignen sich für Tagestouren. Den besten Überblick - auch für Spaziergänger - bietet der 18 Kilometer lange Dümmer-Deichweg mit vier Aussichtsplattformen. Etwas länger ist die beschilderte Dümmer-Rund-Tour, die im Südwesten des Sees zusätzlich in das moorige Hinterland führt und auf insgesamt 27 Kilometer Länge kommt.

Erholungsort Lembruch

Als Start und Ziel für eine Seeumrundung bietet sich Lembruch an, ein maritim geprägter Erholungsort mit etwa 1.000 Einwohnern und zahlreichen touristischen Angeboten wie Hotels, Restaurants, Bootsvermietungen, Badestrand und Minigolf. Wer sich für die Geschichte und Natur der Region interessiert, besucht dort das Dümmer-Museum. Es dokumentiert unter anderem, wie die Menschen Jahrhunderte lang versucht haben, die Niederung trockenzulegen und Torf abzubauen. So entstand schließlich auch der Deich um den See.

Reetdachhäuser und Wassersport in Hüde

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Hüde lockt mit einem Strand und vielen Angeboten für Wassersportler.

Von Lembruch führt der Radweg zunächst in südlicher Richtung am Deich entlang durch das Naturschutzgebiet Hohe Sieben. Sehenswert ist das ehemalige Fischerdorf Hüde. Der beliebte Erholungsort lockt unter anderem mit einem Hallenbad, mehreren Campingplätzen sowie Wassersport-Angeboten. Am Ufer des kleinen Ortes bilden zahlreiche Reetdach- und Fachwerkhäuser eine malerische Kulisse.

Schafe pflegen das Moor

Am Südufer des Dümmer liegt das Naturschutzgebiet Ochsenmoor. Zahlreiche Vögel leben auf den Ende der 90er-Jahre wiedervernässten Flächen. Ein Natur-Erlebnis-Pfad und eine Naturschutzstation informieren über Tiere und Pflanzen. Um die Landschaftspflege in den Bruchwiesen kümmern sich Diepholzer Moorschnucken. Die robusten Landschafe stammen ursprünglich aus der Diepholzer Moorniederung. Weil sie gut mit der Feuchtigkeit zurechtkommen, wurden sie im Ochsenmoor angesiedelt. Die Tiere sind auch bei Feinschmeckern sehr beliebt.

Über die Hunte-Brücke ans Westufer

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Am Olgahafen gibt es einen Bootsverleih und einen freien Blick auf die aufgehende Sonne.

Vom Ochsenmoor geht es weiter über die Hunte-Brücke - der Fluss durchfließt den Dümmer von Süd nach Nord - ans Westufer des Sees. Dort gibt es keine Ortschaften. Der gekennzeichnete Radweg streift erst wieder im Nordwesten die Orte Rüschendorf und Dümmerlohhausen, die jedoch nicht direkt am See liegen. Eine Stichstraße führt zum Olgahafen, an dem auch Boote vermietet werden und ein Naturerlebnispfad zu einem Rundgang einlädt. Am Nordufer, kurz bevor die Dümmer-Runde Lembruch erreicht, verlässt die Hunte den See wieder.

Alternative durch das Hinterland

In Hüde können Radler die Dümmer-Runde verlassen und über Marl weiter nach Lemförde fahren. Der heutige Verwaltungssitz der Samtgemeinde blickt auf eine mehr als 750-jährige Geschichte zurück. Das alte "Burgmannendorf" hat sich zu einem modernen Ort mit touristischer Infrastruktur und moderner Industrie entwickelt. Pflanzenfreunde werden an der Lemförder Orchideenzucht ihre Freude haben. Was in den 60er-Jahren als Hobby begann, ist jetzt ein professioneller Zuchtbetrieb, der mit mehreren Hunderttausend Pflanzen aus rund 2.000 verschiedenen Orchideensorten zu den bedeutendsten seiner Art gehört. Der Betrieb bietet auch Führungen und Fachseminare an.

Alte Dörfer mit viel Fachwerk

Weiter geht es nach Quernheim, dem kleinsten Ortsteil von Lemförde. 500 Menschen leben dort in idyllischen Fachwerkhäusern und auf malerischen Höfen. Quernheim gilt als kleinster Ort Deutschlands mit einem eigenen Kino, der "Lichtburg". Über die 1.000 Jahre alte Gemeinde Brockum und Hagewede führt die Route nach Marl. Auch dieser Ort blickt auf eine lange Geschichte zurück. Das belegt zum Beispiel der "Thie", ein alter Dorfplatz mit vier großen Linden und einem Glockenstuhl mit Feuerglocke. Die typischen Niedersachsenhäuser geben dem Ort den Charakter eines Bauerndorfes.

Durch Hüde geht es auf demselben Weg wieder zum Ausgangspunkt nach Lembruch zurück. Eine Alternative ist die Strecke ab Hagewede über Marler Fladder durch Querheimer und Hörster Bruch. Mehr Tipps für Radtouren und Wanderungen in der Region auf den Seiten der Touristinformation Dümmerland.

"Der Dümmer brennt"

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Höhepunkt des Festes ist das Feuerwerk am Sonnabend.

Wer den Dümmer im Spätsommer besucht, hat die Chance, das Veranstaltungshighlight der Region mitzuerleben. Jeweils am letzten Augustwochenende laden die Dörfer rund um den See unter dem Motto "Der Dümmer brennt" zu einem Fest mit Musik, Kinderprogramm, regionalen Spezialitäten und einem großen Feuerwerk ein.

Karte: Radtouren um den Dümmer (grober Streckenverlauf)
Weitere Informationen
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Hallo Niedersachsen

Wieder nix: Dümmer "steiht" nicht bei der Eiswette

Hallo Niedersachsen

Nicht nur Bremen hat eine Eiswette, auch in Damme gibt es sie. Aber wie die Weser ist auch der Dümmer, vorsichtig formuliert, ein Wackelkandidat bei der Frage, ob er "steiht" oder "geiht". Video (03:03 min)

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Rekordhitze sorgt für Wasserknappheit

Hallo Niedersachsen

Noch gibt es genügend Trinkwasser in Niedersachsen, doch durch die anhaltende Trockenheit wird vielerorts das Wasser knapp. Rund um den Dümmer sind schon viele Bäche ausgetrocknet. Video (04:00 min)

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NDR Fernsehen

Die Seenforscher

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Zu Niedersachsens größten Seen gehören das Steinhuder Meer und der Dümmer See. Um Wasserqualität, Flora und Fauna kümmern sich Biologen - Naturschutz und Tourismus immer im Blick. Video (28:30 min)

Dieses Thema im Programm:

Nordtour | 15.06.2019 | 18:00 Uhr

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