Stand: 25.08.2020 09:40 Uhr  | Archiv

Fehmarn: Sonne, Sand und Surfer

Blick auf die Fehmarnsund-Brücke am Abend, o, Vordergrund stehen zwei Angler © picture-alliance / HB Verlag Foto: Katja Kreder
Das Tor nach Fehmarn: Die Fehmarnsund-Brücke verbindet das Festland mit der Insel.

Fehmarn, die drittgrößte deutsche Insel nach Rügen und Usedom, gehört nicht zu den bekanntesten Urlaubszielen im Norden. Dabei bietet sie alles, was Touristen an der Ostsee schätzen: 78 Kilometer Küste mit langen Sandstränden und Steilhängen, kleine Orte, malerische Binnenseen sowie viel Natur mit Wiesen und Feldern. Dazu kommen rund 2.000 Sonnenstunden pro Jahr - ein Topwert in Deutschland.

VIDEO: Fehmarn: Eine Familie gibt Vollgas (59 Min)

Über die Fehmarnsund-Brücke auf die Insel

Seit 1963 verbindet die Fehmarnsund-Brücke die Insel mit dem Festland. Viele Reisende kennen Fehmarn nur von der Bundesstraße 207 aus, die als Teil der Vogelfluglinie die Insel in zwei Hälften teilt und zum Fährhafen Puttgarden führt. Von dort geht es mit dem Schiff über den Fehmarnbelt weiter nach Dänemark.

Inselhauptstadt Burg 

Kirche St. Nikolai in Burg auf Fehmarn © fotolia Foto: Jürgen Wackenhut
Die ältesten Teile der Backsteinkirche St. Nikolai in Burg stammen aus dem 13. Jahrhundert.

Abseits der Bundesstraße zeigt sich die beschauliche Seite der Insel. Burg, mit rund 6.000 Einwohnern der größte Ort, liegt im Südosten und ist Sitz der Verwaltung für die ganze Insel. Für Touristen ist die "Hauptstadt" mit ihren niedlichen Altstadthäusern und der stattlichen St.-Nikolai-Kirche ein lohnendes Ausflugsziel - besonders bei schlechtem Wetter. Dann bietet sich auch ein Besuch der Galileo Wissenswelt an, die das Angebot von drei Museen vereint. Besucher finden dort viele Informationen zu den Themen Naturkunde und Völkerkunde sowie ein breites Mitmach-Angebot im technischen Bereich. Am geschützten Burger Binnensee verbreitet der Burgstaakener Hafen mit zahlreichen Yachten und einigen Fischkuttern maritimes Flair.

Lange, flache Strände

Hochhäuser am Südstrand von Fehmarn © imago / Olaf Malzahn
Am breiten Südstrand kann es in der Hochsaison eng werden.

Das Wasser steht ohnehin im Mittelpunkt eines Fehmarn-Urlaubs. Ausgedehnte, flach abfallende Badestrände sind ideal für Familien mit Kindern. Der mit 2,5 Kilometer längste und belebteste Strand liegt südlich von Burg. Dort stehen in der Saison rund 1.500 Strandkörbe. Ein Ferienzentrum mit mehreren Hochhäusern bietet über 400 Appartements direkt an der Küste sowie ein vielseitiges Freizeit- und Unterhaltungsangebot. Dazu gehört auch das Erlebnisbad FehMare mit Meerwasser-Wellenbad, Saunalandschaft, Wellness- und Fitnessbereich sowie Kinderbecken.

Camping und Sport auf Fehmarn

Viele Besucher kommen jedoch zum Campen auf die Insel. Etwa 20 Campingplätze von einfach bis luxeriös laden zu einem naturnahen Urlaub ein und sorgen damit für fast jede zweite Übernachtung. Unter den Campern sind auch zahlreiche Wassersportler, die Fehmarns gute Bedingungen zum Surfen, Segeln und Tauchen schätzen. Zum Sportangebot gehören außerdem Golf, Reiten und Radfahren auf den rund 300 Kilometer langen ausgeschilderten Radwegen. Der Tourismus hat sich für die Inselbewohner zur wichtigsten Einnahmequelle vor der Landwirtschaft entwickelt. Dennoch dominiert der ländliche Eindruck: Wer im Mai nach Fehmarn kommt, blickt schon von der hohen Fehmarnsund-Brücke auf leuchtend gelb blühende Rapsfelder.

Tausende Vögel im Reservat Wallnau

Eine Graugans landet im Wasser. © NDR Foto: Hauke von Hallern
Tausende Zugvögel steuern die Insel jedes Jahr im Frühjahr und im Herbst an.

Im Westen Fehmarns bei Bojendorf liegt das Wasservogel-Reservat Wallnau. Etwa 100 verschiedene Arten von Brutvögeln können Naturliebhaber in dem knapp 300 Hektar großen Naturschutzgebiet entdecken, so auch Graugänse, Säbelschnäbler und Teichrohrsänger. Im Herbst und Frühling kommen Tausende Zugvögel hinzu, denn der Knotenpunkt ihrer Zugwege zwischen Mitteleuropa und Skandinavien liegt auf der Insel. Besucher können dieses Schauspiel von natürlich eingebetteten Beobachtungsposten aus verfolgen. Der Naturschutzbund (NABU) bietet in einem Infozentrum von März bis Oktober Wissenswertes über die Bedeutung der Fläche, die eines von drei Naturschutzgebieten auf Fehmarn ist. 

Von der Bucht zum Feuchtgebiet

Noch vor 400 Jahren war das heutige Reservat eine Bucht der Ostsee. Die Strömung lagerte immer mehr Sand und anderes Material an der Südwest-Spitze der Insel ab, sodass Ende des 19. Jahrhunderts ein Feuchtgebiet entstanden war. Obwohl sie künstlich trockengelegt wurde, erwies sich die Fläche für eine dauerhafte landwirtschaftliche Nutzung als ungeeignet. So kaufte der NABU mit Unterstützung einiger Partner das Gebiet 1975 und betreut seitdem die Besucher.

Meereszentrum und Schmetterlingspark

Ein Hai in einem Aquarium des "Meereszentrums Fehmarn". © Meereszentrum Fehmarn
Im Ozean-Aquarium des Meereszentrums leben unter anderem verschiedene Haie.

Wer sich für Fische und andere Bewohner der Meere interessiert, sollte einen Besuch im Meereszentrum Fehmarn in Burg einplanen. Dort leben Tausende tropische Meerestiere aus aller Welt, darunter mehrere Haiarten. Der Rundgang führt auch durch einen gläsernen Unterwassertunnel.

Zarte exotische Tiere und Pflanzen bekommen Urlauber im Schmetterlingspark zu sehen. Die Anlage präsentiert in einer großen, 28 Grad warmen Freiflughalle mehr als 50 verschiedene Schmetterlingsarten, tropische Pflanzen, Zebrafinken und Schildkröten.

Häfen, Leuchttürme und Windmühlen

Leuchtturm in Flügge auf Fehmarn © picture alliance Foto: R. Kiedrowski
Die Leuchttürme der Insel sind beliebte Fotomotive.

An den eher seltenen Regentagen können Urlauber die fünf Häfen der Insel besuchen, darunter den belebten internationalen Fährhafen Puttgarden im Norden, sowie Burgstaaken im Süden. Dort steht als Herzstück des Seenotrettungsmuseums der Kreuzer "Arwed Emminghaus". Beliebte Fotomotive sind die Leuchttürme in Flügge, Westermarkelsdorf, Marienleuchte und Staberhuk sowie die Südermühle in Petersdorf - eine Windmühle, die heute als Restaurant genutzt wird. Windmühlen in ihrer modernen Form sind auf Fehmarn weit verbreitet. Etwa 130 Windkraftanlagen gibt es, die ersten entstanden Mitte der 80er-Jahre. Sie produzieren insgesamt deutlich mehr Strom, als auf der 185 Quadratkilometer großen Insel verbraucht wird.

Umstrittene Fehmarnbelt-Querung

Der geplante Fehmarnbelt-Tunnel im Querschnitt © Femern A/S
Der Tunnel könnte aus jeweils zwei Röhren für Autos und Züge bestehen.

Kontrovers wird auf Fehmarn seit Jahrzehnten der Bau einer festen Fehmarnbelt-Querung nach Dänemark mit einer Länge von 18 Kilometern diskutiert - als Brücke oder Tunnel. Lange Zeit favorisierten die Regierungen in Berlin und Kopenhagen den Bau einer Brücke. Umweltschützer lehnten dies jedoch ab und plädierten für einen Tunnel. Im Frühjahr 2015 stimmte das dänische Parlament für den Bau eines Tunnels. Die Kosten trägt Dänemark allein, Deutschland muss lediglich für die Hinterland-Anbindung in Schleswig-Holstein zahlen. Der Baubeginn des Mammutprojekts verzögert sich aber immer wieder, da noch mehrere Klagen gegen den Tunnelbau laufen.

Anreise

Fehmarn ist durch die Fehmarnsundbrücke mit dem Festland verbunden und über die Bundesstraße 207 mit dem Auto gut zu erreichen. Von Hamburg und Lübeck aus verkehren zudem sowohl Regionalzüge als IC- und EC-Züge nach Burg sowie nach Puttgarden. Außerdem fahren Fernbusse die Insel an.

Karte: Ostseeinsel Fehmarn

Weitere Informationen
Bau der Fehmarnsundbrücke © Besitz Privatarchiv Bernhard Gienau Foto: Bernhard Gienau

Fehmarnsundbrücke: Herzstück der Vogelfluglinie

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Jimi Hendrix auf der Bühne des "Love + Peace"-Festivals auf Fehmarn 1970. © picture-alliance / dpa Foto: Dieter Klar

Als Jimi auf die Insel kam

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Dieses Thema im Programm:

die nordstory | 07.05.2020 | 14:15 Uhr

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